Fasten your seat belts, heisst es beim Verpflegungsunternehmen Gategroup (ehemalige Swissair-Tochter): –10,79% in diesem Jahr und bald ist die Grenze der Marktkapitalisierung von 500 Millionen Franken in Gefahr. Unverständlich ist für mich, dass Pictet Funds mit 9,74% der grösste Aktionär ist. Viel spannender ist der Branchenkonkurrent DO & CO aus Wien: +39,97% in Lokalwährung und mit stark steigender Gewinnentwicklung aufgrund eines tollen und innovativen Produktemix. (Sell Gategroup, buy DO & CO)

> Pierin Vincenz, CEO der Raiffeisen-Bank, ist auch in dieser Börsenwoche allen Unkenrufen zum Trotz der grosse Sieger: Um 3,87% stieg die Beteiligung am Derivatehaus Leonteq an. Jetzt ist Leonteq-CEO Jan Schoch gefordert, den möglicherweise neuen Kooperationspartner aus Asien bekannt zu geben – sogar die Konkurrenz spricht bewundernd von einem Meilenstein beim sieben Jahre alten Unternehmen.

> +31,21% lautet das bisherige Jahresergebnis für die Aktionäre der Ems-Chemie. Firmenchefin Magdalena Martullo-Blocher nähert sich immer schneller der 10-Milliarden-Franken-Schallmauer bei der Marktkapitalisierung. Gute Fortschritte macht der Kontostand auch bei Miriam Blocher, der Schwester von Magdalena: gemeldete Beteiligungen im Wert von 860,79 Millionen Franken, Tendenz steigend. (Halten)

> Endlich bewegt sich etwas bei der Dätwyler Holding: Trotz eines Plus von 21,21% über die letzten zwölf Monate ist meiner hohen Erwartungshaltung
noch nicht Genüge getan. Speziell in Amerika winkt möglicherweise ein prestigeträchtiger Grossauftrag – unter dem Stichwort «Nespresso. What else?». Ich sage kurz und bündig: Dätwyler. What else? (Wiederholter Kauf)

> Mein 48-Stunden-Ausflug im Frühling 2014 nach Indien hat sich für meine Leserschaft gelohnt: +25% seit Jahresanfang für den Hörgerätehersteller Sonova. Damals bin ich beim Lesen der indischen Tageszeitungen auf die aggressive Kampagne der Vertriebspartner des Stäfner Unternehmens gestossen. Und ich habe gute Nachrichten für die «Fans»: Erstmals wurde die Marktkapitalisierung von 10 Milliarden Franken in diesem Titel durchbrochen. Kaufen Sie nach, die Firma ist ausgezeichnet positioniert. Hier heisst die Devise: Strong buy.

> Bei der Basler Lonza-Gruppe geht
wirklich die Post ab: +41,15% seit 1. 1. 2014. Mit verstärktem Einsatz von Geldmitteln ist seit kurzem auch die Deutsche Bank im Spiel. Speziell die Gewinnaussichten fürs Jahr 2015 sind mehr als verlockend. Eines ist klar: Profiinvestoren von nah und fern sind stetig am Zukaufen.

> Mein liebgewordener «exotischer Nebenwert» Marine Harvest, wie er einst von der Konkurrenz süffisant umschrieben wurde, kommt wohl bald auf eine Marktkapitalisierung von 5 Milliarden Franken. Doch mit einem Plus von 60,08% innerhalb von 12 Monaten geht auch für Hinz und Kunz die Rechnung auf. Zur Info: aktuelle Dividendenrendite 8,08%. Fürs Jahr 2015 sehe ich eine Gewinnsteigerung von +72% voraus. (Halten)

> Seit meiner Empfehlung in Sachen
Novo Nordisk vor einer Woche gab es sowohl einen neuen absoluten Höchststand als auch einen Volumenrekord beim dänischen Insulin-Produzenten. Ich wiederhole mich gerne: Strong buy. Fürs kommende Jahr sehe ich ein moderates Gewinnwachstum von +14,78%. Eher peinlich ist die aktuelle Hitliste der grössten Anteilseigner: Unter den Top Twenty befindet sich kein Schweizer Finanzunternehmen.

> Ein grösseres unliebsames Weihnachtsgeschenk aus London erhält offenbar bald die «Ich & Du»-Bank. Laut Anwaltsgerüchten ist ein Quartett, bestehend aus einer germanischen Bank, einer weiterhin royalen Bank, einer Bank, die niemals schläft, sowie «Ich & DU» daran, den Bussenzettel mit dem dortigen Regulator auszujassen. Es handelt sich hier um Absprachen im Devisenhandel. Daher meine Warnung, keine Bankaktien zu kaufen, denn weiterhin werden die Gewinne privatisiert und die Verluste sozialisiert – das heisst, wir als Aktionäre haben einen verminderten Aktionärswert aufgrund der erwarteten Bussenzahlung. Andersherum: ein Big Point für die «Schweiz am Sonntag», die allen Drohgebärden zum Trotz die Geschichte vor Jahren gebracht hat.

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper