Die Londoner Hedge Funds haben diese Woche ganze Arbeit geleistet und in einer milliardenschweren Finanzattacke das Währungspaar Euro/Schweizer Franken unter mein aggressives Kursziel von 1.2280 (aktuell: 1.2188) gedrückt.

Verwegene Schweizer Finanzhaie haben nun für spekulative Engagements im privaten Bereich ein neues Kursziel von 1.15 herausgegeben. Die hellenische Schuldentragödie sorgt jetzt für Rekordumsätze und gigantische Gewinne bei den Geldwechselstuben im sankt-gallischen Grenzort Sankt Margrethen: Deutsche Staatsbürger wechseln wie wild ihre Euro in Schweizer Franken um (neues Kursziel: 1.2082).

Noch stärker unter den Währungsdampfhammer wird der amerikanische Dollar geraten: Das alte Kursziel von 0.8850 und 0.8650 (aktuell: 0.8570) gehört zu den Tempi passati. Hier rollt ein Währungs-Tsunami an, der zu einem netten Flurschaden bei der Schweizer Nationalbank sorgen wird. Ein Devisenverlust von 7,8 Milliarden Franken ohne Zinseinnahmen per Ende Juni 2011 ist in Reichweite gerückt – ausser, es findet noch ein Währungs-Wunder statt.

Der Sinkflug des Westschweizers Mäuseproduzenten Logitech geht weiter. Bei einem Kursverlust von über 41% seit dem 1. Januar 2011 ist der No-go-Status mehr als gerechtfertigt. Auch auf aktuellem Kursniveau bleibt die Aktie überbewertet. Amerikanische Investmentfonds haben speziell im April 2011 Positionen im fast dreistelligen Millionenbereich abgestossen, wie «Der Sonntag» erfahren hat.

Sehr erklärungsbedürftig bleibt der Verkauf von 917836 Aktien, die laut Datenbankinformationen vom 2. Februar 2011 (File Reporting; Red.) die Logitech International vollzogen hat – also mehr als zwei Monate vor der eigentlichen Gewinnwarnung über die Umsatzzahlen vom 4. Quartal 2010 (weiterhin: no go).

Nicht auf Börsen-Touren kommt die Autoneum Holding, die seit dem Börsenstart am 13. Mai 2011 rasant an Marktkapitalisierung verliert: –13,7%. Das im Automobilzulieferbereich tätige Unternehmen kämpft mit tiefen Margen und einem schwachen Eurokurs. Hier wird für einmal SVP-Nationalrat Peter Spuhler nicht den grossen Finanzjackpot in absehbarer Zukunft abholen (Kauf: unter 89 Franken). Voll auf Erfolgskurs bleibt die Stadler Rail, einzig aus China sind entsprechende Signale noch nicht eingetroffen: Gemäss «Sonntag»-Informationen haben sich zusätzliche Konkurrenten im Regionalzugverkehr positioniert und möchten dem innovativen Schweizer Zugbauer den Milliardenmarkt der Zukunft streitig machen.

Nun beträgt der Wertverlust des MAN AHL Trend Euro seit dem 29. April 2011 fast 7%. Ich würde momentan nicht auf die Karte Trendfolgesystem setzen. Die Kursschwankungen im aktuellen wirtschaftlichen Kontext sind zu abrupt und können relativ schnell für grosse Verluste sorgen. Im Jahre 2010 konnte noch ein Gewinn von +12,77% erzielt werden (weiterhin: no go).

Nur noch eine Kursrichtung kennt momentan Lifewatch: –57,23% innert zwölf Monaten. Der Telemedizinhersteller mit Sitz Neuhausen am Rheinfall kämpft mit sinkenden Margen und unklarer Zukunftsausrichtung (weiterhin: no go).

Trotz hoher Dividendenrendite von 4,71% sollte beim arg gestrauchelten Genfer Nebenwert Advanced Digital Broadcast Holding nicht zugeschlagen werden. Insbesondere die Margen sind am Schrumpfen und der optisch tiefe Kurswert sollte nicht zu einem Einstieg genutzt werden (Status: no go).

Die Euroschwäche hat nun auch für die zukünftigen Porsche-Käufer in der Schweiz ihre positiven Seiten: Unter dem Codewort «Währungsrabatt» werden auf die teuersten Fahrzeugkategorien bis zu 60000 Franken Einschlag gegeben. Darüber hinaus erhält man Swiss-Flugmeilen, die eine 1:1-Umwandlung des Kaufpreises ausmachen. Somit gibt es als «Bhaltis» den Swiss-Businessclass-Flug nach Amerika für zwei gratis oben drauf. Für Spezialkunden gibt es zusätzlich eine Garantieverlängerung.

Nun ist die Luft draussen bei Galenica: +49,25% innert zwölf Monaten ist die eindrückliche Erfolgsbilanz der Berner Pharmabude, welche mit sehr prominenten Aktionären in Windeseile den Börsenexpress genommen hat (erstmaliger Verkauf).


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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. «Der Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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