CS: Germany, we have a problem! – Freie Sicht auf Devisenverluste bei der Nationalbank. – Vekselberg erhält mehr Dividende. – Welche Aktien Sie jetzt verkaufen sollten.
VON BORIS FELDMANN

Auf Erfolgskurs bleibt die Banque Cantonale Vaudoise (BCV). Die Aktie der grössten Westschweizer Kantonalbank ist mit einer Rendite von 6,5% ein eigentlicher Dividendenbomber. Mit einem geschätzten Neugeldfluss von 3,4% aufs Jahr wird das Wealth Management zu einer tragenden Säule des Jahresgewinns der Bank, die vor 8 Jahren in einer Krise steckte und eine staatliche Milliardenspritze brauchte. Nun entwickelt sie sich prächtig (wiederholter Kauf für Dividendenjäger).

Unerwartet erhält Meisterstratege Brady Dougan von der Credit Suisse ein kleines Reputationsproblem, made in Germany. Der CS Euroreal mit einer Anlagesumme von geschätzten 10 Milliarden Franken wird momentan mit einem Abschlag von bis zu 20% zum zuletzt bezahlten Kurs gehandelt. Ob der Abschlag nochmals aufgeholt werden kann, wenn der Fonds die Börsenkühlbox im Mai 2011 verlässt, steht noch in den Sternen.

1998 wurde im Zürcher Kunsthaus die Werksschau «Freie Sicht aufs Mittelmeer» gezeigt, die den Anfang des kometenhaften Aufstiegs der damals unbekannten Pipilotti Rist bildete. Heute gelangt unverhofft die Schweizerische Nationalbank mit einem neuen Programm an die Öffentlichkeit: «Freie Sicht auf Währungsverluste». Mit Stirnrunzeln verfolge ich nun das neue Engagement der Nationalbank im Land der aufgehenden Sonne, Japan, wo man mit zig Milliarden engagiert ist. Auch hier verliert man schon bis zu dreistellige Millionenbeträge.

Beruhigt nach einem Wochengewinn von +5,13% können Sie bei der Gategroup aussteigen. Der Sprung auf 50 Franken (aktuell: Franken 47.10) ist momentan ausser Reichweite (Verkauf).

Einzig das EFG-Trio (Valor: 11912684) mit den Franzosenbanken BNP Paribas, Société Générale und Crédit Agricole ist momentan im Dickicht der strukturierten Produkte kaufenswert. Dank einem netten Coupon von 10,5% in Schweizer Franken und der tiefen Barriere von 55% ist das Produkt empfehlenswert (Kauf).
Bei den aktuell offerierten Goldman-Sachs-Produkten mit einer Barriere von bis zu 79% kommt mir als Anleger das grosse Knieschlottern.

Seit meiner Verkaufsempfehlung von Acino bei weit über 100 Franken geht es beim innovativen Basler Spezialhersteller im Sauseschritt nach unten. Trotz der optisch tiefen 85 Franken, was einem Jahresverlust von 45,72% entspricht, würde ich die Hände von einem Engagement lassen (Hände weg).

Keine Kursfortschritte sind bei der Von Roll zu erkennen. Der gross angekündigte Befreiungsschlag des genialen CEO Thomas Limberger hat noch nicht stattgefunden. Zumindest hat sich die Firma stabilisiert. Ein Fall der Aktie unter die 5-Franken-Marke ist trotzdem in Sichtweite gerückt (wiederholter Verkauf).

Die Valiant-Aktie ist unter die wichtige Marke von 140 Franken gefallen. Trotzdem wird der Verkaufsdruck anhalten. Das Kurs-Gewinnverhältnis ist mit über 14 weiterhin zu hoch im schweizerischen Umfeld (Verkauf).

Mit einem Kursanstieg von über 265% seit den Tiefstständen im Jahr 2009 hat der Luxuskonzern Richemont mehr als brilliert. Das Traumergebnis vom Freitag sollte ausgenutzt werden, um richtig Kasse zu machen (Verkauf).

Die Shoppingarkade am Flughafen Zürich brilliert mit einer Umsatzzunahme von 11,7% seit Jahresbeginn. Damit bleibt die Aktie des Flughafens Zürich im Höhenflug. Doch das Papier wird nicht über 385 Franken steigen (halten).

Der Kursturbo ist bei Phoenix Mecano ins Stottern geraten. Mit einem Kurszuwachs von 67% seit dem 1. Januar 2010 kann in Stein am Rhein beruhigt der Champagner ins Tiefkühlfach gelegt werden (erstmaliger Verkauf).

Jetzt kann auch der russische Milliardär Victor Vekselberg am Ende des Börsenjahrs 2010 jubilieren. Mit einem Zuwachs von über 56% seit Jahresanfang sorgt der Winterthurer Maschinenkonzern Sulzer für Hochstimmung. Froh ist auch die Kunde aus Russland, wo seine Beteiligung TNK-BNP steigende Dividenden ausschüttet (halten).

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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