Was Sie von Peter Spuhler lernen können. – Wie Sie bei Nobel Biocare Zahnschmerzen vermeiden. – Warum Sie mit Forbo den Boden unter den Füssen nicht verlieren dürfen.
VON BORIS FELDMANN

«Mit Zug in die Zukunft», so lautet das Motto des Thurgauer SVP-Nationalrates Peter Spuhler auf seiner persönlichen Homepage, welches nun auch für sein sehr erfolgreiches persönliches Engagement beim Automobilzulieferer Rieter gilt. Der Konzern, der 12700 Mitarbeiter beschäftigt, ist nun auf dem Einkaufszettel institutioneller Anleger, welche den Kurs des Unternehmens Richtung 400 Franken (Aktuell: 374.75) treiben werden. Insbesondere der Textilbereich beginnt zu brummen.

Kursmässig abgehoben im wahrsten Sinne des Wortes haben diese Woche die Bodenleger von Forbo mit ihrem Produktionsstandort Tessin: +4.73%. Damit herrscht nun freie Bahn bis an die Kursmarke von 650 Franken (Aktuell: 620 Franken), bevor die ersten institutionellen Anleger zum Umkehrschwung ansetzen und die Gewinne ins Trockene bringen. (Halten).

Bucher Industries mit Sitz in Niederweningen ZH zählt unter anderem zu den weltweit führenden Herstellern von Fahrzeugen zur Reinigung und Schneeräumung von öffentlichen Verkehrsflächen. Räumen Sie Ihre Gewinne ab, eine Kurssteigerung von fast 10 Prozent in den letzten vier Wochen bringt auch Ihr Anlegerherz zum Schmelzen. (Erstmaliger Verkauf).

Verabschieden können Sie sich mit gutem Gewissen bei Nobel Biocare und Ihre Zähne werden ob dem erzielten Gewinn vor Freude knirschen. Der kurzfristige Gewinn von 10 Prozent im letzten Monat wird Ihnen wohl keine Zahnschmerzen bereiten. (Verkaufen). Nächster wichtiger Termin bei diesem Thema wird Ende März 2011 sein.

Im Schlepptau des hauseigenen Eishockeyklubs EV Zug vollzieht der Schraubenproduzent Bossard weiterhin sein erfolgreiches Börsenpowerplay. Die 4.Quartalszahlen waren sensationell und zeigen auf, dass mit den Zugern im Börsenplayoff um den Performancechampion 2011 zu rechnen sein wird. (Halten, Kursziel: 130 Franken).

Als harte Konkurrenten im Skizirkus treten die Österreicher auf, nun können wir von ihnen auch profitieren: Austriamicrosystems, kotiert an der Schweizer Börse, brilliert mit hervorragenden Zukunftsperspektiven. Die guten Quartalszahlen werden genutzt, um die Schuldenlast zu reduzieren. Mit innovativen Lösungen für die Unterhaltungsindustrie und die Automobilzulieferer wird der Auftragsbestand auf dem Höchststand gehalten. (Kaufen – Für spekulative Anleger).

Zum Wochenschluss ist die Lonza-Aktie unter die wichtige 70-Franken-Marke gefallen. Entgegen dem Börsentrend verliert der Basler Konzern stetig an Wert, jetzt ist ganz klar ein Befreiungsschlag des Managements gefordert. Die verstärkte Zusammenarbeit mit dem israelischen Generikagiganten TEVA ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. (Abwarten).

Kein Schnäppchen mehr wie vor einem Jahr ist die Zuger Partners Group. Die Expansion in Südamerika ist mit hohen Anlaufkosten verbunden. Das hohe Neugeldziel von knapp 5 Milliarden Franken für 2011 ist beindruckend, aber machbar. Ein kurzfristiges Aufbäumen gegen die 182-Franken-Marke (Aktuell: 170 Franken) ist gegen Frühling 2011 auf dem Menüzettel.

Leicht enttäuschend war der Bestellungseingang beim Winterthurer Konzern Sulzer (Aktuell: 134 Franken), trotzdem bin ich nach wie vor überzeugt, dass mein angestrebtes Kursziel von 150 Franken im Frühling erreicht werden kann. (Halten).

Aufatmen können die kursmässig arg gebeutelten Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse seit dieser Woche. Die europäische Bankenkonkurrenz, welche von den milliardenschweren Rettungspaketen profitierte, muss mit einschneidenden Massnahmen im Investmentbanking rechnen, welche ihr auferlegt werden, falls die Risiken zu hoch oder die Kapitalausstattung zu mangelhaft ist. Die Kreditabsicherungen für die deutsche Commerzbank oder auch die italienische Unicredito sind in die Höhe geschnellt.

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Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater Boris Feldmann ein E-Mail an:
geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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