Nicht mehr zu stoppen ist der Martullo-Blocher-Express: 5,54% gewinnt die Aktie der Ems-Chemie allein in dieser Woche. Auch die jüngere Schwester der Chefin, Miriam Blocher (Läckerli Huus), profitiert vom Erfolg: Ihr Anteil an der Ems-Chemie hat nun den satten Wert von 814,42 Millionen Franken erreicht (+25,77% innerhalb Jahresfrist). Interessanterweise werden seit einiger Zeit die Produkte aus Domat/Ems auch für die leisen Hybridfahrzeuge genutzt. Damit gelingt der weitsichtigen Managerin ein erfolgreicher Sprung in die Zukunft. Neues Kursziel: 412 Franken. Last but not least sehe ich eine Dividendenerhöhung von Fr. 1.50 voraus. (Halten)

> Gratulation all jenen, die sich von einer vorübergehenden Kursschwäche beim Duty-free-Unternehmen Dufry nicht abschütteln liessen: +34,09% innerhalb Jahresfrist, und die Erfolgsstory ist noch nicht zu Ende. Nächstes Kursziel: 171 Franken. Speziell die Expansion nach Südamerika ist mehr als erfolgversprechend. Der Kauf der griechischen Kette Folli Follie vor knapp zwei Jahren war ein Schnäppchen – ein Kauf der Sonderklasse! (Halten)

> Am 17. Juli 2014 schrieb die «Handelszeitung» über den «Hidden Champion», den Pflästerli-Hersteller IVF Hartmann. Für meine Leser ist der Titel schon lange keine unbekannte Grösse mehr. Mit einer Kurssteigerung von +27,16% ist das Potenzial noch nicht ausgereizt. Obwohl der Titel nun die Markkapitalisierung von 300 Millionen Franken überschritten hat, sollten Sie jeweils nur ganz wenige Stücke erstehen, sonst würden Sie nur den Kurs in unnötige Höhen schrauben helfen. (Halten)

> Langweilig, aber absolute Spitze ist der Backwarenhersteller Aryzta: +28,07% seit Jahresanfang. Die Firma ist unspektakulär gut. Für den Herbst 2014 sehe ich den Titel erstmals die Marke von 90 Franken (aktuell: Fr. 87.65 ) durchbrechen. Speziell die internationale Expansion kommt gut vonstatten. (Halten)

> Trotz einem fulminanten Schlussspurt am Freitagnachmittag konnte auch in dieser Berichtswoche ein Kursminus bei Bravofly Rumbo nicht verhindert werden. Weiterhin stark überzeugt ist die UBS von dieser Sache – unverrückbar steht eine Kaufempfehlung bei 41 Franken seit dem 4. Juli 2014. Auf einen interessanten Punkt bin ich beim Durchlesen des IPO-Prospektes gestossen: Die UBS wie auch die Credit Suisse haben dem Reiseportal im Jahr 2012 einen Kredit von insgesamt 30 Millionen Euro gesprochen. (Kursziel 20 Franken)

> Weiterhin keine Sternstunde auf dem Börsenparkett gibt es für die Partizipationsscheine der Basler Kantonalbank: –8,28% innerhalb Jahresfrist. Das waren noch Zeiten, als die internationale Investorengemeinschaft sich kurz vor einer äussert wohlwollenden Verfügung der Finanzmarkaufsicht die Titel angelacht und in Windeseile 15% verdient hat. Eigentlich ein klarer Kauf, bei einer fast schon sensationellen Dividendenrendite von 4,54%, aber irgendwie beisst niemand so richtig an. Was wohl die Gründe für dieses Abseitsstehen sind? (Kauf unter 62 Franken)

> Die Euphorie beim Schweizer Betongiganten Holcim ist verflogen: In Investorenkreisen wird gemunkelt, dass das anstehende Quartalsergebnis vom 30. Juli 2014 kein freudiges Ereignis sein wird. Die Zahlen werden am unteren Rand der Analystenschätzungen sein. (Kursziel nach unten: Fr. 73.25

> Erstmals gibt es erste Kratzer in der Erfolgsbilanz des wohl erfolgreichsten Schweizer Bankmanagers der Neuzeit – bei Boris Collardi, dem Chef der weltumspannenden Bank Julius Bär. Die Quartalszahlen werden durchzogen sein. Speziell der Einkauf der «Söldnertruppe» von Merrill Lynch jagt die Cost-Income-Ratio in ungeahnte Höhen, sprich über 80. Doch auch die anstehende IT-Integration beziehungsweise -Umstellung hat einen neuen Kostenschub zur Folge. (Hände weg)

> Auch in dieser Woche Nicht zu bremsen ist der italienische Börsenhengst Cosmo Pharmaceuticals mit Startlizenz an der Schweizer Börse. Vielleicht sollten die Aufsichtsbehörden der Schweizer Börse den Kursverlauf von Cosmo Pharmaceuticals am 24. Juni 2014 unter die Lupe nehmen: Speziell in der Zeit zwischen 10.54 Uhr und 12.45 Uhr betrug der Kurssturz nahezu 20%. Ohne nennenswerte Nachrichten vom Unternehmen, einfach so! In der Fachsprache nennt man dies Flash-Crash. Als kleiner Anhaltspunkt: Es war kein Computerfehler, der diesen Kurssturz auslöste und in weniger als einer Stunde kurzfristig Vermögenswerte von 400 Millionen Franken zerstörte. (Halten, trotz kurzfristigem Störmanöver)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper