Nicht ganz 16, aber doch eine sehr schöne Börsenbraut: Fr. 15.85 lautet der aktuelle Börsenwert der UBS und wie eine ausser Band geratene Dampfwalze ebnet sich die grösste Schweizer Bank den Weg an die Spitze. Mit einem Plus von 38,4% über ein Jahr liegt der Zugewinn um einiges höher als beim ewigen Branchenkonkurrenten Credit Suisse mit 15,9%. Gut informierten Quellen zufolge hat das UBS-Top-Management die Parole eines Jahresendschlusskurses 2013 von 20 Franken herausgegeben. Hintergrund dieses nicht bestätigten Gerüchtes: Bei einem Endstand von 20 Franken wird für das Topmanagement das monetäre Füllhorn ausgeleert. Mein einstiges Frühjahreskursziel von 16 Franken ist damit in Reichweite gerückt. «Very strong buy», heisst das – Axel Weber und Sergio Ermotti züchten einen regelrechten Performancehengst heran. Wichtig in diesem Zusammenhang: Die einst abstrusen Gehaltspakete im Investmentbanking gehören der Vergangenheit an. Falls es zu Dementis kommt: «Time will tell».

> Aus der Börsengeiselhaft befreit: Die österreichische Wunderaktie AMS startet auch 2013 durch. Ein infernales Trio mit den Privatbankgiganten UBS, HSBC und Goldman Sachs ist kräftig am Zukaufen: Der Heisshunger der Titanen ist noch nicht gestillt, mein neues Kursziel von 128 Franken sollte für ein kurzfristiges Game reichen. Zur Erinnerung an die Leserschaft: +226,42% über ein Jahr und die erste Kaufempfehlung war weit unter 50 Franken. Noch Fragen?

> Zur Olma-Rennmaus entwickelt sich die Helvetia-Versicherung: Die in St. Gallen ansässige Versicherung nagt sich den Weg nach oben. Der nächste «pit stop» liegt bei 382 Franken. Von meinem Modell her beträgt die «fair value» 412 Franken. (Halten)

> Die Oerlikoner Börsenfestspiele sind nicht zu Ende: Die OC-Oerlikon-Aktie liegt bei Fr. 11.10 und mein aggressives Kursziel von Fr. 11.50 ist eine Frage von einer Woche. Hier sollte nochmals kurzfristig zugelangt werden, Optionen- Händler schwitzen Blut, und das kostet normalerweise regelrecht Geld. Solange der charmante Firmenchef Dr. Michael Buscher keine überteuerte Akquisition durchführt, kommt alles gut. (Halten)

> Der Braten gefällt mir bei Nobel Biocare nicht so: +4,68% innert Wochenfrist reichen aus. Ich bin mir doch nicht so sicher, ob das nächste Quartalsergebnis so bäumig ausfällt. (Verkaufen)

> Gigi Oeri lässt die Puppen tanzen, doch auch an der Börse gehts rund: Pharmariese Roche nimmt die 200-Franken-Marke ins Visier. Seien Sie mir nicht böse liebe Novartis, Nr. 1 bleibt die Roche, hier ist eine regelrechte Gewinndynamik entstanden. (Halten)

> Die Zürich-Versicherung läuft und läuft und läuft: Der Zürcher Dividendenmagnet zieht Gelder aus ganz Europa an. 6,71% Dividendenrendite in harten Schwiizer Fränkli. Firmenchef Martin Senn setzt nur noch auf organisches Wachstum und damit gehört die wilde Expansion der Vergangenheit an, und das ist gut so. (Halten)

> DKSH = Rainer Marc Frey: Start im Frühling 2012 bei knapp unter 52 Franken, heute, Januar 2013, bei über 70 Franken. Ich möchte nicht in der Haut der UBS-Investmentbanking-Händler stecken, wenn ich den Sturmlauf des Warendistributors DKSH am Bildschirm verfolge. Der Wert der Optionsscheine, die auf steigende Kurse setzen, ist regelrecht explodiert. Nun muss der Händler ständig nachkaufen, um sein Exposure abzudecken. Dieser Saugnapfeffekt tut weh und die wagemutigen Kunden werden regelrecht steinreich. Zum Zeitpunkt der Börsenlancierung hat die UBS-Investmentbank ein Inserat in der NZZ geschaltet mit allen möglichen spekulativen Varianten, um auf die DKSH zu setzen. Interessanter Punkt, welcher in keinem Zusammenhang steht: Rainer Marc Frey ist UBS-Verwaltungsrat. Interessanter Punkt: Laut «Finanz und Wirtschaft» vom 5. Mai 2010 hat der ehemalige Chef der Bankiervereinigung, Pierre Mirabaud, ein Aktienpaket von Caroline Müller-Möhl erworben und laut damaligem Stand war von Börsenplänen keine Rede. Neun Monate danach kam das heisse Börsenbaby an die SWX und strampelte sich seitdem hoch. (Strong buy)

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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