> Der mediale Dampfhammer war dem Chefprofessor der SNB, Thomas Jordan, gewiss, als er zur Offensive auf dem US-Aktienmarkt blies. Bis jetzt wurde der Nationalbankchef belohnt für seinen Mut: Das US-Portfolio wird laut meinen Schätzungen bis Ende Jahr einen Gewinn von mehr als 7,62 Milliarden Franken abwerfen. Wie meine topinformierten Quellen zu berichten wissen, plant das amerikanische Pendant zu Thomas Jordan, Janet Yellen, ab November 2016 mit dem Staubsauger Wertpapiere am heimischen Markt zu erstehen. Bislang waren Notenbanken per Definition hauptsächlich am Devisen- und Anleihenmarkt tätig. Mit dem Engagement am Aktienmarkt eröffnet sich ein neues Betätigungsfeld für geldpolitische Massnahmen. (Thomas Jordan – weltweiter Vorreiter)

> Der Vakuumpumpen-Hersteller VAT Group (Börsensymbol: VATN SW) sorgt für Champagnerstimmung bei den Anlegern. Und die Börsenparty ist noch lange nicht zu Ende. Für grenzenlose Begeisterung sorgt das UBS-Hebelprodukt (VATUBU), das seit der Emission am 20. Juli 2016 um satte 240% zugelegt hat. Solange die beiden Schweizer Grossinvestoren Capvis und Partners Group nicht zusätzliche Anteile auf den Markt werfen, kann der Kurs nur noch nach oben gehen. Für mich immer unverständlicher ist hingegen, dass ein Privatbanking-Gigant in einer kürzlich erfolgten Studie nicht vollumfänglich vom Weltmarktchampion begeistert ist. Nehmen Sie es locker: Momentan läuft das Papier unter dem Motto «the sky is the limit». Traurig stimmt eigentlich nur, dass schon am 16. Dezember 2016 Laufzeitende beim UBS-Hebelprodukt ist, denn bei diesen Aussichten ist permanenter Hochgenuss angesagt. (Spekulativer strong buy)

> Einen weiteren klaren Beweis trete ich gerne für Sie an, dass gerade bei mittelkapitalisierten Werten am Schweizer Aktienmarkt momentan das grosse Geld gemacht wird. Darf ich vorstellen: SaraSelect P CHF (Valor: 123406), +32,25% innerhalb eines Jahres. Unter den zehn grössten Positionen des 492-Millionen-Franken-Produktes befinden sich alte Bekannte dieser Kolumne: Bossard (7,2% Anteil am Fondsvermögen), Bell AG (6,5%), Also Holding (6,4%) Bachem (5,2%) und Bobst (5,1%). Aus der Gewichtung ersehen Sie, dass Wetten eingegangen werden, die klar vom Index abweichen. Der Benchmark, der im gleichen Zeitraum nur einen Zuwachs von 14,50% erzielte, konnte dabei massiv übertroffen werden. Diese High-Conviction-Strategie zeichnet sich durch ein vertieftes Research aus, das klar aufzeigt, dass dieser Aufwand mit einer äusserst starken Performance belohnt wird. (Strong buy für Geniesser von Schweizer Nebenwerten)

> Bei der Partners Group (Börsensymbol: PGHN SW) werden die Platzkarten rarer. Nachdem Morgan Stanley als Erste ins Rennen gestiegen ist, folgte JP Morgan Chase. Doch jetzt kommt die asiatische HSBC-Gruppe neu ins Spiel. Mit einer Marktkapitalisierung von 115 Milliarden Pfund hat nun ein Spieler Lunte gerochen, der den Titel im Nu um rund 5% nach oben treiben kann. Obwohl die Partners Group innerhalb eines Jahres um mehr als 50% zugelegt hat, gilt es die letzten frei verfügbaren Aktien unter 500 Franken zu erstehen. (Wiederholter strong buy)

> Am Swiss Media Forum, das letzte Woche in Luzern über die Bühne ging, hatte ich eine spannende Diskussion mit einem führenden Schweizer Journalisten um 1.30 Uhr in der Früh, als er mich einer Challenge unterwarf und sagte «Du mit deiner Marine Harvest (Börsensymbol: MHG NO)», dem norwegischen Lachsproduzenten. Da meine Handybatterie leer war, konnte ich den konkreten Gegenbeweis nicht antreten, daher liefere ich nun die Fakten nach: Am 7. Oktober 2011 stand der Kurs bei 18.09 NOK. Heute, fünf Jahre danach, liegt er bei 143.10 NOK. Weggelassen in der Berechnung habe ich die aktuelle Dividendenrendite von 8,94%, die das Resultat über die Jahre noch verbessert hätte. Von einem Exotenwert kann nicht mehr gesprochen werden: aktuelle Marktkapitalisierung laut Bloomberg 8,1 Milliarden US-Dollar. (Ein alter Strong-buy-Favorit, der auch in dieser Marktphase brilliert)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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