Der Goldküstenexpress DKSH ist in Fahrt gekommen: +12% gewann die Aktie des Zürcher Handelskonzerns seit Jahresanfang – und ein Ende ist nicht in Sicht. Eisenbahnfans können sich sicherlich noch an die goldgelblichen Design-Anstriche der SBB-Triebwagenkompositionen Anfang der 80er-Jahre erinnern, die mit einem damals revolutionären Konzept die Strecke von Zürich HB bis Rapperswil bedient haben. Heute geht es um echte Moneten, dank den Kurssteigerungen, die der alte und neue Zürcher Geldadel mit der DKSH Tag für Tag scheffelt. UBS-Verwaltungsrat Rainer Marc Frey, ansässig an der Goldküste, zimmert mit seinen Mitstreitern einen Handelskonzern der Extraklasse. Abstriche müssen einzig in Sachen Corporate Governance gemacht werden: Die Vertragsdauer einiger Spitzenkräfte ist bei weitem länger als marktüblich – 5 Jahre für Firmenlenker Jörg Wolle zum Beispiel. (Halten)

Vontobel sei Dank: Nun ist die erstarkte Zürcher Privatbank auf unsere Dividendenkönigin Banque Cantonale Vaudoise (BCV) scharf geworden. Die unerwartete Kurssteigerung bei der Waadtländer Kantonalbank von +5,5% innert Wochenfrist ist zu sportlich. Mein Verdikt: erstmaliger Verkauf.

Auch ohne Ex-Investmentchef David Blumer zum Totalerfolg: +40,9% für den Rückversicherer Swiss Re innert Jahresfrist. Mein Gefühl von letzter Woche im Hinblick auf den Abschluss 2012 erwies sich als richtig. Jetzt gilt es, sich nicht abschütteln zu lassen. Mein neues Kursziel liegt bei 78 Franken, danach muss die Bewertungsdifferenz zum Branchenkonkurrenten Munich Re vertieft analysiert werden. (Vorläufiger Börsengenuss)

Ausverkauf im Ländle: Gezielt werden die schon fast schreiend billigen Banken Liechtensteins wie etwa die VP Bank fast im Minutentakt erstanden. Die Bewertungsdifferenzen zu schweizerischen Instituten im gleichen Geschäftsumfeld sind dabei noch eklatant. Immer wieder tauchen sorgfältig gestreute Gerüchte eines grösseren Zusammenschlusses im Bankensektor des Fürstenstaates auf, der mehr als Sinn machen und grossen Aktionärsgenuss versprechen würden. (Ab ins Ländle, die VP Bank ist zu billig)

Vontobel überzeugt auf der ganzen Linie: +4% im Wochenvergleich. Raiffeisen-Zampano Pierin Vinzenz erhofft sich, dass vielleicht doch noch weisser Rauch aus dem Kamin des Vontobel-Hauptsitzes an der Zürcher Gotthardstrasse 43 aufsteigt, bevor die Verhandlungen vor dem Schiedsgericht beginnen. Wenn die beiden Streithähne Vinzenz und Staub ein bisschen ihre Forderungen zurückstutzen würden, könnte ein neues Powerhaus im Swiss Private Banking entstehen. Die Lösungsansätze liegen auf der Hand: Zusammenschluss Notenstein Privatbank mit Vontobel Swiss Privatbank. Die Verzettelung hätte ein Ende. (Halten)

Der Börsenthriller von Ems: Die Börsensaga aus dem bündnerischen Domat/Ems zieht immer mehr ausländische Hochfrequenzhändler an. Warum? Rund 70% der Marktkapitalisierung der Ems-Chemie sind im Familienbesitz – somit sind 30% frei handelbar. Nun macht Magdalena Martullo-Blocher als Firmenlenkerin einen Top-Job – das bedeutet steigende Gewinne und Umsätze auch in einem sehr schwierigen Marktumfeld.

Aufgrund dieser Ausgangslage ist das Rückschlagspotenzial relativ gering. Somit muss der Hochfrequenzhändler keine zusätzlichen Mittel aufnehmen, um eine Kursabsicherung zu vollziehen, er kann ruhig auf einen steigenden Kurs spekulieren. Nun kommt die aktionärsfreundliche Dividendenpolitik, die Spezialausschüttung hat begeistert. Welcher Aktionär würde unter diesen Umständen aussteigen?

Keiner der Hochfrequenzhändler schaut sich nun die Jahresperformance im Jahr 2013 an und sieht +21,5%. Seine Kunden sagen ihm: Du bist der Grösste, und sie geben ihm noch mehr Geld zur Verwaltung. Die Bank, die dem Hochfrequenzhändler das Kapital zur Verfügung stellt, sagt: Du hast ein ausgezeichnetes Rendite-Risiko-Verhältnis. Was bedeutet das für «Sonntag»-Leser? Machen Sie sich keine Sorgen, die Börsensaga geht weiter: 2013 wird wieder ein tolles Jahr. Ich schätze das Umsatzwachstum auf +9%. (Halten)

Haben Sie fragen an den Geldberater?Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an:
geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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