Der Börsen Höhenflug des Zürcher Finanz-Optimierers VZ Holding geht in die nächste Runde: +49,23% innerhalb Jahresfrist. Das smarte Unternehmen an der Beethovenstrasse überzeugt mit seiner mathematisch quantitativen Investitionsstrategie immer mehr institutionelle Anleger, die ihm korbweise Gelder zur Verwaltung überlassen. Dadurch ist die leichte Bewertungsaufschlag gegenüber dem Branchenquerschnitt berechtigt. (Halten+geniessen)

> Nun springt auch der globale Anlage-Gigant BlackRock auf Martin Ebners Börsenexpress auf: Er kauft gezielt kleinere Positionen bei der Myriad Group. Mit einem Wochengewinn von +8,15% ist die Rechnung für die Ebner-Jünger einmal mehr aufgegangen. (Halten+geniessen)

> Auch in dieser Berichtswoche gibt es kein Halten für die Austriamicrosytems: +103,81% innerhalb von zwölf Monaten. Legen Sie sich ein Verkaufsverbot beim Lichtsensor-Produzenten auf: Kurz vor dem 1. August 2015 wird ein neues Rekordquartalsergebnis publiziert. Und nicht einmal mehr eine weltumspannende Investmentbank wird den Kurs nach Bekanntgabe des Quartalsergebnisses nach unten drücken können. Die Marktkapitalisierung beträgt jetzt über 4 Milliarden Franken. (Halten+geniessen)

> Der Kampagnen-Journalismus gegen NZZ-Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod wird nun auch im Fall des Berner Pharmagrossisten Galenica, wo er seit längerem als Chairman agiert, zu einem Schlag ins Wasser. Sein Aktienpaket erreicht nun erstmals die Marke von über 40 Millionen Franken. Und Sie kennen den grossen Sieger im Hintergrund: Martin Ebners Patinex. Erstmals erreicht der Beteiligungswert an Galenica die Marke von 1 Milliarde Franken. Kleiner Tipp an meine Leserschaft: 2016 wird der Gewinn pro Aktie gegenüber 2015 um mehr als 18% gesteigert werden. (Kaufen)

> Am 24. Mai 2015 hiess es an dieser Stelle: «Nebst dem US-Giganten Monsanto ist seit kurzem auch die deutsche BASF im Rennen, die sich lieber heute als morgen ein paar Filetstücke am profitablen Chemiekonzern sichern möchte.» Seit letztem Mittwoch haben Sie die Gewissheit, dass meine Mutmassung hinsichtlich Syngenta ein Volltreffer war. Für meine Leser, die auf Nummer sicher in diesem Börsen-Thriller gehen möchten, empfehle ich einen gedeckten Call mit Ausübungspreis 400 Franken auf den September-2015-Termin. Maximale Rendite 4,12% auf 101 Investmenttage. (Angsthasenstrategie)

> Darf ich Ihnen vorstellen: den Besserwisser des Jahres 2015. Am Freitag den 27. März 2015, um 17.35 Uhr, fünf Minuten nach Börsenschluss, ging die Nachricht über den Ticker, dass der Handyhändler Mobilezone (Börsensymbol: MOZN SW) für rund 70 Millionen Franken das deutsche Unternehmen EinsAMobile GmbH erstanden hat. Doch im Vorfeld dieses kursrelevanten Vorganges überschlagen sich die Ereignisse. An diesem besagten Freitag wird bis zum Börsenschluss ein 7,3-fach höheres Börsenvolumen als am Donnerstag, den 26. März 2015, vollzogen. Nun kommt der unverfrorene Besserwisser ins Spiel: Aus heiterem Himmel wird beim Struki-Anbieter Leonteq ein megaspekulatives Hebelprodukt (Valor: 25948865) in Auftrag gegeben. Der Kurs wird auf den 23. März 2015 fixiert. Der damalige Kurs lag bei 12.75 Franken, mit Ausübungspreis von 9.40 Franken. Und das Produkt hatte eine Ausrichtung auf steigende Kurse. Der anfängliche Hebel betrug 4.32. Eine Wertsteigerung von 1 Franken der Mobilezone-Aktie entspricht also einem Bewertungsgewinn von 4.32 Franken auf dem Hebelpapier.

Damit die Rechnung für den Besserwisser aufgeht, muss die Aktie steigen, denn sonst droht der Totalverlust. Verliert die Aktie 1 Franken, wirkt der Hebel in die falsche Richtung. Und Wunder, o Wunder! Der Besserwisser konnte kurze Zeit später den Jackpot (siehe Kurs am 30. März 2015, +8,23% Tagesgewinn) abholen – aktueller Gewinn 237% innerhalb von weniger als drei Monaten.

Aktenzeichen XY ungelöst, oder freie Bahn für Besserwisser? Um die Geschichte niet- und nagelfest zu machen, habe ich während der letzten fünf Wochen zwölf verschiedenste Personen kontaktiert. Das Datenmaterial stammt von Bloomberg, AWP, Leonteq und Swissquote. Gibt es wieder ein nettes Zunicken, oder gibt man sich einen Schupf und lässt endlich den vermeintlichen Besserwisser auffliegen?

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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