Als ich meinen Lesern vor Jahren empfohlen habe, zehnjährige Festhypotheken abzuschliessen, glaubte ich, das Nonplusultra erreicht zu haben – nämlich Zinssätze von knapp 2 Prozent. Doch jetzt kkommts noch besser: Erstmals wackelt bei den Zehnjährigen die Marke von 1,50% (!). Das bislang beste Angebot liegt bei 1,51%. Der Grund: Die Rendite der zehnjährigen schweizerischen Bundesanleihe hat die Tiefstmarke von 0,55% erreicht. Und zum Abrunden gebe ich Ihnen sehr gern ein paar interessante Adressen: www.comparis.ch, www.hypothekenzentrum.ch. Vergleichen Sie – und wie immer: Lassen Sie bei den Offerten die Konkurrenz spielen!

> An dieser Stelle habe ich mich vor zwei Wochen den Investmentgoliaths dieser Welt entgegengestemmt, die den Internet-Inkubator Rocket Internet an die Börse brachten. Und, siehe da!, der Titel verlor tatsächlich massiv. Die grösste wertmässige Neuemission in Deutschland in den letzten sieben Jahren wird für die Investmentbanken Citigroup, JPM sowie last, but not least auch für unsere UBS zu einem Trauerspiel par excellence. Doch wie immer gibt es auch grosse Gewinner bei dem zum Rohrkrepierer gewordenen Börsengang – und das sind die wagemutigen Kunden der Zürcher Privatbank Vontobel.

Lassen Sie mich das kurz erklären: Mit ausgewählten Put-Optionen konnte auf die Talfahrt gewettet werden. Der Put Warrant (CH0248918713) sorgte für Begeisterungsstürme bei den Kunden, die aktuelle Rendite beträgt über 300 Prozent. Und wie schon früher an dieser Stelle: Hände weg von Rocket Internet. In spätestens sechs Monaten wissen wir, welche Fonds mit dieser so sensationellen Aktie beglückt wurden.

> Geschätzter Klaus Stahlmann, CEO der Winterthurer Sulzer-Gruppe: Dieser Kursverlauf bereitet Ihrem Investor Viktor Vekselberg wirklich keine Freude. Seit dem misslungenen Take-over von Dresser-Rand geht es schubweise nach unten. Noch haben die grossen institutionellen Anleger keine kalten Füsse bekommen, doch erste Absetzbewegungen lassen sich schon erkennen. Ich betone es nochmals: Unterschreitet der Titel die 100 Franken, dann wird der Druck nochmals erhöht, mit Viktor V. ist nicht zu spassen. Und bei Renova, seinem Beteiligungsvehikel, sind Management-Gurus in Hülle und Fülle vorhanden, um einen Chefposten einzunehmen.

> Bitte warten Sie noch ab in Sachen Partizipationsscheine der Basler Kantonalbank. Wenn es mit dem Kurszerfall so weitergeht, hat der Titel bald die stolze Dividendenrendite von 5% erreicht! Was mich stutzig macht: Keiner der grossen institutionellen Anleger, die sich früher vor entscheidenden Kurssprüngen nach oben richtig positioniert haben, ist diesmal meines Wissens aktiv. Das gehandelte Volumen erreicht keine Höchststände, also ist keine Eile geboten. Kauflimite bei unter 60 Franken. (Abwarten)

> Abgestraft wird an der Börse die Aktie des Betonmischers Holcim. Auch die Quartalszahlen vom 14. November 2014 werden nicht das Gelbe vom Ei sein, wenn man die aktuelle Marktverfassung betrachtet. Ich empfehle, weiterhin auf sinkende Kurse zu setzen. Frankreich mit Lafarge ist der grosse Sieger bei der Fusion der beiden weltweiten Betongiganten. Und um meiner Chronistenpflicht Genüge zu tun: Auch an der Pariser Börse kam es in Sachen Lafarge zu sehr seltsamen Kursbewegungen. Sie haben verstanden, was ich meine. (Verkaufen)

> An der Schweizer Börse erhält man nicht immer auf der Stelle recht, doch mit ein bisschen Geduld kommt dann die Genugtuung. Wir sprechen hier von der Berner Regionalbank
Valiant. Der Kurs fällt und fällt. Und fast hätte ich gedacht, dass die UBS zum neuen Grossaktionär mutiert ist, aber dies trifft nicht zu: 6,40% beträgt der Anteil am Aktienkapital, der über Kunden-Fonds gehalten wird. Meine Dauerempfehlung lautet verkaufen, langweilig erfolgreich, aber wie sagt der Engländer? «who cares?»

> Nehmen Sie die Gewinne mit bei IVF Hartmann, dem Pflasterhersteller! +31,37% seit dem 1. 1. 2014. Doch aufgepasst! Sollten Sie agieren mit Limiten unter 128 Franken, dann würde ich nicht verkaufen.

> Verkaufen sollten Sie nun die Aktien Marine Harvest: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis hat mit 17,2 für diesen Titel wahrhaft schwindelerregende Höhen erreicht. Und über den satten Gewinn darf sich wohl niemand beklagen. (Verkaufen)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.

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