Keine Mäuse für Aktionäre von Logitech: –11,2% beträgt der Wochenverlust für das einstige Vorzeigeunternehmen aus der Westschweiz. Mit dem Kursstand von 5.95 Franken ist mein langjähriges Kursziel von 6 Franken voll in Erfüllung gegangen. Speziell der seit April 2012 in Amt und Würde stehende CEO Bracken P. Darell ist mir ein Dorn im Auge, wie ich dies hier schon verschiedentlich erklärt habe. Sein «Golden Hello» (Neudeutsch für versteckten Antrittsbonus) bestand unter anderem aus einem Riesenhaufen von Aktienoptionen. Was macht nun der nette Herr als eine seiner ersten signifikanten Amtshandlungen: Man kauft aus der übervollen Kriegskasse für nette 150 Millionen Franken Gegenwert Aktien des eigenen Unternehmens Logitech zum Kurs von knapp unter 10 Franken, um den Kurs hochzuhalten oder zu stützen – liebevoll ausgedrückt, Heute ist dieses Paket sicherlich rund 50 Millionen Franken weniger wert als damals. Sein «Golden Hello»-Paket tendiert gegen null und die Aktionäre machen nun die Faust im Sack. 150 Millionen Cash-Reserve wären in dieser Zeit Balsam für die Aktionärsseele gewesen. Alles legal wie immer, aber mit einem schalen Nachgeschmack.

> Prominenter Teilaussteiger beim Goldküstenexpress DKSH: Sehr gut informierten Quellen zufolge hat «Goldfinger» Rainer Marc Frey einen Teil seiner DKSH-Aktien abgestossen, was legal und sauber ist. Ein Bankenkonsortium mit der UBS und Credit Suisse an der Spitze haben die Aktien nun unters Volk gebracht. Damit sind wieder einmal alle glücklich und haben richtig dick Geld verdient. Wir verneigen uns voller Ehrfurcht und sagen: Goldfinger bleibt Goldfinger. (Aktien in der Kategorie überteuert)

> Dammbruch zu Basel Teil II: –6,4% verloren die Partizipationsscheine der Basler Kantonalbank alleine diese Woche und ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht. Ende Mai 2013 erfolgt noch der Dividendenabgang von 3.30 Franken, der den Titel nochmals weiter nach unten drücken wird. Ein Kauf drängt sich weiterhin nicht auf, neues Kursziel 82.25 Franken (aktuell: 84.20). Hier gilt es, weiterhin abzuwarten.

> Voll auf Erfolgskurs in Liechtenstein: +2,7% beträgt der Wochengewinn der Liechtensteinischen Landesbank. Die nicht genannt sein wollende Schweizer Bank kauft in kleinen Päckchen hinzu, mit einem Jahreszuwachs von +32,5% ist die Erfolgsbilanz mehr als makellos. Bei einem Kursstand von 41.25 Franken (aktuell: 38.50) würde ich dann nicht mehr zukaufen. (Halten, im Schlepptau der Schweizer Bank lässt es sich schön gewinnen)

> +33,1% seit dem 1. 1. 2013: Unser Lieblingsfonds BB Biotech steigt und steigt. Aufgepasst, der Abschlag zum inneren Wert beträgt knapp 23,8%, was enorm hoch ist. Hier können Sie weiterhin bedenkenlos zugreifen. Der Sektor hat als Gesamtes noch grosses Kurssteigerungspotenzial vor sich. (Kaufen, never change a winning team)

> Ritterschlag für die «Schweiz am Sonntag»: Die Zürcher Privatbank Vontobel hat das Kursziel für den freiburgischen Börsen-Comet auf 335 Franken (aktuell: 260 Franken) hinaufgesetzt. So viel Euphorie wäre mir zuwider. Für meine Leser reichen 285 Franken. Aber trotz allem: Danke vielmals Vontobel, auch solide Nebenwerte haben ihren Börsenreiz. (Halten)

> Nichts stoppt den Baselbieter Börsenexpress: +68,1% innert zwölf Monaten und London rockt weiterhin, wie Chelsea auf dem Basler Rasen am letzten Donnerstagabend. Die englischen Grossanleger haben schon lange das Baselbieter Biotech-Unternehmen Actelion in ihr Herz geschlossen und kaufen dieses Schmuckstück weiterhin stark zu. Ich habe letzte Woche die Verkaufempfehlung ausgesprochen, weil ich der festen Überzeugung bin, dass ein eklatanter Gewinn in dieser Höhe ins Trockene gebracht werden muss.

> Ein paar Beruhigungspillen muss ich meinen Lesern verabreichen in Sachen Swiss Life. Alles nimmt jetzt wieder seinen gewohnten Lauf. Ich halte an meinem Kursziel von 157 Franken (aktuell: 146.50 Franken) fest, mit +19,9% seit Jahresanfang 2013 sollte den Erwartungen meiner Leser mehr als Genüge getan worden sein. (Halten)
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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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