Vergessen Sie den Betonmischer Holcim: Mit voller Kraft laufen die Vorbereitungsarbeiten für ein grosses Kostensenkungsprogramm an. Hintergrund sind die momentan schlechten Zukunftsaussichten der indischen Tochtergesellschaft. (Verkaufen)

> Trotz Syrien-Krise: +7,6% innert Wochenfrist für den norwegischen Tiefseebohrer Seadrill. Das ausgezeichnete Quartalsergebnis hat meine kühnsten Modellerwartungen übertroffen. Für das kommende Jahr gehe ich von einem Gewinnwachstum von +28,3% aus. Hervorzuheben ist die aktionärsfreundliche Dividendenpolitik: 50% des Gesamtgewinnes werden an die Wertpapierbesitzer ausgeschüttet. (Halten)

> Die Hypotheken werden teurer: Wie an dieser Stelle vor einem Monat vorhergesagt, wird die 3-Prozent-Marke für 10-jährige Festhypotheken bald überschritten. Jetzt ist es höchste Eisenbahn, noch langfristige Hypotheken abzuschliessen. Ein bedeutender Marktplayer im Hypothekarmarkt geht nun von einem Zinssatz von 3,5% im Sommer 2014 aus, wie er mir in einem Gespräch berichtet hat. Die Auswirkungen sind klar: Erstmals seit Menschengedenken werden in Zürich Neubauwohnungen mit einem Abschlag von bis zu 6% zum offiziellen Verkaufspreis angeboten. Anhand dieser Zahlen möchte die Nationalbank unter Federführung des smarten Thomas Jordan den antizyklischen Kapitalpuffer auf den 1. 1. 2014 um geschätzte 0,25% erhöhen. Macht alles viel Sinn – speziell, wenn Banken ohne weitere Konsequenzen 14% Hypotheken vergaben, die nicht den internen Richtlinien entsprechen.

> Malagnou und Florrisant waren meine Wohnquartiere, als ich in Genf in der Funktion eines mehrfachen Verwaltungsrats und Geschäftsleitungsmitglieds einer Bank tätig war. Heute sind diese Gegenden das erschütternde Paradebeispiel dafür, dass der Wohnpreis-Tsunami schon voll im Gang ist: –25,2% Preissturz seit dem Höchststand vor knapp 2 Jahren. Noch Fragen?

> Licht und Schatten beim Goldhändchen Rainer Marc Frey: Jetzt ist die Aktie des Warenvermittlers DKSH unter die wichtige Marke von 70 Franken gefallen, und das Ende ist noch nicht in Sicht. Momentan möchten das Management und die Gründungsaktionäre Kasse machen. Als erstes mögliches Auffangbecken hat sich der amerikanische Fondsgigant Blackrock profiliert: Für knapp 110 Millionen Franken wurden in Windeseile Aktien aufgekauft. Der neue Blackrock-Vize Philipp Hildebrand und Rainer Marc Frey können als gute Bekannte bezeichnet werden. Vielleicht landet ein Grossteil der 4 Millionen zum Verkauf stehenden Aktien schlussendlich bei Blackrock. Ende September wissen wir mehr. (Abwarten) Dafür waren die Quartalszahlen bei Siegfried mehr als hervorragend. Den kurzfristigen Rückgang können wir locker verkraften, speziell diejenigen unter uns, die bei rund 20 Franken tief eingestiegen sind. (Halten)

> 5.4% – ich kann meine Leser beruhigen, welche die Verkaufsempfehlung in Sachen Nobel Biocare angezweifelt haben. Der Dentalhersteller muss nun nach dem Höhenflug wieder kleinere Brötchen backen. Hier können Sie ungeniert zuwarten, die Aktie ist fundamental überteuert. (Verkaufen)

> Offen gesagt: Bei Galenica bin ich kurzfristig über den Kursverlauf enttäuscht, aber die strategische Ausrichtung der Firma überzeugt auf der ganzen Linie. Der Berner Pharmagrossist hat paar ganz heisse Eisen im Feuer. Für mich eine Bewertungsperle auf mittelfristige Frist. (Halten)

> Inficon, die Bad Ragazer Performancetherme, ist zu einer lauwarmen Angelegenheit verkommen: Die Grossaktionäre erfreuen sich der hohen Dividendenrendite und setzen Winterspeck an, um das flaue 3. Quartal 2013 gut zu überstehen. Hier können Sie Ihre restlichen Papiere ohne mit der Wimper zu zucken abstossen. (Teilverkauf)

> Momentan raucht Magdalena Blocher-Martullo die Friedenspfeife mit den Banken. Speziell eine europäische Grossbank (über 150 000 Angestellte) hat schwer einzahlen müssen: Die hochrentable Ems Chemie ist an der Börse zu schnell angestiegen: +60,8% innert der letzten zwölf Monate, das macht dann, richtig weh. Die Zertifikate mit Ems-Papieren sind im Wert regelrecht explodiert. (Halten)

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Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an:
geld@schweizamsonntag.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.

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