Diese Woche gibts nicht nur praktische Anlagetipps. Sondern Sie erfahren auch, wie Sie für 2300 Franken first class mit Emirates fliegen können.
VON BORIS FELDMANN

Der ehemalige Zürcher Flughafenchef Josef Felder hebt ab: Der Handyhersteller HTC, in dessen Verwaltungsrat er sitzt, ist der Börsenüberflieger schlechthin. Die HTC-Aktie kam diese Woche bereits haarscharf an mein ehrgeiziges Kursziel von 1150 Taiwan Dollar heran. Trotz einer Jahresrendite von 279,9% ist der Handyhersteller mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von schlappen 14,2 ein Schnäppchen. Innert Jahresfrist hat sich der Gewinn pro Aktie fast verdreifacht. Noch Fragen? (Halten)

Kursmässig völlig durchgebrochen ist Inficon, der weltweit führende Hersteller von Instrumenten zur Gasanalyse, Messung und Steuerung aus dem beschaulichen Bad Ragaz. Bis vor kurzem war die Aktie des mittelkapitalisierten Unternehmens unterbewertet. Der Kurssprung von knapp 15% in dieser Woche sollte zum Absprung genutzt werden. (Verkauf)

Schneller als gedacht hat der Vermögensverwalter GAM mein Kursziel von 18 Franken erreicht. Mit einem Kursgewinn von 16,5% seit dem 1. Januar 2011 ist mir die Aktie zu schnell nach oben abgerauscht, obwohl die Zukunftsaussichten sehr intakt sind. (Verkauf)

Jeder Kurstaucher unter 150 Franken (Akuell: Fr. 157.80) bei Swiss Life muss gnadenlos ausgenützt werden. Der Versicherer vom Zürcher General-Guisan- Quai wird aktuell mit einem zu hohen Abschlag von 34% auf seinem Buchwert gehandelt. Nun ist ein internationaler Brokergigant auf die Bewertungsdifferenz aufmerksam gemacht worden und gibt aggressive Kaufempfehlungen im «Ninja»-Stil (Wikipedia: Partisanenkämpfer des vorindustriellen Japans der als Kundschafter oder Spion eingesetzt wird) heraus. Wir agieren mit der Schweizer Hellebarde und setzen das Kursziel auf 172 Franken hinauf. (Halten)

Immer mehr Banken sind beim Arbonia-Forster-Express dabei: Die Wachablösung an der Spitze des Ostschweizer Küchenherstellers wirkt kursbefreiend und viele Investoren hoffen insgeheim auf eine feindliche Übernahme. Noch nicht berücksichtigt sind die unterbewerteten Landreserven, welche noch für zusätzliche Kursfantasie sorgen werden. (Erstmaliger Kauf – Kursziel Fr. 39.50)

Mit einem Verlust von 5,74% von Kudelski in dieser Börsenwoche rechtfertigt das innovative Westschweizer Unternehmen meinen «no go»-Status. Weiterhin laden institutionelle Anleger Ihre Ware aus. (no go)

Publizistisch fertiggemacht wird das Baselbieter Biotechunternehmen Actelion, um dabei jede Woche aufs Neue ins schlechte Licht gerückt zu werden. Ich zolle Firmengründer Jean Paul Clozel meine Hochachtung, aus dem Nichts, eine Mega-Firma aus dem Boden gestampft zu haben. Wenn die Hedge Funds auf ihren Positionen liegen bleiben, ist dies Künstlerpech und sollte nichts dazu ausgenützt werden, um wilde Übernahmegerüchte in die Welt zu setzen. Da bleibt mir nur noch der famose Song der Beatles «let it be» als Antwort. (Trust in Jean Paul Clozel)

Der mittelkapitalisierte Zuger Schraubenhersteller Bossard präsentiert sich vor seiner Bilanzpressekonferenz in Meisterform und glänzt mit einem Zuwachs von über 30% seit Jahresanfang. Noch verharrt die Aktie knapp unter meinem aggressiven Kursziel von 142 Franken (Aktuell: 140 Franken). (Teilverkauf)

Beim Landmaschinenhersteller Bucher Industries ist das Börsenjahr 2011 mit einem Plus von 16,60% mehr als geglückt und beim Kursstand von 203.70 sollten die Gewinne im Stile eines Mähdreschers eingefahren werden. (Verkaufen)

Laut dem deutschen Reiseportal www.vornesitzen.de bietet die aufstrebende Airline Emirates einen First-Class- Partnertarif der Spitzenklasse an: Singapur ab Athen für unter 2300 Franken. Ein entsprechender First-Class-Flug mit der Swiss mit einmal umsteigen käme auf satte 16720 Franken. (Anfrage über ebookers.ch – 14. März 2011 Hinflug und Rückflug 21. März 2011). Am einfachsten machen Sie es so: Fliegen Sie doch mit Swiss für etwa 400 Franken in der Holzklasse von Zürich nach Athen – und steigen Sie dort in die Emirates-First-Class nach Singapur.

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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