> Nun sind die St. Galler Börsenfestspiele voll im Gang: Die Vakuumpumpen-Herstellerin VAT Group (Börsensymbol: VACN SW) sorgt für Freudenstimmung auf dem virtuellen Börsenparkett. Das sich in Haag, Kanton St. Gallen, befindende Unternehmen entwickelt eine Sogwirkung auf die Heerscharen von internationalen Schnäppchenjägern, die sich verwundert die Augen reiben, weshalb der Weltmarktführer weiterhin so günstig daherkommt. Ein Grund könnte darin liegen, dass eine international führende Investmentbank in ihren Analysen von einem reduzierten Umsatzwachstum in den kommenden Jahren ausgeht. Unter der Prämisse, dass die VAT Group ein jährliches Wachstum von über 12% pro Jahr erzielt, sprechen wir von einem Börsenschnäppchen der Extraklasse. Bedenken Sie nur eine Zahl: Fachleute gehen davon aus, dass in China allein Fabriken im Gegenwert von 80 Milliarden Franken im Halbleiterbereich in den kommenden Jahren erstellt werden. Und last but not least werden Sie als konservativer Anleger mit einer Dividendenausschüttung von 4% pro Jahr beglückt. («Hopp St. Galle!», wiederholte Kaufempfehlung)

> Jetzt erhält der Zuger Rohstoffgigant Glencore (Börsensymbol: GLEN LN) nochmals Rückenwind an der Londoner Börse (LSE): Ein zweiter, weltweiter Private Wealth Management Champion setzt voll auf den Konzern, der vom famosen schweizerisch-südafrikanischen Startrader Ivan Glasenberg geleitet wird. Mit Gulliver-Schritten schreitet der 29-Milliarden-Pfund-Kerl unentwegt meinem Kursziel von 2.10 Pfund (aktuell: 2.07 Pfund) entgegen. Halten Sie einfach durch: Die grössten Investoren der Welt erhöhen nochmals die Schlagzahl, und die frei verfügbaren Aktien werden den Anlegern aus den Händen gerissen. Bitte warten Sie noch ab mit der Höhenabsicherung mittels gedeckter Calls. Denn bald findet ein Blutbad statt, weil diejenigen Spekulanten, die im grossen Stil auf sinkende Kurse spekuliert haben, ihre Positionen mit grossen Verlusten zurückdecken müssen. Und falls Glencore 2017 die Dividendenzahlung nochmals aussetzt, um seine Kapitalquote zu erhöhen, dann wird dieses Papier durch die Decke gehen. (Ivan Glasenberg strikes back)

> In beschaulichem Tempo zuckelt die Also Holding (Börsensymbol: ALSN SW) nach oben, aber die Jahresrendite von 44,71% – ohne dabei die Dividendenrendite von 2,29% zu berücksichtigen – ist eine Glanzleistung des IT-Dienstleistungsunternehmens. Und wenn der UBS-Trendradar eine Short-Empfehlung (Verkaufen) herausgibt, sollte Sie dies nicht zu stark beunruhigen. Jetzt, wo die Marktkapitalisierung die 1-Milliarde-Franken-Marke durchbrochen hat, wird der berühmte Saugnapfeffekt ins Spiel kommen: Internationale Value Fonds werden zum Angriff blasen. Die Bewertung des Unternehmens ist abgrundtief, und das werden sich die Hyänen nicht entgehen lassen. Mit einer regelrechten Fanfare, wie bei einem ZSC-Heimspiel, wird die Attacke nun eingeläutet. (Angriff auf die Also Holding)

> Nun werden auch die letzten Platzkarten beim Flughafen Zürich (Börsensymbol: FZHN SW) verteilt: +48,2% (inklusive Dividendenausschüttung) – bevor der Titel erstmals über die Preismarke von 200 Franken entschwebt. Speziell die Billigflieger Vueling aus Spanien und Easyjet werden ab dem Winterflugplan 2016/17 für einen zusätzlichen Passagieraufschwung am heimischen Airport sorgen. (200 Franken, wir kommen. Und dies erst noch zum Discounttarif)

> Scharf bin ich in letzter Zeit auf die Halbleiterindustrie und deren Zulieferer geworden. Da darf natürlich einer der weltweit führenden Chiphersteller nicht fehlen. Es handelt sich um die Neuempfehlung Applied Materials (Börsensymbol: AMAT US). Gerade die Bewertungszahlen beim 33 Milliarden US-Dollar schweren Unternehmen begeistern mich auf der ganzen Linie. Speziell die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital von 23,8% überzeugt. Und wenn ich die Gewinnwachstumsraten aufgrund meiner Modelle genauer analysiere, komme ich ins Schwärmen: Die Zahlen sind mir zu stark, als dass ich sie an dieser Stelle präsentieren möchte, obwohl ich vertiefte Recherchen bei den verschiedensten Herstellern getätigt habe. Fazit: kurz und bündig strong buy.

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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