Die Börsenuhr der Swatch- Gruppe tickt immer schneller: Hongkong vermeldet steigende Umsatzzahlen im Luxusuhrensegment in der Preisklasse über 5000 Franken. Die ausgesprochen hohe Nettomarge rechtfertigt, den fundamental teuren Titel weiterhin zu halten. (Starke Abhängigkeit von Asien, erstmals über 50% des Konzernumsatzes – Kurspotenzial: +12%).

Der «Börsen-Sputnik» OC Oerlikon geht ab wie eine Sojus-Rakete in ihren besten Zeiten: +13,35%. Damit hat die Aktie mein Kursziel von Fr. 7.75 locker erreicht. Trotz einem Zugewinn von fast 60% seit Jahresbeginn geben die immer zahlreicher werdenden Oerlikon-Fans nicht auf: Nun wird die Schallmauer von 10 Franken anvisiert. Seit der Abkoppelung des schwächelnden Solargeschäftes vom «Mutterschiff» setze ich nun das Kursziel auf 9 Franken hinauf: Studien eines Big Players setzen das Target sogar bei 10 Franken an. (Neues Kursziel: Fr.9.– anstelle Fr.7.75 – danach ist der Titel fundamental überteuert.)

Fast sensationell sind die Jahreszahlen 2011 der Bad Ragazer Inficon, die wir hier schon mehrmals erwähnt haben: Jahresgewinn +62%. Begeistert bin ich von einem Nebenaspekt: Dividendenrendite von 7,2%. Obwohl der Ausblick 2012 des Messetechnikunternehmens eher gedämpft daherkommt, sollte man trotz allem im Stile der ehemaligen Berner Spitzenleichtathletin Anita Weyermann «dranneblibe». (Der Anleger befindet sich im Dividenden-Schlaraffenland, Kurspotenzial begrenzt auf +10% – hervorragendes Management.)

Der Aktionär ist König: Der weltweite Transportgigant Kühne+Nagel aus dem beschaulichen Schindellegi SZ erhöht signifikant seine Dividendenauszahlung. Klaus Michael Kühne, der grösste Aktionär mit geschätztem Privatvermögen von 9 Milliarden Franken, wird dem FC Basel wohl ein kleines Präsent in Form eines Transfererlöses für sein Kronjuwel Granit Xhaka überreichen. Als Grosssponsor des Bundesligisten Hamburger SV wird er zum Grossteil der über 10 Millionen Franken (Aktuelle Schätzungen: 12,8 Millionen Franken) hohen Ablösesumme beitragen. (Für den langfristigen Anleger, der eine Gesamtrendite von 10% pro Jahr anstrebt – must buy.)

In der Abteilung Dividenden-Schlaraffenland ist im Hause Zürich-Versicherung alles zum Besten bestellt: Der Kurs hat sich auf knapp über 230 Franken eingependelt und frohen Mutes war-
tet man auf den Dividendenjackpot zum Frühjahresbeginn. Internationale Grossinvestoren erhöhen ihre Rendite durch das Verkaufen von gedeckten Calls und erhöhen damit die Gesamtrendite auf Jahresbasis um 5,2% im Schnitt. (Die Dividende ist Trumpf – für den langfristigen orientierten Anleger, der gut versichert eine Gesamtrendite von 11% pro Jahr abholen möchte – must buy.)

Sorry, Logitech, ich liebe eure Produkte, aber die Margen krachen zusammen und die taiwanesische Konkurrenz rückt euch auf dem Leib. (Ich bin seit über einem Jahr negativ auf den Titel eingestellt, warten Sie ab: erst bei Fr. 6.– ein Kauf.)

Noch kämpft der Saatguthersteller Syngenta mit der ominösen Kursbarriere von 300 Franken, wird diese nachhaltig durchbrochen, ist der Weg nach oben Richtung 320 Franken frei, wie die Chart-Analysten sagen würden. (Abwarten – innovativer Taktgeber mit steigender Umsatzentwicklung –, spannend insbesondere für den kurzfristig orientierten Anleger.)

In ausgezeichneter Form befindet sich die stark im Luxusmarkensegment auftretende Richemont-Gruppe: Vor weniger als 10 Jahren konnte man den Titel zu sage und schreibe 8 Franken erwerben, heute kostet die Aktie bereits über 56 Franken. Gerade jetzt, wo erstmals seit langem die wirtschaftlichen Kennzahlen in Amerika nach oben tendieren, könnte dies dem Wertpapier noch zusätzliche Schubkraft verleihen. (Ein Titel mit Zugkraft, der einzige Nachteil ist: stark abhängig von der Weltkonjunktur, ausgezeichnete Positionierung im Luxussegment – geeignet für mittelfristigen Anleger, welcher auch bei einer Kursdelle nicht gleich nervös wird.)

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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