Böser Absturz: Die Aktien des innovativen Mäuseproduzenten Logitech sind wieder in sich zusammengefallen: –12,9% im Anschluss an die Quartalszahlen. Einst gaben wir bei knapp unter 10 Franken in diesem Jahr das Verkaufssignal – jetzt, bei optisch tiefen Fr. 7.08, würde ich weiterhin nicht zulangen. Erinnert sei an den letzten Kursaufschwung im Frühling: Teile der hohen Cash-Bestände wurden genommen, um Aktien zu erwerben. Interessantes Detail am Rande: Der neue Firmenchef wurde zur Begrüssung, sprich «golden hello», mit einem netten Aktienpaket beglückt. Noch Fragen?

Reale Börsensonnenfinsternis am Thunersee: –17% beträgt der Wochenverlust von Meyer Burger. Ein Ende der Talfahrt ist noch nicht in Sicht. Trotz des Falls unter die psychologisch wichtige Marke von 10 Franken würde ich weiterhin nicht zukaufen. Die Gewinnaussichten haben sich für das Jahr 2013 nochmals verdüstert. Damit ist keine Eile geboten, hier ein vermeintliches Börsenschnäppchen zu erwerben (abwarten).

Magdalena Martullo Blocher nonstop Richtung 222 Franken: Die Marktkapitalisierung der Ems-Chemie hat die magische Marke von 5 Milliarden Franken durchbrochen. Mit einem aktuellen Kurs-Gewinnverhältnis von 18.7 ist der Titel am oberen Rand der Bewertungsskala angelangt. Damit drängt sich ein Teilverkauf auf. Im familieninternen Börsenwettrennen hat Tochter Magdalena ihren Vater Christoph Blocher auf den zweiten Platz verdrängt, abgeschlagen auf dem dritten Platz liegt der Sohn Markus (gewinnbringende Frauenpower in Domat/EMS).

Schweizer Börsenmilliardär hat geheiratet: Bis zum Kursabsturz im Frühling dieses Jahres war die Beteiligung von 2,24% des in Zürich aufgewachsenen Gary Fegel am Zuger Rohstoffgiganten Glencore mehr als 1 Milliarde Dollar wert. Am 13. Oktober 2012 heiratete der Glencore-Aluminium-Chef auf der zauberhaften Insel von Capri seine Liebste, die aus London stammt. Der Starttrader spielt damit in einer anderen finanziellen Dimension als Christian Wolfensberger, Gatte von Ex-Miss-Schweiz Fiona Hefti, der auf eine Beteiligung von 1,26% kommt. Kein Schweizer Bankmanager kommt auch nur annähernd in solche Dimensionen. «Der Sonntag» wünscht Mazal-tov.

Sichere Börsenwette bei Oerlikon: +87,5% seit dem Jahresanfang. Frei nach dem Slogan «innovation has a performance» auf deren Webseite, beglückt Firmenlenker Michael Buscher seine Anleger, und der Höhenflug ist noch nicht zu Ende: Die 3. Quartalszahlen 2012 werden besser ausfallen als ursprünglich angenommen (halten).

Auf Sinkflug programmiert: Nichts zu lachen haben die Aktionäre bei Nobel Biocare. Viel Hoffnung ist auch nicht vorhanden, dass anlässlich der nächsten Quartalszahlen im November 2012 Besserung in Sicht wäre. Eine mögliche Kaufempfehlung drängt sich erst bei einem Kurs von unter 8 Franken (aktuell: Fr. 8.36) auf.

Top-Zahlen, aber enttäuscht von der Börse: Die österreichische Wunderaktie Austriamicrosystems wurde auf schon fast bösartige Weise abgestraft. Die 3. Quartalszahlen waren massiv besser als die Analysten-Erwartungen. Trotzdem fällt das Wertpapier im Wochenvergleich um 6%. Ich würde zu einem Teilverkauf raten. Der Kursverlauf entspricht keiner Logik mehr.

Kurs Richtung 100 Franken: Die Basler Kantonalbank fällt und fällt. 23,3% beträgt der Wertverlust. Erstmals wird der Kanton Basel Stadt einen Beteiligungsverlust von nahezu 70 Millionen Franken in diesem Jahr verbuchen müssen (abwarten – Kurs unter 100 Franken).

Aufgepasst, HTC werden nochmals die Flügel gestutzt. Nichts zu lachen hat der ehemalige Zürcher Flughafenchef Josef Felder als Verwaltungsrat beim taiwanesischen Handygiganten. Seine millionenschwere Beteiligung hat innert Jahresfrist rund 64,2% an Wert eingebüsst und neue Tiefststände sind in Sicht. Das nächste Kursziel liegt bei 218 Taiwan-Dollar. Vor rund 18 Monaten stand der Kurs bei über 1000 Taiwan-Dollar (verkaufen).

Verkaufen Sie die Vontobel Bank, der kurzfristige Höhenflug ist zu Ende.


Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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