Die Liechtensteinische Landesbank bleibt ein Überflieger: +3,9% beträgt das Wochenplus, und die Jahresperformance 2013 ist mit 37,7% geradezu magisch. Im Hintergrund kauft weiterhin ein grösseres schweizerisches Finanzinstitut hinzu und wird erst bei Fr. 41.50 (aktuell: 40 Franken) die Kaufanstrengungen zurücknehmen. Das heisst: Das Papier ist dann nicht mehr unterbewertet. (Schweizer kaufen liechtensteinische Banken auf)

> Auch der Freiburger Börsen-Comet ist in Topform: +6,7% und ein Ende ist nicht in Sicht. Bei 285 Franken (aktuell: Fr. 277.50) werden die ersten Investoren die eklatanten Gewinne seit Jahresanfang von +29,1% ins Trockene bringen. (Erster Verkauf bei 285 Franken)

> Kein Milchbubi ist die Aktie von Emmi: +49,8% beträgt die Zwölf-Monats-Performance und aus Frankreich wird stetiges Kaufinteresse gezeigt. Der Titel hat Platz bis auf 308 Franken (aktuell: 289 Franken), wie hier früher schon vermerkt wurde. Momentan läuft die Auslandsexpansion ausgezeichnet und die Umsatzerwartungen vom einstigen Sorgenkind im Musterkonzern sollten rund 8% höher ausfallen, als hier einst prognostiziert. Eines ist klar: Der Milchverarbeiter würde exzellent ins Produkteportfolio des französischen Lebensmittelgiganten Danone passen und wäre locker aus dessen Portokasse zu finanzieren. (Halten)

> Gute Aufwärtstendenz bestätigt: +1,6% und die Anleger werden immer zufriedener in Sachen Swiss Life. Aber die grosse Kurszuversicht, wie sie die US-Grossbanken in diesen Titel haben, möchte ich nicht teilen. Die ultratiefen Zinsen werden Wiederanlagen für Lebensversicherungen immer schwieriger machen. So wächst der Druck, auf riskantere Anlageform zurückzugreifen, um die versprochene Zielrendite zu erreichen. (Halten)

> Endlich wieder nach unten: –8,5% für die Basler Straumann. Trotz dem erneuten Abbau von 250 Angestellten konnten sich gewisse Banken und deren Analysten nicht zurückhalten und neue Kursziele in der Höhe um 150 Franken bekannt geben. Der Titel ist auch trotz einem Jahresminus von 22,5% bei 116 Franken stark überbewertet. Unter 100 Franken können wir uns wieder in dieser Sache unterhalten. (Börsenwunschträume ohne entsprechendes Fundament)

> Kurz nach meiner negativen Presse stieg der Stahlkocher Schmolz+Bickenbach leicht an. Doch diese Woche war der Aufprall um einiges härter: –7,5%. Obwohl der russische Megainvestor Viktor Vekselberg grosses Interesse am Kauf des defizitären Unternehmens zeigt, würde ich das Spiel sorgsam von der Seitenlinie aus verfolgen.

> Superstar UBS, 20 Franken in Sichtweite. Als ich vor mehr als einem Monat von einem Kursziel von 20 Franken bis Ende 2013 schrieb, war das Kopfschütteln sogar auf der allerobersten Führungsebene mehr als gross, wie mir top informierte Quellen berichten. Nach dem fast schon sensationell anmutenden Quartalsergebnis wird die Marke von 20 Franken nun für bare Münze genommen. Ich sage im Stil von Anita Weyermann «gring ache und dranne bliebe». Einzig eine unvernünftige Expansion im Investmentbanking oder ein grösserer Handelsverlust kann die «You&US»-Lokomotive zum Entgleisen bringen. (Jackpot für You&US und keiner stört sich daran)

> Die «International Herald Tribune» ist heiss auf meinen norwegischen Exotentitel Marine Harvest: +111,7% beträgt die rollierende Jahresrendite und ein Ende ist weiterhin nicht in Sicht. In prominenter Aufmachung nahm sich die IHT am 3. Mai 2013 des weltweit grössten kotierten Lachsproduzenten an. Die Lobeshymmen wollten nicht enden. Nach Rücksprache in Norwegen habe ich in Erfahrung bringen können, dass ein Grossteil der Lachsproduktion zu sehr guten Preisen auf die nächsten neun Monate verkauft wurde.

Aufgrund dieser Annahme sehe ich ein sehr tiefes Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10.2 per 2014. Positiv zu vermerken ist, dass Ende Monat die Dividendenzahlungen wieder auf Sparflamme aufgenommen werden, nachdem sie für längere Zeit ausgesetzt waren. Last but not least: Die Credit Suisse ist wie immer im Kundenauftrag an vorderster Front dabei. (Halten und geniessen)

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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