Der Bulle der Urschweiz

Illustration: Marco Ratschiller

Illustration: Marco Ratschiller

Die Aktie der Dätwyler Holding aus Altdorf nimmt die sportliche Marke von 80 Franken in Angriff. Jetzt wissen wir, warum Uri einen Stier im Wappen hat. – Auch Österreicher-Aktie startet durch. – Eitel Sonnenschein bei Comet im Freiburgerland.


Der Bergkanton Uri wird seit kurzem vom Börsenfieber erfasst: Die Aktien der Dätwyler Holding aus Altdorf sind auf dem Vormarsch – allein +3,36% in dieser Woche. Das Vorzeigeunternehmen ist als Zulieferer technischer und elektronischer Komponenten tätig. Nun sollte die einst sportliche Marke von 80 Franken gesprengt werden, ausländische Anleger sind auf den Exportweltmeister aufmerksam geworden. Die Bewertung stimmt und ausländische Topfirmen setzten auf die Innovationskraft der Altdorfer (weiterhin halten).

Nicht mehr zu zügeln ist die «Oesi»-Aktie Austriamicrosystems mit Heimrecht an der Schweizer Börse: +6,84%. Trotz einem Zugewinn von 67,45% seit Jahresanfang bleibt die Aktie fundamental unterbewertet. 70 Franken (aktuell Fr.64.30) sollte möglich sein, wenn die amerikanischen Anleger weiterhin gezielt einkaufen. Für die «Sonntag»-Leser heisst es frei nach dem Motto von Anita Weyermann «grin ache und dranne bliebe» (halten und geniessen).

Beim Spezialapparatehersteller Comet AG im freiburgischen Flamatt herrscht trotz des Playoff-Out von Fribourg- Gotteron gegen den SC Bern Sonnenschein: +7,46% in einer Woche. Der mittelkapitalisierte Wert profitiert von einer hervorragenden Ausrichtung und einem konsequenten Ansatz, die Forschungsausgaben hochzuhalten, um in gewissen Teilsegmenten Weltmarktleader zu sein oder noch zu werden. Ein alter Favorit vom letzten Jahr, welcher nun an der Börse richtig durchstartet (halten, ist im Radar der Analysten. Kursziel für das 2. Halbjahr 2012: 230 Franken).

Fast punktgenau auf mein Kursziel hat sich nun der Aktienkurs der Zuger Bossard-Gruppe eingependelt: Die Zahlen für das erste Quartal 2012 diesen Montag werden leicht besser ausfallen als erwartet. Ich gehe davon aus, dass die Dividende im Lauf des Jahres nochmals erhöht wird. Die Unternehmenssteuerreform II lässt grüssen (halten, starke Dividendenausschüttung).

Immer näher an mein Kursziel von 320 Franken (aktuell Fr. 312.70) rückt der Basler Saatgutgigant Syngenta. Die Kurzfristspekulation geht auf, tätigen Sie einen Teilverkauf.

Nochmals nach unten ging es diese Woche mit der Precious Woods Holding: –14,12% innert vier Wochen. Eigentlich schade um diese Firma, die mit einem innovativen Betriebskonzept angetreten ist (weiterhin verkaufen).

Die Talfahrt bei den Valoren der Bellevue Group hat auch diese Woche wieder stattgefunden: –6,6%. Bald haben wir die Kaufkurse von unter 13 Franken erreicht (aktuell 13.45 Franken). Der kleinkapitalisierte Wert verfügt weiterhin über eine sehr komfortable Eigenkapitalausstattung (warten bis unter 13 Franken).

Unter die strategische Limite von 40 Franken ist die Liechtensteinische Landesbank gefallen. Trotz einem optisch sehr günstigen Einstiegsniveau würde ich an der Seitenlinie verharren. Denn noch weiss man nicht, wie viel die Ländle-Bank nach Amerika abliefern muss, da sie unter der berühmten Liste der elf Banken figuriert, die sich im Visier der US-Justiz befinden (abwarten, gut aufgestellte Bank, fundamental unterbewertet).

Auch diese Woche war der Börsenautopilot bei Kudelski auf Sinkflug eingestellt: –5,6%. Bald haben wir die Kursmarke von 6 Franken erreicht, wo sich die Wertschriften-Haie das Westschweizer Unternehmen genauer ansehen werden (abwarten, Kursziel leider 6 Franken).

Immer interessanter werden die Aktien der Zürcher Privatbank Vontobel: –36,02% über die letzten zwölf Monate. Noch muss die Aktie knapp 10% fallen, damit wir an die Marke von 20 Franken herankommen. Bemängelt wird die starke Abhängigkeit vom Investmentbanking, das bis zu 70% des Gesamtgewinns der Bank ausmacht. Schon einmal konnten meine Leser in diesem Jahr bei knapp 20 Franken zulangen und innert kurzer Zeit rund 20% gewinnen (zugreifen bei 20 Franken).

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an:
geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. «Der Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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