Künstlicher Winterschlaf für Austriamicrosystems. – Potenzial bei Lonza ist noch nicht ausgeschöpft. – Der Sulzer-Gruppe geht die Luft aus.
> Zum heimlichen Dividendenkönig geworden ist das Zürcher Elektrounternehmen Burkhalter Holding: Trotz einer relativ geringen Marktkapitalisierung von 681 Millionen Franken rückt der Titel ins Visier von deutschen Kleinanlegern. Die Kombination aus Dividendenrendite von 4,4% plus einer starken Kursentwicklung von +31,56% seit dem 1. 1. 2015 bringt auch die Anleger auf der anderen Seite des Rheins in Hochstimmung. Burkhalter-CEO Marco Syfrig sorgt nicht erst seit heute mit seiner durchdachten Expansionsstrategie für zufriedene Aktionäre. +386,41% innerhalb von fünf Jahren lautet die Bilanz der Erfolgsgeschichte. (Neu auf der Empfehlungsliste)

> Die österreichische Wunderaktie an der Schweizer Börse, Austriamicrosystems, erfüllte diese Woche aufs vorzüg-lichste meine gewagte Prognose eines Rekordgewinns: +9,04% lautet die Bilanz der verkürzten Börsenwoche. Bei einem Zuwachs von sage und schreibe +95,25% innerhalb von zwölf Monaten versetze ich den Titel nun in vorzeitigen künstlichen Winterschlaf. Lassen Sie mich dies erklären! Erstmals hat der Titel ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 20 erreicht, was zur Vorsicht mahnt. Daher würde ich wieder einen gedeckten Call verschreiben: Ausübungspreis 50 Franken auf den September-2015-Termin (138 Tage), maximale Rendite 8,4% auf diese Laufzeit. (Aktion vorzeitiger künstlicher Winterschlaf)

> Darf ich vorstellen: Die «Ewige Aktie» mit Rekordgewinn aus Dänemark – der weltweit führende Insulinspezialist Novo Nordisk. Bei der vertieften Analyse der Quartalszahlen sticht eine Zahl hervor: Rendite aufs eingesetzte Eigenkapital 91,5%. Mit einer Anlagerendite von 227,73% innerhalb von fünf Jahren in Schweizer Franken ist das Plansoll mehr als erfüllt. Aufgepasst! Im Jahr 2016 setzt nochmals der ganz grosse Gewinnturbo ein. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von 31,28 ist leicht überteuert. (Halten+geniessen)

> Nicht zu viel versprochen habe ich in Sachen Lonza: Trotz einer sensationellen Anlagerendite von +47,58% innerhalb von zwölf Monaten ist das Potenzial noch nicht vollständig ausgeschöpft. Gut, dass Rolf Soiron, Verwaltungsratspräsident, trotz medialen Druckversuchen nochmals ein Jahr auf seinem Chefposten angehängt hat. Mit Patrick Aebischer, Chef der EPFL bis Ende Dezember 2016, stünde ein ausgezeichneter Nachfolger zur Stelle. (Halten)

> Eine Punktladung der Extraklasse hat der Finanzoptimierer VZ Holding hingelegt: Schlussstand am Donnerstagabend: 200 Franken, aufs Loch! Einer meiner Lieblingstitel aus dem Finanzbereich. Speziell ABB-Chef Fred Kindle als Verwaltungsratspräsident sorgt mit seiner strategischen Weitsicht für einen langfristigen Erfolg. Sein gemeldetes Aktienpaket an der VZ Holding wiegt mehr als 19 Millionen Franken. Innerhalb von fünf Jahren stieg der Aktienkurs um 133% an. (Halten, Dauerkaufempfehlung)

> Die Luft ist draussen bei der Sulzer-Gruppe. Noch sind die «Büezer» vom Standort nicht von einem grösseren Stellenabbau betroffen. Ich war einst Fan von dem Unternehmen, aber die grossflächigen Interviews mit CEO Klaus Stahlmann im Monatstakt sind too much. Bei einer Jahresperformance von –19,79% sollte man sich ins stille Kämmerlein zurückziehen. (No-go)

> Während amerikanische Solarwerte wie First Solar abgehen (+33,8% seit dem Jahresanfang), kommt der Thuner Solarzulieferer Meyer Burger nicht vom Fleck – trotz aller wohlwollenden Presseberichte. Laut meiner schlauen Maschine wird es auch im Jahr 2016 zu einem Betriebsverlust kommen. Firmenchef Peter Pauli schlägt mit einem Salär von 963 226 Franken im Jahr 2014 zu Buche. Innerhalb von fünf Jahren verlor das Papier satte 71%, während der Swiss Performance Index +60,83% im gleichen Zeitraum hinzugewann. Wie ich schon vor Jahren schrieb: Solarfinsternis. Und wenn man mich damals auf die Schippe nahm, dass ich Thun und nicht Gwatt bei Thun als Firmenstandort schrieb, dann zeigt es einmal mehr, was die Vernebelungstaktik der Rollkommandos gebracht hat – nämlich null Komma null. Und, Herr Pauli, beim nächsten Interview einfach mitteilen, dass Sie Aktien im Wert von 11 Millionen Franken bei Meyer Burger besitzen. In Amerika ist es Usus, den grossen Fernsehstationen wie beispielsweise CNBC mitzuteilen, wenn man mehr als 1% am Unternehmen hält. In Ihrem Fall liegt die Position bei 1,86%. (Hände weg)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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