Diese Aktie tickt richtig

Illustration: Marco Ratschiller

Illustration: Marco Ratschiller

Der Hightech-Zulieferer Dialog Semiconductors profitiert von Gerüchten um die Apple-Uhr. Durchhalten bei Inficon lohnt sich. – Sika ist und bleibt eine tolle Firma. – Angsthasenstrategie mit hohem Gewinnpotenzial bei Insys Therapeutics.

> Gut im Strumpf ist der Apple-Zulieferer Dialog Semiconductors in Baden-Württemberg: +154,12% innerhalb Jahresfrist, und ein Ende ist nicht in Sicht. Nun tauchen neue Hoffnungen auf, dass man auch als Zulieferer der Apple Watch zum Zug kommt. Trotz aller Euphorie bitte ich Sie um ein gesundes Augenmass. Die hier schon öfters propagierte Angsthasenstrategie sollte als gut gemeinter Tipp zur Anwendung kommen: Mit einem gedeckten Call auf den Monat Mai (2015) mit Ausübungspreis 43 Euro sollte im maximalen Fall eine Rendite von 6% herausspringen, was auf die kurze Laufzeit von 60 Tagen ein starkes Resultat darstellt.

> Sorry, wenn ich auf meinen alten Steckenpferden herumreite, aber wie heisst es so schön in der Fussballersprache? «Never change a winning team.» Gerade die Wertpapiere von Austriamicrosystems entsprechen voll und ganz dieser Vorgabe: +101,39% innerhalb von zwölf Monaten. Jetzt heisst es festschnallen: Der US-Fondsgigant Blackrock hat nochmals zusätzliche Position in guten Mengen aufgebaut. (Halten)

> Der Durchhaltewillen in Sachen Inficon hat sich gelohnt: +13,63% seit dem 1. 1. 2015. Obwohl das Management des Bad Ragazer Unternehmens einen verhaltenen Ausblick fürs Jahr 2015 gab, dürfen Sie sich nicht abschütteln lassen: Mit einer Verzinsung von 21,8% auf das eingesetzte Eigenkapital herrschen hier nahezu paradiesische Verhältnisse. Und mit einer Gesamtperformance von +108% in den letzten drei Jahren ist der Anleger mehr als bestens aufgehoben. (Halten)

> Der Kampf hinsichtlich Sika hat sich für meine Leserschaft gelohnt: +19,48% seit dem 1. 1. 2015, und am 16. April 2015 erfolgt das nächste Beruhigungsmittel in Form einer netten Dividendenausschüttung. Seien wir uns bewusst, der Bauchemiekonzern Sika ist mehr denn je eine tolle Firma. (Halten)

> Nochmals voll motiviert bin ich in Sachen Insys Therapeutics (INSY US). Nach einer Rendite von 22% innerhalb Monatsfrist sollte nochmals der Ritt auf der heissen Kanonenkugel in Betracht gezogen werden. Im Hinblick auf das Quartalsergebnis vom 13. Mai 2015 verfolgen wir auch hier die Angsthasenstrategie: Kauf der Aktie und gleichzeitiger Call-Verkauf des 55er-Call auf den Termin Mai 2015. Maximalrendite 8,9% auf 60 Investitionstage. (Angsthasenstrategie mit hohem Gewinnpotenzial)

> Ich traute meinen Augen nicht, als ich am 12. März 2015 den NZZ-Wirtschaftsteil las und unter dem Titel «Eine verschmähte Braut blüht auf» folgendes vorfand: Im Rahmen einer Fallstudie wurde der italienische Börsenhengst Cosmo Pharmaceuticals näher beleuchtet, der in meiner Kolumne schon öfter ein Thema war. Die Lobeshymnen von der Falkenstrasse sind eine Ehre. Mit +76,39% innerhalb eines Jahres ist das Plansoll mehr als erfüllt. (Verkaufen)

> Und aus der Abteilung Besserwisser gibt es die neusten Erfolgsmeldungen: Am 6. März 2015 wurden 553 000 Bezugseinheiten auf die Credit Suisse mit Ausübungspreis 24 Franken auf den Verfall vom 20. März 2015 gekauft. Doch schon am 27. Februar 2015 wurden von der gleichen Option, die damals null inneren Wert besessen hatte, die hübsche Summe von 507 700 Einheiten gekauft.

Wie Sie wohl erahnen, wurden in den zwei Wochen bis zur Bekanntgabe des Wechsels an der CS-Spitze mehr als 1,2 Millionen Bezugseinheiten nur von dieser einzigen Option allein gekauft. Es versteht sich von selbst, dass an keinem Tag der Schlusskurs der Credit Suisse über den Ausübungspreis von 24 Franken lag. Es wurde also auf Hoffnung gekauft.

Und um die Professionalität der Besserwisser noch klarer zu demonstrieren: Auf den April-Termin mit Ausübungspreis 24 Franken war das gehandelte Volumen weniger als einen Zehntel so gross. Der Grund liegt darin, dass dank des möglichen Vorwissens über den Wechsel an der Credit-Suisse-Spitze mit kurzlaufenden Optionen ein massiv höherer prozentualer Gewinn möglich ist. Der König der Besserwisser verdiente innerhalb von zwei Handelstagen fast 700% auf eine Position, die unter normalen Umständen wohl zu einem Totalverlust geführt hätte, wenn der Kurs unter 24 Franken geblieben wäre – wie zum Zeitpunkt des Kaufs.

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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