DIESER KNOCHENSCHLOSSER ZÜNDET

Synthes mit hervorragenden Umsatzerwartungen. – Auch Syngenta im Aufwärtstrend. – Neues aus der CS-Fundgrube.

VON BORIS FELDMANN

Still und heimlich schreiten die Aktien des Schweizer «Knochenschlossers» Synthes in den Börsenhimmel: Hier stimmt einfach alles! Obwohl das Kurs-Gewinn-Verhältnis beim Medizinaltechnikunternehmen am oberen Ende der Skala ist (P/E: 21), sprechen die Umsatzerwartungen für einen Kauf. Wir gehen davon aus, dass sich der Gewinn pro Aktie innerhalb von drei Jahren um satte 27% steigern wird. Aus diesem Grund sollten die alten Höchststände von 165 Franken (aktuell: 136 Franken) erreicht werden.

Den Kursturbo gezündet haben auch die Valoren von Syngenta, dem Basler Agrar- und Biotechunternehmen. Seit dem temporären Tiefststand im Oktober 2009, ausgelöst durch die schwachen Quartalszahlen der amerikanischen Konkurrenten, werden alle charttechnischen Widerstände durchbrochen und jede Woche neue Höchstmarken gesetzt. Die «Börsensaat» wird auch im Jahre 2010 aufgehen (Kauf).

Diese Woche wurden wir erneut in der «CS-Fundgrube» fündig: Ein Schweizer Trio mit ausgewählten Firmen, die sich zurzeit in Champions-League-Form befinden: Holcim, Novartis und Julius Bär. Ein netter garantierter Coupons von 13,25% verknüpft mit relativ tiefer Barriere bei 65% ist ein verspätetes Weihnachtsgeschenk für den Anleger und ein klarer Kauf (Valor: 010834711).

Für Anleger, die sich wie Michael Schumacher auf der Börsenachterbahn fühlen möchten, bietet das «Derivate-Formel-1-Team» der Vontobel den passenden Börsenuntersatz: den «VonTT» (Valor: 10811575) auf die Credit Suisse. Mit zweifacher Geschwindigkeit (jede prozentuale Kurssteigerung wird verdoppelt) kann auf den steigenden Kurs der CS innert sechs Monaten gesetzt werden. Maximale Rendite: 30,57%, falls der CS-Turbo unter das Kursfixierungsniveau vom 29. Dezember 2009 fällt, wird die Aktie «angedient» und Sie erhalten die CS-Aktie zum Niveau vom 29. Dezember 2009. Im Wissen um die beneidenswerte Form der Grossbank und um die Tatsache, dass Ende April 2010 bei der CS ein grosses Optionsprogramm ausläuft, eine heisse und spannende Spekulation.

Nach dem Kurstaucher auf 80 Franken waren viele Analysten zur Stelle, um Lonza, das im Bereich Life Sciences tätige Unternehmen mit Sitz in Basel, zum Kauf zu empfehlen. Trotzdem blieben wir an dieser Stelle skeptisch. Der aktuelle Wert von Fr. 71.30 scheint optisch «billig» zu sein, berücksichtigt man aber den aktuellen Kursverlauf, so befindet sich der Titel weiterhin auf dem absteigenden Ast. Wir warten ab, das Einstiegsniveau liegt für uns bis auf weiteres bei 68 Franken.

Julius Bär bietet ein bemerkenswertes Produkt auf den «EuroStoxx Dividend Futures» an. Im Unterschied zum entsprechenden EFG-Zertifikat verfügt das Bären-Produkt (Valor: 10249969) über eine um zwei Jahre verlängerte Laufzeit. Die aktuelle Konjunktur und die sehr tiefen Zinsen im kurzfristigen Bereich sind optimale Voraussetzungen, dass der «Börsen-Eurostar» nicht in Ärmelkanal stecken bleibt und mit voller Kraft das Jahr 2010 in Angriff nimmt.

Schaut man sich die Entwicklungen des letzten Monaten im hochverzinslichen Bereich minderer Qualität an, dann fällt einem eigentlich nur noch ein Begriff von Jean Ziegler ein: «Kasinokapitalismus». In diesem Segment konnte innert Jahresfrist eine Rendite von 56% erzielt werden. Mit Firmen, welche dem Totenbett geweiht sind, also nahe der Insolvenz, konnten Renditen von 100% generiert werden.

Spannend wird die Ausgangslage im Flugverkehr im kommenden Sommer, wenn die Platzhirsche unter den Billigfliegern mit zusätzlichen Airbussen aus der Schweiz heraus operieren. Speziell Easy Jet zeigt sich als «Nimmer- satt»: Obwohl schon in Dezember dieses Jahres ein Airbus in Genf stationiert wurde, kommt im Juni 2010 ein weiterer hinzu. Mit dem fünften Airbus in Basel, der im Mai ins Rennen geschickt wird, ist die Schweizer Easy-Jet-Flotte auf 15 Maschinen angewachsen. Auch Air Berlin wird mit einem zweiten Airbus von Basel aus für sinkende Preise und mehr Konkurrenz sorgen. Sprengkraft haben die
Pläne des osteuropäischen Easy Jet,
«WizzAir»: Auf deren Website sucht sie Personal für den Standort Genf, zwar noch nicht im fliegerischen Bereich, aber auf der kommerziellen und Planungsebene. Zur Einstimmung für unsere Leser: Ein Flug einfach von Dortmund nach Breslau kostet bei dieser Airline 7.49 Euro – inkl. Gebühren.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!

Artboard 1