Sogar der SVP-Spiritus-Rector aus Herrliberg und Selfmade-Milliardär Christoph Blocher zeigte sich begeistert ob des neusten strategischen Winkelzuges von Nationalbank-Chef Philip Hildebrand. Doch aufgepasst: Wenn Frankreich seinen AAA-Status trotz allen Treueschwüren verliert, wird die europäische Einheitswährung nochmals unter den Dampfhammer kommen. Damit wird der kurzfristige Ausflug des Währungspaares Schweiz/Euro über das aktuelle Gardemass von Fr. 1.10 nur von kurzer Dauer sein. Verkaufen Sie weiterhin Ihre Euros.

Schon fast bedauernswert war der Wochenrückblick für unseren Dauerkandidaten MondoBiotech auf der No-go-Liste: –40% allein diese Woche. Der einstige Börsenmilliardär hat nun innerhalb eines Jahres satte 75% verloren und ein Ende der Talfahrt ist nicht abzusehen. Ein Schlussspurt am Freitag verhinderte noch Schlimmeres (weiterhin: no go).

Das taktische Hinauszögern eines Kaufentscheides in Sachen Orascom Development (–16,56%) macht die Sache immer interessanter. Vielleicht kommt nun in Bälde der richtige Zeitpunkt für einen opportunistischen Einstieg.

Der Stäfener Hörgerätehersteller Sonova leidet fortgesetzt unter einem Börsenhörsturz: –9,23% alleine diese Woche. Trotz stetig sinkenden Kursen ist die Aktie weiterhin überteuert: Die Konkurrenz kämpft wacker um den Spitzenplatz mit innovativen Produkten und sorgt für sinkende Margen (weiterhin: no go).

Meine vor kurzem erfolgte Statusänderung beim Baselbieter Biotechunternehmen Actelion war von Erfolg gekrönt: –19,67% innert vier Wochen. Nun wartet der Markt auf einen würdigen Nachfolger des Blockbusters Traceler, dessen Patentschutz 2015 ausläuft. Ein würdiger Nachfolger ist jedoch nicht in Sicht (weiterhin: Verkauf).

Seit den Heliane-Canepa-Börsenfestspielen läuft nichts mehr in Sachen Nobel Biocare: –6,54%. Die Quartalszahlen bestätigen mir einmal mehr, dass die Aktie weiterhin fundamental völlig überteuert ist. Der brillante Erfolgsmanager Richard Laube wird die Ärmel hochkrempeln müssen, um den Kahn wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Nun kämpft die Aktie, um nicht unter die psychologisch wichtige Marke von 10 Franken zu fallen (weiterhin: verkaufen).

Wie eine Flipperkastenkugel hat das Wertpapier der Credit Suisse diese Börsenwoche hinter sich gebracht. Eines ist klar: Der Milliarden-Jackpot des Mitarbeiter-Beteiligungsprogramms wird in den kommenden Jahren spärlicher ausfallen. Ich bin weiterhin negativ auf diese Aktie zu sprechen. Diese Entscheidung war mehr als erfolgreich: –24,93% innert vier Wochen (weiterhin: kein Kauf).

Noch vor kurzem hat das US-Brokerhaus Goldman Sachs die Aktien des Automobilzulieferers Autoneum bei weit über 200 Franken gesehen. Nun sind wird nach der Schlittenfahrt dieser Woche bei Fr. 54.80 angelangt. Auch bei diesen Ausverkaufspreisen würde ich nicht zulangen, den erstmals kommen die Automobilverkäufe ins Stottern.

Nur noch moderat nach unten ging es diese Woche für Charles Vögele: –2,51%. Firmenchef Andre Mäder kann langsam aufschnaufen. Diese Aktie könnte zu einem spannenden Turnaround-Kandidaten mutieren. Wagen Sie aber einen ersten Schritt erst unter der Marke von 30 Franken (aktuell: 32 Franken).

Dividendenjäger haben diese Woche zu Tiefstpreisen bei der Swisscom zugegriffen. Der italienische Ableger Fastweb ist jedoch keine Erfolgsstory. Da braucht es noch mehr Zeit, bis das teuer eingekaufte Unternehmen zu einer solchen mutiert (nur für Dividendenjäger).

Nun hat das Baselbieter Unternehmen Bachem die wichtige Marke von 40 Franken durchbrochen. Die Aktie wird dadurch langsam interessant: –16,23% innert vier Wochen. Warten Sie ab, die Tendenz ist sinkend (weiterhin: verkaufen).

In eigener Sache: Sie verstehen wohl nach dieser Börsenwoche mehr denn je, dass Abwarten angesagt ist. Halbherzige Reformbestrebungen angeschlagener Euro-Staaten wie Italien und Spanien machen Investments ohne Absicherungsinstrumente zu einem riskanten Spiel.

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. «Der Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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