Der Schraubenproduzent Bossard dreht wieder. – Solarproduzent Meyer Burger glänzt. – Neues Tief bei Hypo-Sätzen.
VON BORIS FELDMANN

Die National-Versicherung spielt auf dem Börsenparkett zurzeit so souverän wie Roger Federer, der für das Unternehmen wirbt, auf dem Tennis Court. Der Bewertungsabschlag von 22% gegenüber der Konkurrenz wird im Sauseschritt aufgeholt. Die National-Aktie hat noch 10% Platz nach oben, bevor sich ein Verkauf aufdrängt (halten).

Eine Anlageperle, die immer mehr glänzt, ist FCB-Superstar Xherdan Shaqiri. Die Ablösesumme ist inzwischen auf 11,2 Millionen Franken gestiegen, wie sehr gut informierte Kreise wissen. Oberhalb dieser Summe würde wohl auch die smarte Gigi Oeri nicht mehr abgeneigt sein, ihr Kronjuwel in die deutsche Bundesliga ziehen zu lassen.

Aufgepasst bei Schaffner, dem kleinkapitalisierten Elektrokomponenten-Hersteller aus dem beschaulichen Luterbach SO: Ein weltweiter Fondsgigant hat seinen Anteil auf über 5% aufgebaut. Bei einer Marktkapitalisierung von schlappen 205 Millionen Franken ist dies mehr als verdächtig. Trotz einem Kursplus von 90% über die letzten zwölf Monate ist die Börsenparty nicht vorüber – im Hintergrund lauert eine Schweizer Privatbank, die inzwischen fast 10% Anteile am Aktienkapital über seine Investmentfonds hält (halten).

Der Zuger Schraubenproduzent Bossard Holding ist wieder in meinen Anlagefokus gerückt: Das Kurs-Gewinnverhältnis ist auf abgrundtiefe 8.84 gefallen. Nun gilt es, wieder aktiv Positionen zu beziehen. Mit einer Jahresrendite von 37% ist die Aufwärtsbewegung noch nicht zu Ende. Insbesondere einem amerikanischen Branchenkonkurrenten wird gegenwärtig nachgesagt, dass er das Unternehmen genauer unter die Lupe nimmt (strong buy).

Völlig durchgestartet ist diese Woche der Thuner Solarproduzent Meyer Burger nach den Top-Ergebniszahlen. Speziell die englische Barclays Bank und der weltweite Bankengigant HSBC kaufen grössere Aktienpakete für ihre Kundschaft ein. Nach dem Börsensprung von 30% im Jahr 2011 ist nun ein Marschhalt angesagt (halten).

Der Kurstaucher der Swiss Life letzte Woche wurde von den ausländischen Anlegern gnadenlos ausgenützt, um zu Tiefstkursen unter 150 Franken die Bewertungsperle im Schweizer Assekuranz-Sektor zu posten. Mit gedeckten Call-Verkäufen wurde der Einkauf nochmals substanziell reduziert (halten, Kurs von 172 Franken wird kommen).

Superbillig fliegen – die Austrian Airlines (www.austrian.com) bieten unter der Rubrik «Red Ticket» Flüge in den ehemaligen Ostblock zu absoluten Tiefstpreisen an: Belgrad für 212 Franken ab dem 30. April 2011. Die Taxen und Gebühren im Ticketpreis sind dreimal so hoch wie der eigentliche Flug. Mein Geheimtyp: St.Petersburg für 321 Franken (must book Austrian).

Der Preiskampf in der Hypothekenfinanzierung hat ein neues Tief erreicht. Neuerdings werden Liborfinanzierungen zu einem Aufschlag von 0,60% und günstiger angeboten. Damit ist das laute Ausrufezeichen von Nationalbankchef Philipp Hildebrand immer verständlicher, der vor den Gefahren des ruinösen Preiskampfes im Hypothekenmarkt warnt. Die offiziell propagierten Margen von 1% sind reine Makulatur, seit solche Angebote auftauchen (must believe in Hildebrand).

Der Bodenleger Forbo aus dem Kanton Tessin ist nicht mehr zu halten: +14% seit dem 1. Januar 2011. Und die Aktie ist weiterhin fundamental unterbewertet. Jetzt ist die neuralgische Marke von 700 Franken in Reichweite gerückt, bevor es zum nächsten wichtigen Börsenhalt kommt.

Weiterhin abwarten ist bei den Sonova-Aktien angesagt. Der charismatische Andy Rihs hat mit seinem Temperament und Enthusiasmus zum Höhenflug des Hörgeräteherstellers beigetragen, welcher nun in der Öffentlichkeit ein neues Profil suchen muss. Spannend wird es werden, wenn sich die neuen Minderheitsaktionäre unverhofft outen müssen, wenn sie die 3%-Meldeschwelle erreichen. Die Aktie ist trotz des Kurstauchers in den letzten Tagen fundamental weiterhin überteuert (abwarten).


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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.



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