Das Investmentbanking der UBS unter Carsten Kengeter zeigt sich kreativ: 421 verschiedene Produkte in allen Ausgestaltungen auf den möglichen Börsenüberflieger Facebook. Das ist Spitzenklasse. Trotzdem würde ich momentan nicht auf Facebook setzen, die Aktie ist fundamental einfach überteuert (sorry, I don’t like).

Die Kurstalfahrt beim Kleiderverkäufer Charles Vögele mit starker Präsenz im Euroraum geht in die nächste Runde: –11,6% allein in dieser Woche. Damit drängt sich diese arg gebeutelte Aktie weiterhin als Dauerverkaufsempfehlung auf (verkaufen).

Fast halbiert hat sich innerhalb von Jahresfrist der innovative Westschweizer Onlinebroker Swissquote: Neu aufgetauchte Konkurrenten, die mit Lockvogelangeboten operieren, sorgen für Verdruss und sinkende Margen. Der neue Anbieter www.tradedirect.ch etwa offeriert unter gewissen Bedingungen zwei Monate Gratishandel (verkaufen).

Der allgemeinen Börsenbaisse nicht entziehen konnte sich der Landmaschinengigant Bucher Industries: –19,3% innert vier Wochen. Hier gilt es weiterhin abzuwarten. Die Gewinnausweise 2012 und 2013 werden voraussichtlich als «Treten an Ort» zu bezeichnen sein. Die Wachstumseuphorie hat sich sichtlich abgekühlt (abwarten, möglicher Kaufkurs bei 138 Franken).

Beim Kursstand vom 1150 Taiwan-Dollar hatte ich beim taiwanesischen Handygiganten HTC ein schlechtes Gefühl – nun sind wir bei optisch tiefen 400 Taiwan-Dollar angelangt. Meinen neusten Berechnungen zufolge wird der Tiefflug bis auf 330 Taiwan-Dollar andauern. Zürichs ehemaliger Flughafen Chef Josef Felder muss erstmals in seiner grössten Erfolgsgeschichte als Verwaltungsrat der HTC Federn lassen. Laut zuverlässigen Quellen aus Taipeh besitzt er momentan rund 133 985 Aktien, was beim gegenwärtig gedrückten Aktienkurs noch rund 1,6 Millionen Franken Wert ausmacht. Vor einem Jahr war dieses Paket mehr als 3 Millionen Franken schwer (abwarten, Kursziel 330 Taiwan-Dollar).

In weit grösserem Mass als bisher angenommen hat der Westschweizer Mäuseproduzent Logitech an der Börse über die zweite Linie zugelangt: 16 683 002 Stück wurden als Erwerbsposition erstanden. Meine Schätzung von 1,5 Millionen Aktien vor mehr als zwei Wochen aufgrund von Analysen und Marktgerüchten sind damit zu niedrig ausgefallen. Daher ist nun auch der Kurssprung in dieser Woche mehr als nachvollziehbar: +8,2%. (Jetzt erst recht verkaufen, spekulatives Kursziel von 10 Franken erreicht).

Bald sind wir wieder an der neuralgischen Kaufmarke von 20 Franken bei der Zürcher Privatbankengruppe Vontobel angelangt. Die aktuelle Marktkonstellation drückt auf die Gewinnmargen – insbesondere bei den Derivatprodukten und Konsorten, die bis zu 70% des Gesamtgewinnes der Bank ausmachen können (Kaufkurs von 20 Franken in Sicht).

Der Kurssprung bei der Waadtländer Dividendenkönigin Banque Cantonale Vaudoise sollte für einen Absprung genutzt werden: +14,19% mit Ausschüttung sind mehr als im langjährigen Durchschnitt (wir sagen au revoir et merci beaucoup).

Leisten Sie sich den Luxus und verkaufen Sie die funkelnde Richemont-Aktie mit Gewinn – sie stieg um 18% seit dem 1. Januar 2012.

Die Schweizerische Nationalbank führt einen heroischen Kampf gegen die Weltelite der Hedge Funds. Sie verteidigt mit allen Mitteln die berühmte Kursuntergrenze von Fr. 1.20 gegenüber dem Euro. Gegenüber dem japanischen Yen und dem amerikanischen Dollar hat der Euro die wichtige technische Unterstützungslinie längst durchbrochen. Was kostet das Halten der Grenze von Fr. 1.20? Nun, wenigstens einen tollen Erfolg kann die SNB verbuchen: ein dickes Kursplus auf die deutschen Staatsobligationen, das mehrere Milliarden Buchgewinne ausmacht.

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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