Der Sturzflug des US-Dollars gegenüber dem Schweizer Franken geht weiter: –7,25% seit dem Jahresanfang. Der ungleiche Kampf der Hedge Funds aus dem Londoner Mayfair-Quartier gegen die Schweizer Nationalbank kennt nur einen Sieger: London. Die spekulativ angehauchten Investoren feiern momentan eine Royal-Performance-Party.

Trotz Börsenfeiertag in den kommenden zwei Tagen in London wird der Druck nochmals deutlich zunehmen (Kursziel neu: 0.8480 – aktuell: 0.8650, altes Kursziel erreicht). Wie ich aus London vernehme, wird ab Mitte nächster Woche eine Grossattacke auf das Währungspaar Euro/Schweiz lanciert – hier wird die Marke von 1.26 anvisiert (aktuell: 1.2818).

Nun hat der in Baden ansässige, weltweit agierende Technologiegigant ABB den von mir längst erwarteten und überfälligen Kursturbo gezündet: +7,04%. Insbesondere aus China sind in nächster Zeit Milliardenaufträge zu erwarten, welche die Aktie Richtung Fr. 25.10 (aktuell: 23.88) treiben werden. Der seit drei Jahren als CEO tätige Joseph Hogan begeistert die internationalen Grossinvestoren mit seiner offensiv ausgerichteten Unternehmensstrategie (halten).

Beharrlich nach oben geht es für den Bodenleger Forbo aus dem Tessin. Der Kurszuwachs von 20% im Jahre 2011 ist schlichtweg sensationell. Doch weiterhin bleibt die Aktie laut meinen Modellen fundamental billig. Umsatz- und Gewinnzahlen fallen stärker aus als erwartet (halten; neues Kursziel: 734 Franken).

Weiterhin auch völlig unterbewertet sind die Aktien des Zürcher Verlagshauses Tamedia: Seit der Bekanntgabe der Jahreszahlen 2010 wird der Kurs von ausländischen Investoren nach oben gejagt. Dank dem Verkauf der TV- und Radiosparte wird die Profitabilität nochmals gesteigert. Die Firma mutiert zur Renditenperle im europäischen Branchenvergleich (Kauf; Kursziel: 154 Franken).

Mit einem Kurs-Gewinnverhältnis von hohen 22 für das Jahr 2012 sind die Aktien von Nobel Biocare viel zu hoch bewertet. Der erhöhte Margendruck, negative Währungseffekte und Marktanteilsverluste werden für längere Zeit auf dem Börsenkurs lasten (verkaufen).

Stark in Form befindet sich die an der Schweizer Börse kotierte «Oesi»-Aktie: Austriamicrosystems AG. Mit einer Bruttomarge von 51% ist das mittelkapitalisierte Unternehmen, das im stark wachsenden LED-Markt tätig ist, auf Erfolgskurs. Auch die Mikrofonbestandteile für die Handys (Zulieferer für Apple iPhone) sorgen für stark wachsende Umsatzzahlen (halten; Kursziel : 57 Franken).

Von Börsenspielern wird momentan der Aktienkurs (+14,36% in einer Woche) der Swissmetal laut Marktgerüchten bestimmt. Die seit Jahren in roten Zahlen steckende Firma setzt auf eine verstärkte Umsatzentwicklung im Kraftwerksbau. Trotzdem sind Bedenken angebracht: Die Nettoverschuldung stieg im letzten Jahr um fast 35% auf 51,8 Millionen Franken an. Und trotz Verkauf der Swissmetal Design Solutions beträgt der Ebit-Verlust mehr als 14 Millionen Franken.

In Topform befindet sich der Autozulieferer Georg Fischer. Nun werden neue Höchstkurse Richtung 598 Franken anvisiert. Seit der Fondsgigant Blackrock mit im Spiel ist, kommt neue Börsenfantasie auf (halten; neues Kursziel: 598 Franken).

Still und heimlich baut sich der englische Billigflieger Easyjet eine Bastion auf dem Basler Euroairport auf. Mit dem Winterflugplan 2011/2012 wird das Angebot auf bestehenden Strecken nochmals markant verdichtet. Nun möchte man erstmals auf dem geografisch optimal positionierten Euroairport den Umsteigeverkehr ankurbeln, was ein Novum in der Geschichte des englischen Fluggiganten darstellt. Der jetzige BaZ- Besitzer und ehemalige Crossair-Chef Moritz Suter hat vor mehr als zehn Jahren mit Eurocross das gleiche Manöver aufgezogen.

Voll im Saft befindet sich die Swiss Life: Hier geht es sukzessive nach oben. Das Kursziel von 172 Franken ist in Sichtweite. Aber erwarten Sie nicht, dass dies von heute auf morgen stattfindet (halten).

Am Freitag nach Börsenschluss in Taiwan begeisterte unser Empfehlungsdauerbrenner HTC (High Tech Computer) mit einem sensationellen Quartalsergebnis: +174.5% Umsatzsteigerung (halten).

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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