Noch schneller als angenommen ist die Kursgrenze von 300 Franken beim Basler Saatguthersteller Syngenta durchbrochen worden und das vor zwei Wochen angesetzte sportliche Kursziel von 320 Franken (aktuell Fr. 306.80) in Reichweite gerückt. Der Gigant vom Rheinknie überzeugt durch einen konsequenten Forschungsansatz, der die Spitzenposition im weltweiten Kräftemessen gegen den US-Giganten Mosaic fast schon garantiert (geeignet für den Langfristanleger, Zielrendite: 8,2% pro Jahr mit Dividendenausschüttung).

Bestens getimt war die Empfehlung, die Gewinne bei der kleinkapitalisierten Bellevue-Gruppe einzukassieren: –19,32% innert Wochenfrist. Ein Kauf drängt sich erst wieder bei unter 13 Franken (aktuell Fr. 14.40) auf, wenn man die starke Dividendenrendite/Ausschüttung einkassieren möchte. Anstelle des omnipräsenten Ex CEO Martin Bisang ist nun die Fondsmanagerin Brigitte Olsen von Bellevue Asset Management zum neuen Aushängeschild mutiert: Der Bellevue Entrepreneur Europe (LU0415391860) sorgt für regelmässige Spitzenplatzierungen. Hervorragendes Stockpicking. Einziger Wermutstropfen: nur 59 Millionen Euro Anlagekapital (Kauf, langjähriger «Sonntag»- Favorit).

Nicht erst seit dieser Woche herrscht Sonnenfinsternis beim Berner Oberländer Solarkönig Meyer Burger. Trotz eines Absturzes von nahezu 63% über die letzten zwölf Monate ist dieser Titel kein Schnäppchen und kein allfälliger Übernahmekandidat. Wenn ich die Bewertung von chinesischen Solarwerten als Massstab nehme, müsste die Aktie noch tiefer fallen. Der Vorzeigeunternehmer Peter Pauli wird nicht umhin kommen, noch weiteres Personal abzubauen, bis wieder Sonnenschein bei den Aktionären herrscht (abwarten bis zum 3. Quartal 2012).

Weiterhin auf Sinkflug eingestellt ist der Börsen-Autopilot bei Kudelski: –4,9% innert Wochenfrist. Der Börsen-Turnaround lässt auf sich warten und bei einem Kursstand von 6 Franken werden wohl die ersten Schnäppchenjäger zuschlagen (weiterhin abwarten; technologische Topprodukte, aber starkes Konkurrenzumfeld).

Jetzt ist klar, weshalb kurz vor dem Jahresergebnis die Aktien des Transportgiganten Panalpina gezielt abgestossen wurden. Die sportliche Bewertung des hervorragend geführten Basler Konzerns lässt sich auf längere Beobachtungsperiode nicht rechtfertigen. Denn die lahmende Weltkonjunktur macht einen dicken Strich durch die Erfolgsrechnung. Und aufgrund der Konkurrenzsituation sind die Betriebsmargen stark unter Druck (Kauf erst unter 86 Franken).

Bei den strukturierten Produkten ist nichts mehr zu machen. Die Volatilität des Swiss Market Index feiert jede Woche neue Tiefststände. Damit können die notwendigen Optionsprämien nicht einkassiert werden, welche die flotten Coupons der Vergangenheit ermöglichten. Mein Ratschlag: Behalten Sie die bestehenden Produkte und freuen sich über die tolle Ausschüttung. Die aktuellen Produkte mit Barrieren zwischen 65% und 70% erhöhen das Einschlagrisiko signifikant – mit Coupons um die 10% wird das entsprechende Risiko nicht honoriert.

Knapp unter der Marke von 241 Franken hat sich die Zürich-Versicherung regelrecht einbetoniert. Alles wartet nur noch auf die Dividendenfestspiele im April. Der Kursverlauf des Versicherungsgiganten vom Mythenquai birgt so viel Überraschungspotenzial wie eine Schifffahrt auf dem Zürichsee, nämlich gar keines. Die Führungsmannschaft unter Martin Senn steht für Qualitätsarbeit, und eine unüberlegte kostspielige Akquisition steht nicht auf dem Menüplan – ausser die Swiss Life würde sich feilbieten (abwarten. Die Dividende wird alle glücklich machen).

Die Von-Roll-Aktie geht wieder Richtung Kaufkurs von Fr. 2.50 (aktuell Fr. 2.78). Leider geht es länger als ursprünglich angedacht, den unternehmerischen Turnaround zu schaffen. Die Produktpalette bietet zwar Zukunftspotenzial, doch nun müssen die entscheidenden Wegmarken gesetzt werden (abwarten. Bei Fr. 2.50 können Sie ungeniert zugreifen).

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.



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