Die Euro-Talfahrt nimmt kein Ende. Unser aggressives Kursziel von 1.15 gegenüber dem Schweizer Franken («Sonntag» vom 29. Mai) rückt in Reichweite, nachdem diese Woche die Marke von 1.19 erstmals unterschritten worden ist. Verkaufen Sie schleunigst Ihre Euros: Die Hedge Funds aus London haben als neues Opfer Italien im Visier. Wackelt der Berlusconi-Staat, wird der Euro unter die Marke von 1.10 gestossen. Damit rückt das Wave-Zertifikat (DE000DE3VRP2) auf den Euro-Schweizer-Franken-Kurs ins Blickfeld des spekulativen Investors – mit einer Hebelkraft von 8.11 wird auf einen weiterhin sinkenden Eurokurs gesetzt. Aber aufgepasst: Steigt der Euro wider Erwarten auf über 1.32 (aktuell: 1.1843), ist Totalverlust angesagt (aktueller Zertifikat-Kurs: 12.15 Euro). Wichtig: Steigt der Euro an, verlieren Sie auch mit einem Hebel von 8.1.

Bislang galt die goldene Finanzierungsregel für erstklassige Wohnimmobilien im Eigengebrauch von 20% Eigenkapital und 80% Fremdkapital. Diese Regel wird nun auf den Kopf gestellt: Laut sehr gut informierten Quellen offeriert Crédit Agricole Financements nun Finanzierungen, wo nur noch 10% vom Eigenkapital für den Wohnungskauf vorgeschossen werden müssen. Aufgrund der «Aldi»-Zinspolitik der Schweizer Nationalbank werden nun im verstärkten Mass die von den Banken ungeliebten Libor-Hypotheken nachgefragt, denn hier sind die Margen um einiges kleiner als bei Festhypotheken.

Weiterhin im Sinkflug befindet sich der Mäuseproduzent Logitech: –9,57% alleine diese Woche! Seit dem 1. Januar 2011 hat sich nun der Börsenkurs halbiert. Vor dem 28. Juli 2011 sollte trotz verlockend tiefem Aktienkurs kein Engagement eingegangen werden. Auch für Kudelski sind neue Tiefstkurse angesagt: –5% in dieser Börsenwoche. Für beide Titel gilt weiterhin: no go.

Voll eingetroffen ist unsere Prognose vom 29. Mai 2011, dass ein «Währungstsunami» beim US-Dollar stattfindet: –10,51% ist der Wertverlust seit dem 1. Januar 2011. Die Zielmarke von Fr.0.8150 (aktuell: 0.8350) ist nur noch eine Frage der Zeit. Verkaufen Sie Ihre Dollars, bald sind die US Staatsanleihen nicht mehr AAA – und dann beginnt die Rutschparty erst recht.

Die sicherste Spekulation im Devisenbereich offeriert das Währungspaar englisches Pfund/Schweizer Franken: Hier wird der Schweizer Franken von Woche zu Woche stärker. Kofferweise schleppen die Engländer ihre Pfund in die Schweiz und sorgen jetzt auch in Lugano für steigende Immopreise. Seit diese in England ins Wanken geraten sind, wird schleunigst in der Schweiz investiert. Rund 19% verlor das Pfund gegenüber dem Schweizer Franken. Damit können Sie die seit dem 5. Juni 2011 eingegangenen Verkaufspositionen weiterhin mit grossem Gewinn durchziehen. Die 6 Milliarden Pfund bei der Nationalbank tragen übrigens auch zum Halbjahresverlust 2011 auf deren Währungspositionen von gut gefühlten 14 bis 15 Milliarden Franken bei.

Schon vor dem Kurssturz im März 2011 warnte ich vor den überteuerten Sonova-Aktien. Diese Woche ist die Marke von 80 Franken gefallen und auch die letzten Stützungen durch freundliche Analystenberichte konnten den Kurszerfall nicht mehr abbremsen. Nächstes Preisziel: 70 Franken. Warten Sie weiterhin ab: Die Aktie ist trotz einem Minus von 35% seit Januar 2011 fundamental überteuert (Status: no go).

Richtig an die Wand gefahren wurden die zahlreichen Spekulanten, die auf den schnellen Gewinn bei der Baselbieter Biotechfirma Actelion aus gewesen waren. Auch ich erhielt E-Mails damals, weshalb ich nicht positiver über dieses Unternehmen schreibe. Nun,die Realität ist niederschmetternd: –21,74% seit dem 1. Januar 2011. Seien Sie sich bewusst: Das Patent für den Hauptumsatzträger Traceler läuft aus, ein Nachfolger ist nicht in Sicht.

Der «weisse Ritter», der eine Übernahme zu 72 Franken pro Aktie vollzieht, hat sich in die Märchenwelt verabschiedet. Kaufen Sie nicht über 32 Franken. (aktuell: 40 Franken). Eins ist sicher: Der US Hedge Fund Elliott Advisors sitzt auf einem sehr verlustreichen Aktienpaket. Lange wird er diesen Verlustbrocken nicht mehr herumtragen. Ich wäre daher nicht überrascht, wenn er seine Aktien abstossen würde (Status: no go).

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater Boris Feldmann ein
E-Mail an:
geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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