Milch macht jedes Anlegerherz munter. – Ascom läuft zur Topform auf. – Champagnerlaune bei der Tamedia.
VON BORIS FELDMANN

Zuerst kaufen die Asiaten teure Luxusuhren des Swatch-Konzerns, nun haben sie erstmals doppelten Genuss: Fonds aus dem Fernen Osten sind in letzter Zeit auf den Bieler Börsenexpress aufgesprungen. Der Uhrenkonzern ist einer meiner Kursfavoriten für 2011, obwohl die Aktien nicht mehr preisgünstig sind (Kauf).

Voll eingeschlagen hat die letztwöchige Empfehlung des innerschweizerischen Milchproduzenten Emmi mit einem Zuwachs von 5,57%. Nachgezogen hat kurz danach die UBS mit einem aggressiven Kursziel von 240 Franken (aktuell: 197 Franken.) Damit besteht die ehrgeizige Crew um Urs Riedener wahrlich nicht aus «Milchbubis» (halten).

Hände weg von Bankaktien – die nächste Weihnachtsüberraschung kommt aus Ungarn: Immer mehr Häuserbesitzer leiden unter dem starken Schweizer Franken, der in diesem Jahr 17% zugewann. Auch in Austria werden schon die ersten Rückstellungen für Schweizer-Franken-Hypothekenkredite gemacht. Die Ausfallrate von Hypothekenbesitzern wird in den kommenden 12 Monaten stark ansteigen.

Zu einem personellen Kahlschlag hat das neue UBS-Geschäftsleitungsmitglied Sergio Ermotti angesetzt. Der VR-Präsident der Tessiner Darwin Airlines setzt frei nach dem Motto «Survival of the fittest» des englischen Evolutionstheoretikers Charles Darwin rund 40% des Personals der kürzlich übernommenen Genfer Boutique-Fluggesellschaft Baboo an die frische Luft. Mit dem Kauf der Genfer Airline wird der neue Verbund Darwin/Baboo eine Flotte von acht Flugzeugen haben.

Der deutsche Medienmanager Martin Kall in Diensten der Tamedia sorgt für Hochstimmung bei den Aktionären des Zürcher Verlagshauses. Ausländische Anleger sind nun in Massen bei der fundamental unterbewerteten Medienaktie eingestiegen und sorgen für neue Höchstkurse. Mit einer Jahresrendite von 61,50% können schon Anfang Dezember an der Werdstrasse die Champagnerflaschen kaltgestellt werden (wiederholter Kauf; neues Kursziel: 128 Franken.)

Auf der Überholspur befindet sich das kleinkapitalisierte Genfer Unternehmen Advanced Digital, das mit einem Kurssprung von 5,23% über mein Kursziel hinausgeschossen und damit frei zum Verkauf ist (erstmaliger Kauf).

Nach einer kurzen Tauchfahrt befindet sich African Barrick Gold schon über meinem Empfehlungskurs. Nun zählt sich auch eine sehr grosse US-Investmentbank zu den Fans der massiv unterbewerten Aktie im Branchenvergleich (wiederholter Kauf; Kursziel 7.50 Pfund).

Zufrieden kann man mit meiner anfänglich belächelten Empfehlung Ascom sein: Eine Monatsrendite von +9,16% für die Berner Firma ist Spitze (halten; Kursziel: 15 Franken).

Der Millionärsfonds Golden Peaks mit Adriano Agosti an der Spitze ist Richtung «all time high»: Speziell Valora sorgt mit einem Monatsgewinn von 9,88% für eine dicke Performance. Noch brutaler ist die Jahresrendite bei seinem zweitgrössten Engagement Volex: +277,97% (nur für Millionäre: wiederholter Kauf).

Stichprobenhaft habe ich die «Bilanz» mit den «300 Reichsten» unter die Lupe genommen – und habe mit grossem Erstaunen die Ölhandelsgiganten der Mercuria nicht gefunden. Schon 2007 besuchte der Bundesrat unter der Ägide von Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey anlässlich ihres zweitägigen Schulreislis den Tradingfloor in Genf. Marco Dunand und Daniel Jaeggi werden wohl in der Ausgabe der «302 Reichsten der Schweiz» anno 2011 Platz finden. Den Wundernasen empfehle ich, einen Blick auf die Website www.mercuria.com zu verwerfen.

Knapp unter meinem ambitiösen Kursziel von 50 Franken befinden sich die Valoren von Gategourmet. Die Ausrichtung gefällt und gibt Hoffnung auf neuerliche Höhenflüge weit über die 50-Franken-Marke (halten; neues Kursziel: 55 Franken).

Pech für Leser, die auf Valiant gesetzt haben. Die Aktie ist in den Händen von ausländischen Zockern. Dank meines neuen quantitativen Modells konnte ich feststellen, dass ab und zu ein Dreifaches des Volumens von Aktien ausserhalb der offiziellen Schweizer Börsen gehandelt wird. Damit ist der Kleinanleger ohne Chance (Hände weg. Die Zocker haben das Ruder übernommen; wiederholter Verkauf).


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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. «Der Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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