Still und heimlich rollt der Visionen-König der 90er-Jahre, Martin Ebner, das Börsenfeld von hinten auf: Sein Beteiligungspaket inklusive «Rollover-Optionen» von Galenica erreicht hochgerechnet erstmals einen Wert von 2 Milliarden US-Dollar. Speziell seine Beteiligungen an Galenica und dem Genfer Bankensoftwarehersteller Temenos sorgten für das ausgezeichnete Ergebnis. Nun erhöht der Börsenmagier – früher immer mit Fliege – sein Engagement bei der Galenica auf 13,8%, während die UBS das ihrige auf unter 3% gedrückt hat. Mein Tipp: Vollziehen Sie einen Teilverkauf. Nichts gegen den charismatischen Galenica-Präsidenten Etienne Jornod, aber im Hintergrund wird Pingpong mit grossen Aktienpaketen gespielt. (Teilverkauf)

> Das erwartete Börsenwunder in Sachen DKSH, dem Warendistributor mit Fokus Asien, hat diese Woche stattgefunden (siehe Ausgabe vom 9. 3. 2014): Der Jahresabschluss 2013 war besser als von den Analysten erwartet. Hübsch profitiert hat der mutige Käufer des UBS-Optionsscheines DKSWH auf DKSH: +137,5% über Nacht. Am Kauftag, also einen Tag vor der offiziellen Bekanntgabe des Jahresergebnisses 2013 am 10. März, hat dieser Optionsschein null inneren Wert – da der Ausübungspreis bei Fr. 67.50 liegt, aber die Aktie mit nur Fr. 67.20 bewertet war. Am nächsten Tag, Wunder, o Wunder, macht die DKSH einen «Forrest Gump»-ähnlichen Sprung auf die Marke von Fr. 71.20. Hipp, hipp, hurra, und der Optionsschein gewinnt massiv an Wert. Bei einem Verfalltermin am 21. März 2014 muss der Käufer wirklich die Nase im Wind haben, um dieses Risiko eines Totalverlustes einzugehen. Stückzahl des waghalsigen Käufers: 100 000.

> Richtig sauer wurde ein Leser, weil ich mich nach dem Höhenflug der Basilea Pharmaceutical negativ über diesen Titel ausgesprochen habe. Einzig der Papst in Rom fehlte bei seinem Rundumschlag. Nun, meine Analyse stellte sich als richtig heraus: Der Titel tauchte satte 26% innerhalb kürzester Frist. Eines kann ich dem Leser heute als Neuheit verkünden: Weitere grössere Investoren planen Titel abzustossen. Unter 100 Franken erfolgt eine neue Analyse von meiner Seite.

> Erwarten Sie sehr positive Zahlen beim Thalwiler GPS-König U-Blox Holding: Am kommenden Donnerstag, dem 20. März 2014, ist es so weit. Erstmals wird der Umsatz auf über 250 Millionen Franken für das Gesamtjahr prognostiziert. Als kleine Indikation: Der US-Fondsgigant Blackrock hat weiterhin eine 5%-Beteiligung am Aktienkapital. Noch Fragen? Eine allfällige Kursschwäche sollte zum Kauf ausgenützt werden.

> Nicht kaufen heisst die Devise bei der Winterthurer Sulzer: Obwohl nach aussen ein «Schnäppchen», fehlt mir die zündende Idee, um den Titel wieder auf die Kaufliste zu setzen. Mir scheint, dass Mehrheitsaktionär Viktor Vekselberg sich mehr um Oerlikon kümmert. (Abwarten)

> Um 0,1% verpasste der Landmaschinenhersteller Bucher Industries mein ambitioniertes Kursziel von 282 Franken am 10. März 2014. Jetzt heisst es trotz allem, die Koffer zu packen. Eine Jahresrendite von +25,3% ist für einen eigentlich langweiligen Titel mehr als optimal (Verkaufen)

> Letzte Woche musste ich meinen ganzen Mut zusammennehmen, um zu schreiben: «Bei der Durchsuchung der Chatrooms des Devisenhandels im Herbst 2013 wurden neue Verdachtsmomente aufgefunden, die nicht mit Devisen im Zusammenhang stehen.Es handelt sich laut meinen Top-Quellen um den Goldhandel. Insgeheim hoffe ich fest, dass keine Schweizer Bank dabei ist.»Nun, seit Freitagmorgen ist die Information mehr als bestätigt: Die UBS lässt verlauten, dass bei den internen Untersuchungen des Devisenhandels auch Bereiche des Edelmetallhandels näher betrachtet werden.

> Aus Paris wird die Kunde vermittelt, dass die Anzahl der Selbstanzeigen eine parabolische Kurve erreicht haben soll. Ein sehr wichtiger Schweizer Banker hätte laut Gerüchteküche eine Singstunde vollzogen, was für viel zusätzliche Bewegung an dieser Front gesorgt habe.

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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