Heute stelle ich Ihnen einen Geheimtipp vor, bitte Sie aber vorgängig, mit klaren Preiszielen zu agieren, sonst explodiert der Börsenkurs in ungewollte Höhen, und dies würde ihre Performance schmälern. Es handelt sich um die Livermore Investment Group (ISIN: VGG550931015), die in London gehandelt wird. Das Investmentgefäss hat eine Marktkapitalisierung von knapp 140 Millionen Franken. Die aktuelle Jahresrendite beträgt +126,2%. Trotzdem beläuft sich der Bewertungsabschlag zum inneren Wert auf mehr als 50%, wie Marktquellen berechnet haben. Ich bitte Sie ganz klar, nicht mehr als 55 Pence zu bezahlen. (Strong speculative buy)

> Ich musste den Kopf schütteln, als kurzfristig der Bewertungsabschlag zum inneren Wert bei meinem Lieblingsfonds, dem BB Biotech, auf 30% anstieg. Heute, bei der Niederschrift dieses Textes, hat sich die Masszahl auf 27,3% reduziert. Weiterhin zu viel in meinen Augen, aber mit einer Rendite 2013 von +50,7% gibt es nichts zu reklamieren. Oder findet hier jemand das Haar in der Suppe? (Halten)

> Momentan wird der Ball bei den Aktien des Pharmagrossisten Galenica flach gehalten: Ablauf von ein paar netten Optionsserien, die für den Emittenten ins Geld gehen, wenn die Aktie zu stark ansteigt. Wie die Kühlbox im Eishockey probiert man hier den Anleger kaltzustellen, damit die Gewinne nicht zu gross ausfallen. Dies sind Winkelzüge hinter den Kulissen am Schweizer Börsenring, ohne dass Otto Normalverbraucher etwas merkt. (Halten)

> Nun macht der ehemalige SVP-Nationalrat Peter Spuhler beim Autozulieferer Autoneum Kasse. Noch sympathischer ist, dass über die geheimnisumwobene PCS Holding, die rund 19,1% am Überflieger hält, Friends & Family auch von diesem Höhenflug profitieren. Speziell deutsche Luxusautos werden im vermehrten Masse mit den Lärmdecken bestückt, eine grosse Spezialität des mittelkapitalisierten Unternehmens. Da der Titel einen gigantischen Höllenritt an der Börse seit der «Schweiz am Sonntag»-Kaufempfehlung vollführt hat, bitte ich Sie, eine Verkaufslimite bei 102 Franken zu setzen (Halten)

> Kapazitätsprobleme hat die Swiss auf dem Abendflug zwischen Basel und der Eurometropole Brüssel, seit die «Schweiz am Sonntag» von den sagenhaft günstigen Preisen gesprochen hat, die den Hin- und Rückflug für unter 100 Franken ermöglichen. Jetzt wird anstelle der engen Turboprop-Maschine ein Airbus A 319 eingesetzt. Damit kommt es zu einer fast 90%igen Ausweitung des Platzangebots. Dies lässt sich der Platzhirsch am EuroAirport, Easyjet, nicht gefallen: Mit etwas Geschick und ohne Gepäck geht es für 62 Franken hin und zurück, während der gleiche Spass bis zu 750 Franken ab Zürich kostet.

> Mir wird angst und bange um Deutschland: Spätestens einen Monat nach den aktuellen Bundestagswahlen kommt wohl die nächste Milliarden-Forderung aus Athen, um den maroden Staatshaushalt zu finanzieren. In der Zwischenzeit zählen reiche Griechen zu den grössten Käufern auf dem Berliner Häusermarkt. Warum ich Ihnen das erzähle: Die Schweizer Nationalbank hält Unmengen an deutschen Staatsanleihen, die mit ihren Renditetiefständen im Sommer immer stärker anwachsen und so die Kursgewinne zum Schmelzen bringen. Steigen Sie aus deutschen Staatsanleihen aus, Madame Merkel wird zur Milchkuh Europas, der finanzpolitische Herbst beginnt bald und wir Schweizer befinden uns mittendrin.

> Eigentlich muss man mit dem charmanten und in der Kommunikation sehr offenen Präsidenten des FC Basel, Bernhard Heussler, Mitleid haben: Die zwei mit sehr langen Verträgen ausgestatteten Südamerikaner Marcelo Diaz und Gaston Sauro entpuppen sich immer mehr als millionenschwere Fehlschläge. Speziell die Akte Gaston Sauro mutet immer grotesker an: Er verbrachte laut Informationsportalen fast mehr Einsatzminuten auf der Ersatzbank als auf dem Spielfeld. Der Spielerscout musste hellseherische Fähigkeiten haben, um laut Gerüchten nebst einer Millionenablösesumme noch einen Vierjahresvertrag beim Vorstand durchzuboxen. Werdet in Zukunft in Europa fündig, da wissen wir schon im Voraus, was auf uns zukommt. Im Guten wie im Schlechten. Danke, Bernhard Heussler: Die Sternstunden mit dem FC Basel sind unbezahlbar.

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geld@schweizamsonntag.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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