Ein Börsensprichwort lautet: Sell in May and go away.
Nun, ich präsentiere Ihnen stattdessen, dank hochtechnisierten Programmiermodellen, drei Aktien, die man nicht verkaufen sollte, sondern mit der Sie Chancen auf eine erfolgreiche Sommersaison 2015 haben. Da wäre einmal die US Firma Synopsys (Börsensymbol: SNPS US): Das 7-Milliarden-US-Dollar-Unternehmen bietet Design-Automatisierungslösungen an, die auf Computerchips zur Anwendung kommen. Für Ende 2016 sehe ich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 17, was im Branchenvergleich äusserst tief ist. Einzig die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital von 8,3% ist leicht schwächlich, doch die 10%-Hürde wird im 4. Quartal 2015 erreicht. Hier macht die Angsthasenstrategie keinen Sinn. (Kaufen ohne Schnickschnack)

> Eine zweite Perle, ebenfalls aus den USA, ist die Firma Sirona Dental Systems (SIRO US): Hier gibt es schon die Höchstnote in Sachen Konzept «ewige Aktie». Und mit einer Rendite von 14,3% aufs eingesetzte Eigenkapital ist man auf bestem Weg, per Ende 2017 die Marke von 20% zu erreichen. Auch bei diesem Produzenten von zahnmedizinischen Geräten dürfen Sie sich Ihren Gewinn nicht durch die Angsthasenstrategie verbauen. (Kaufen ohne Schnickschnack)

> Die Dritte im Bunde, die ich schon früher publizistisch begleitet habe, nennt sich Ingenico Group aus Frankreich. Der Spezialist für das bargeldlose Zahlen ist ein «real gun» an der Börse: +82% innerhalb eines Jahres. Und ich kann Ihnen weiterhin mit gutem Gewissen einen Einstieg nahelegen. Einziger Haken ist das relative hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp unter 30. Hier müssen Sie ein bisschen Sitzleder haben, bevor sie den grossen Gewinn kassieren können. Aber in einem Umfeld von grenzenlosem Wachstum können Sie dieses Engagement sorgenlos wagen. (Vive la France)

> Hochspannung herrscht in Basel, am Hauptsitz des Saatgutgiganten Syngenta: Nun sind auch die letzten Nachzügler mit im Spiel, bevor die prosperierende Firma in neue Hände geraten wird. Nebst dem US-Giganten Monsanto ist seit kurzem auch die deutsche BASF im Rennen, die sich lieber heute als morgen ein paar Filetstücke am profitablen Chemiekonzern sichern möchte. Der hochbezahlte Syngenta-Chef Michael T. Mack setzt zur letzten Pokerrunde an – nur nicht die Nerven verlieren. Der Jackpot wird noch vor dem Sommeranfang am 21. Juni 2015 geleert, der Verkauf dürfte dann wohl abgewickelt sein. (Halten+geniessen)

> Wieder Hochspannung, und wieder Basel: Allen medialen Nebelpetarden zum Trotz startet der Chemiezulieferer Clariant einen neuen Höhenflug an der Börse. Für diejenigen Leser-/innen, die das Spiel auf die Spitze treiben möchten, empfiehlt sich der gedeckte Call-Verkauf mit Ausübungspreis 22 Franken auf den September-2015-Termin, aktuelle Prämie hohe 1.15 Franken. (Gedeckter Call)

> Basler Hochspannung zum Dritten: Die internationale Zockergilde ist wild auf Basilea Pharmaceuticals. Das weiterhin Verluste schreibende Biotechunternehmen mit interessanter Pipeline entwickelt eine Sogwirkung auf eine internationale Meute von kurzfristig orientierten Spekulanten, die auf einen schnellen Zock aus sind. Mein Kursziel von 121 Franken wurde locker durchbrochen. Während der Basiswert seit Ende November 2014 um 44% anstieg, konnte man mit dem entsprechenden Hebelpapier (FBSAA) der UBS die dreifache Rendite herausholen. Neues Kursziel: 134 Franken. (Halten)

> Nicht zu halten ist unsere Spezialempfehlung AMAG Pharmaceuticals: +55,28% seit dem Jahresanfang. Und nun erfolgte der Ritterschlag seitens der UBS – am letzten Montag durfte der CEO des Unternehmens an der UBS Global Health Conference auftreten.

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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