In Trippelschrittchen im Wochentakt geht es mit der Basler Kantonalbank nach unten. So endet nun eine fast zwanzigjährige Erfolgsgeschichte, die in der Schweizer Bankenszene einzigartig war. «Ghaue und gstoche» hat die Aktie jedes Jahr eine Wertsteigerung für die Partizipationsscheine-Besitzer gebracht. Nun stellt sich die Frage, wann der Kanton Basel-Stadt erstmals eine Wertberichtigung von nahezu 65 Millionen Franken auf seine Beteiligung bekannt geben wird – wegen des Kurssturzes des Wertpapiers von mehr als 18% seit Jahresanfang (unter 100 Franken eine Kaufüberlegung wert).

Einen Volltreffer der Sonderklasse landete ich letzte Woche mit meiner Empfehlung «Hände weg» bei Straumann, dem Basler Dentalkonzern: –7,95%. Doch aufgepasst: Die Talfahrt an der Börse ist noch nicht zu Ende. Dafür gibt es geldwerte Opportunitäten aus dem Hause Straumann zu vermelden: sagenhafte 50% Rabatt auf die Übernachtung im hauseigenen Luxushotel Grand Hotel des Trois Rois in Basel. Das Angebot finden Sie auf der Schnäppchenplattform www.deindeal.ch im Besitz des Verlagshauses Ringier (anstelle von must buy für einmal must sleep).

Zum x-ten Mal wird Rainer Marc Frey seinem Ruf als Goldhändchen gerecht: Seine Minderheitsbeteiligung Siegfried aus Zofingen geht ab wie eine Rakete: +34,95% seit Jahresanfang. Leider hatte ich bei weit über 20% im Frühsommer schon zum Rückzug geblasen. Grosse Stücke halte ich auch auf die Warenhandelsgesellschaft DSKH Holding, die ebenso zum weitverzweigten Beteiligungsportfolio des UBS-Verwaltungsrates zählt. Hier wird endlich Tempo gemacht. Das verspricht nochmals eine Kurssteigerung von bis zu 10% zum Jahresende hin (halten).

Die sich wiederholenden positiven Durchhaltemeldungen in Sachen Sonova, dem Hörgeräteproduzenten aus Stäfa, stellen in meinen Augen keinen glaubwürdigen Investmentcase dar. Die Aktie ist fundamental überteuert. Die Konkurrenz holt technologisch auf und sorgt mit billigeren Hörimplantaten für stetig sinkende Margen (Hände weg).

Seit meinem Meinungsumschwung hat der norwegische Lachsproduzent Marine Harvest wieder an Fahrt gewonnen: +46,71% seit Jahresbeginn. Auch die beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse sind im Kundenauftrag fleissig am Kaufen. Meine Dauerempfehlung lautet wie immer: Verkaufen Sie gedeckte Calls (allways the same, never change a winning strategy).

Einen Zacken zugelegt hat der Schweizer Onlinebroker Swissquote: Seit Kurzem kann sowohl auf steigende als auch fallende Börsenindexe mit einem 25-fachen Hebel «herumgespielt» werden. Dies bedeutet, dass eine Bewegung von nur 1 Prozent sich mit einer Wertveränderung von fast 25% auf Ihrem Konto niederschlägt – im positiven wie auch negativen Sinn, je nachdem, wie Sie positioniert sind. Geht der Index vom Einstandskurs um 3 Prozent in die falsche Richtung, verlieren Sie nahezu Ihren vollen Einsatz (Monte Carlo liegt in der Schweiz, nur für Profis geeignet mit Stahlnerven).

Für die wachsende Zahl von Liebhabern strukturierter Produkte bin ich wieder einmal bei der EFG Financial Products fündig geworden: 10% aufs Jahr in CHF mit einer fast sicheren Zusammensetzung (Valor: 19271192). In der Kombination der drei Topfirmen, Adecco, Credit Suisse und Roche sollte bei einer 55%-Knock-In-Barriere auf ein Jahr wirklich nichts anbrennen. Aufgepasst: Das Produkt kann vom Emittenten vierteljährlich, also vor Ablauf der einjährigen Laufzeit, vorzeitig gekündigt werden (Value buy, viel Geld für wenig Risiko – neue Kategorie).

Weiterhin auf zaghaftem Durchmarsch befindet sich die Swiss Life: +2,29% in dieser Woche. Noch hat der Turbo nicht gezündet, der Abstand zwischen Buchwert und aktuellem Aktienkurs ist weiterhin eklatant (Eile mit Weile, abwarten).

Immer spannender wird die Liechtensteinische Landesbank: Der Abschlag auf den Buchwert beträgt satte 44,2% – was im Vergleich mit der UBS und der Credit Suisse rund 10% mehr ist. Trotzdem ist Warten angesagt: Die mögliche Strafsteuer wegen des US Kundengeschäfts steht noch aus (in den Startlöchern warten).

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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