Auf einem temporären Höhenflug befindet sich der Flughafen Zürich. Speziell das Einkaufszentrum sorgt für sprudelnde Einnahmen, während im Hintergrund die Swiss nochmals gehörig Dampf macht, um zusätzliche Preisreduktionen zu erhalten. Noch hat die Aktie mit rund 20 Franken Platz nach oben, bevor die Höhenluft recht dünn wird und temporäre Absturzgefahr besteht (halten, bis auf 380 Franken).

Nicht zu bremsen ist der Börsenexpress Roche: +35,38% innert 52 Wochen. Und weiterhin sind keine Ermüdungserscheinungen feststellbar: Der österreichische Firmenlenker Severin Schwan poliert den Basler Pharmakonzern auf Hochglanz (halten, nicht aufzuhalten an der Börse).

Mein Mea culpa in Sachen Vontobel Bank von letzter Woche hat sich für die Anleger voll ausgezahlt: +4,41%. Nun geht es mit kleinen Trippelschrittchen Richtung 24 Franken (aktuell: 22.10 Franken), bevor die Aktie wieder nach unten tauchen wird (halten).

Noch vor Spielschluss wurden die Besitzer des Must-buy-Produktes Valor 14 673 927 der innovativen EFG Financial in die Kabine geschickt: Nebst voller Kapitalrückzahlung wurde als Abgangsentschädigung ein Coupon von 6% ausbezahlt. Bedenkt man, dass schweizerische Bundesanleihen bis auf eine Laufzeit von sechs Jahren negative Renditen aufweisen, ist dies eine ausgesprochene Win-Win-Situation (Leser und Bank gewinnen gemeinsam).

Die Aktie von Actelion legte seit Jahresbeginn um +42,12%zu. Nun wird die Personalaxt am Hauptsitz in Allschwil angesetzt. Doch keine Sorge: Ein paar geschasste Arbeitnehmer werden mit einem millionenschweren Ruhekissen an die frische Luft gesetzt. Als Mitstreiter der ersten Stunden haben sie von der damaligen Morgengabe des Börsenganges profitiert. In der Zwischenzeit wird der Titel von englischen Brokern sorgfältig nach oben gestossen (halten).

Der Urner Börsenstier Dätwyler Holding, Hersteller von Kabeln und technischen Komponenten, will es nochmals wissen und brennt schon im Sommer durch. Hier geht nochmals die Post ab. Die Bewertung ist verlockend und die Firma auf beschleunigtem Expansionskurs. Auch international agierende Fonds haben den Braten gerochen und setzen voll auf steigende Kurse (kaufen).

Der Absturz geht weiter: Trotz einem Taucher von 10% allein diese Woche bleibt die Facebook-Aktie bei mir auf dem Unlike-Status. Ein aktuelles Kurs-Gewinn-Verhältnis, das bei weit über 50 liegt, ist jenseits der Realität und nichts für meine Leser, was ich mit gutem Gewissen empfehlen kann. Zum guten Glück sind die «Sonntag»-Leser nicht in diese Börsenfalle getappt Status: weiterhin unlike).

Der Expansionskurs von Easyjet am Basler Flughafen ist nicht zu bremsen: +21% im Jahresvergleich für das 2. Quartal 2012, und bald wird der 8. Airbus in Basel stationiert. Doch nun ist eine steife Preisbise aus dem Osten im Anzug: Die polnische WIZZ Air (www.wizzair.com) bietet Basel–Skopje hin und zurück für schlappe 9.98 Euro an (Testbuchung: 20. November 2012 hin und 24. November 2012 zurück). Eines ist klar: Der grösste Billigflieger des ehemaligen Ostblocks plant Grosses in Basel, und diese Preise werden wohl nicht lange erhältlich sein. Als Vergleich: Zürich–Skopje zum gleichen Zeitpunkt mit Swiss 461 Franken. Da kann ich liebend gern auf den 58 Gramm schweren Swiss-Snack und den obligaten Tomatensaft mit Pfeffer verzichten (must fly to the east from Basel, fasten your price belts, Zurich Airport!).

Keine Überraschung ist der doppelte Keulenschlag dieser Tage in Sachen Nobel Biocare und Straumman. Mein Statement: Weiterhin fundamental überteuert. Speziell das Basler Unternehmen Straumann ist nun ins Visier von sogenannten Baisse-Spekulanten gerückt, die mit grossem Einsatz auf sinkende Kurse hinarbeiten. Seit die Aktie unter die Marke von 120 Franken (aktuell: 118 Franken) gefallen ist, haben die bösen Jungs Lunte «gerochen». Schon seit längerem im Würgegriff dieser Spezies ist die weitaus kleinere Nobel Biocare (Kursziel nach unten für Straumann: 110 Franken, Nobel Biocare: 8.10 Franken).

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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