Nun ist der Herrliberger Börsenexpress nach dem Jahresabschluss 2013 nicht mehr zu bremsen: Die Aktien der Ems-Chemie werden bis im Frühling 2014 die Marke von 350 Franken durchbrechen (aktuell: 333 Franken). Schon im vergangenen Jahr war der Titel die europäische Nr. 1 unter den gross kapitalisierten Chemiewerten in Sachen Anlageperformance. Die klare Marschrichtung der Ems-Chefin Magdalena Martullo-Blocher wird von den Investoren frenetisch bejubelt: hohe Dividendenausschüttung und eine fast schon sensationelle Betriebsmarge. Die verstärkte Ausrichtung nach China sollte dem Titel zu neuen Höhenflügen verhelfen: Kursziel 375 Franken per Ende 2014. (Halten.)

> Richtig zackig nach oben gehts mit der «günstigsten» Biotechfirma Europas, der Baselbieter Actelion: +19,51% seit Jahresanfang. Dieser Titel wird in Bälde die Marke von 100 Franken erreichen. Speziell englische Grossinvestoren sind hier auf Beutejagd – und dies nicht erst seit vorgestern. Hier dürfen Sie nicht loslassen: Opsumit, das Nachfolgeprodukt des Kassenschlagers Traceleer, wird von immer mehr ausländischen Pharmabehörden zugelassen. (Halten, Kursziel: 100 Franken.)

> Jetzt heisst es sich anschnallen: Eine weltumspannende Investmentbank propagiert den schweizerischen Zeitstellenvermittler Adecco als Topinvestment-Gelegenheit im Hinblick auf den Jahresabschluss am 12. März 2014. In diesem Zusammenhang ganz wichtig: Es wird im Speziellen auf die zu billig gehandelten Call-Optionen hingewiesen, die in den Augen der Investmentbank zu billig am Markt offeriert werden. (Neu auf der Kaufliste, im Hinblick auf den Jahresabschluss 2013.)

> Nerven wie Drahtseile oder einen siebten Sinn mussten diejenigen Investoren aufbringen, welche einen Tag, also am 3. Februar 2014, vor der Bekanntgabe des sensationellen Jahresergebnisses 2013 der UBS, damals wertlose Optionen mit Ausübungspreis Fr. 17.50 mit Verfall März 2014 in grossen Stückzahlen gepostet haben. Warum wertlos? Um präzis zu sein: Sie hatten keinen inneren Wert. Der Schlusskurs betrug Fr. 17.45 am Tag vor der Bekanntgabe der Zahlen. Also stellte die Option mit dem Ausübungspreis von Fr. 17.50 eine Investition mit Potenzial für einen Totalverlust dar, da das Papier bei sehr schlechten Zahlen der UBS abgestürzt und somit die Option wertlos verfallen wäre. Doch dann waren, oh Wunder, die Zahlen sensationell und die Option stieg über Nacht von 67 Rappen auf Fr. 1.24 an. Oder in Prozenten ausgedrückt 85%! Ich möchte hier nochmals aus meiner Kolumne vom 18. Januar 2014 zitieren: «Kleiner Hinweis: Es werden wieder vermehrt Out of the Money Call Optionen gekauft, also hoch spekulative Finanzinstrumente, die zu aktuellen Stunden nur einen Zeitwert, also keinen inneren Wert aufweisen. Der Käufer oder die Käuferin solcher Instrumente ist dem totalen Verlustrisiko ausgesetzt, sofern der Kurs der grössten Schweizer Bank auf dem aktuellen Niveau verharrt. Daher stellt sich die Frage: Sind wieder einmal Besserwisser am Werk? Spätestens in drei Wochen wissen wir es mit 101%iger Sicherheit.»
Nun, mittlerweile kennen wir den Ausgang meiner Beobachtungen. Jedenfalls konnte der smarte Käufer mit seinem Optionenkauf gesamthaft rund 375 000 Aktien bewegen. Noch Fragen? Um es noch klarer auszudrücken: Das Superhirn war sich sicher, dass die UBS-Aktie über Fr. 18.17 bis Ende März 2014 steigt. Die Rechnung ist ganz einfach: Ausübungspreis von Fr. 17.50 plus 67 Rappen Prämie macht Fr. 18.17.

> Auf der Jagd nach neuen Investitionsmöglichkeiten bin ich auf den Wert der Basler Clariant gestossen. Speziell die harten personellen Einschnitte werden in den kommenden beiden Jahren für ein starkes Gewinnplus sorgen. Auch die anfängliche Skepsis gegenüber dem CEO Hariolf Kottmann ist nun vollständig verflogen. Internationale Topinvestoren wie Blackrock bauen ihre Positionen stetig auf – ein gutes Omen für den Jahresabschluss 2013, der am 19. Februar 2014 verkündet wird. (Neu auf der Kaufliste.)

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Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@schweizamsonntag.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.

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