Aufgetaut ist der norwegische Lachskönig Marine Harvest: Die Gewinnschätzungen sind in den letzten Tagen richtiggehend explodiert. Erstmals ist das Kurs-GewinnVerhältnis per Mitte 2014 unter 10 gefallen, aktuell gehe ich von ultratiefen 7.9 aus. Falls Sie den heiss gelaufenen Titel nochmals kaufen möchten, empfehle ich Ihnen einen gedeckten Call mit Verfalltermin März 2014 und einem Ausübungspreise von 6.20 norwegischen Kronen zu erstehen. Das Renditeziel von 7,8% auf 6 Monate ist ja auch nicht von schlechten Eltern. (Kaufen mit gedecktem Call)

> Die Credit Suisse befindet sich zunehmend in einem möglichen Rückzugsgefecht in Deutschland im Retailbanking. Richten wir das Augenmerk auf die 8%-Beteiligung an der Aragon Aktiengesellschaft, einem deutschen Finanzvertrieb. Seit dem Start am 14. November 2007 ging es im Lauf der Zeit mit dem Wert der Beteiligung steil bergab, nämlich um satte 89,9%. Der deutsche Finanzvermittler hatte damals nur lobende Worte für die Credit Suisse: «Die Zusammenarbeit mit der Credit Suisse wird uns dabei in unserem weiteren Wachstum deutlich unterstützen.»

Noch euphorischer war der damalige Country Head der Credit Suisse Securities (Europe), Martin Korbmacher, der von «moderner Vertriebsorganisationen mit einer zukunftsweisenden Strategie wie die Aragon AG (...)» sprach. Mit dem heutigen Börsenwert der 8%-Beteiligung könnte nicht einmal der durchschnittliche Jahresbonus von Brady W. Dougan vollumfänglich bezahlt werden.

> Klassisch ausgeknockt wurden diejenigen Leser, die anstelle der Aktie von Galenica ein hochspekulatives Hebelpapier auf den aufstrebenden Berner Pharmagrossisten erstanden haben. Hier wurden die Wagemutigen in die Wüste geschickt – Totalverlust. Diejenigen Leser, die dieses Wagnis eingegangen sind, müssen sich grün und blau ärgern: Die UBS hat eine satte Kaufempfehlung mit 890 Franken herausgegeben, aber neckischerweise einen Börsenhandelstag nach dem Ablauf des Hebelpapiers. Notabene noch höher als mein Kursziel. Der Emittent, hier die Vontobel Bank, hat einen Totalgewinn, während der Anleger seinen ganzen Einsatz verspielt hat. Nun, es gibt keinen Grund zur Sorge für meine Leser – die Aktie entwickelt sich ja ganz prächtig und im Hintergrund zieht ein unschlagbares Powerduo die Fäden am virtuellen Börsenring, wie aus der Gerüchteküche verlautet.

Es handelt sich um die grösste Bank der Schweiz und den einstigen Fonds-Wanderprediger der 90er-Jahre, Martin Ebner himself, die voll auf die Berner Gruppe abfahren. Und zu guter Letzt kann «Mister Galenic», der NZZ-Verwaltungspräsident Etienne Jornod, die richtige Performance seines nun stolzen Paketes bewundern: +42,4% seit Jahresbeginn. Wir gratulieren herzlich. (Halten)

> Thomas Matter, seines Zeichens Aktionär der Neuen Helvetischen Bank, ist einmal mehr auf der Überholspur in der Finanzindustrie. Dass nun aber sein neues Steckenpferd mit dem NHB-QLAB Dynamic Allocation (ISIN: CH0219823165) dem grossen Risiko nicht abgeneigt ist, überrascht eigentlich schon. Im Marktkommentar vom Monat August 2013 wird den verdutzten Investoren ein Leverage von 280% für das QLAB Asset Allocation Model mitgeteilt.

Der Monatsverlust von 3,5% für den Start des Fondsproduktes überrascht dann halt schon, wenn man den Backtest des Modells anschaut (www.nhbpro.ch/#!hbql-rck-ausblick/co6v): Bei 1000 Punkten begann es im Jahr 2003, jetzt, zehn Jahre später, ist man bei gut gefühlten 5300 Punkten.

Bei einer solchen Superrendite würde sogar Warren Buffet bei der Matter Group in Meilen anklopfen, wenn diese für Drittinvestoren offen wäre. Vielleicht erinnern Sie sich noch: Vor mehr als einem Jahrzehnt hat Matter mit seiner Zürich Financial Products bahnbrechende Finanzprodukte entwickelt. Zu gönnen ist ihm ein neuerliches Durchstarten – Finanzunternehmer seines Schlages braucht die Schweiz mehr denn je. (Warten auf den Durchbruch)

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Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an:
geld@schweizamsonntag.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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