Der Urner Börsenstier Dätwyler hat die 100 Franken durchbrochen: Am Donnerstag konnte noch mit aller Kraft der Sprung über die ominöse Marke von 100 Franken abgewendet werden – bei Fr. 99.90 war nämlich die Herrlichkeit zu Ende. Alles Mauern hat jedoch nichts genützt: Fr. 103.90 am Freitagabend. Doch keine Sorgen, niemand wird diesen Börsenstier aufhalten können, das neue Kursziel liegt bei 118 Franken. Herzig finde ich die Kommunikation des Unternehmens anlässlich des Jahresergebnisses: Jede Euphorie wird mit aller Kraft unterdrückt. Das Umsatzziel für 2017 in meinen Augen: 2,1 Milliarden Franken. (Strong buy)

Sorry, liebe Leser – nicht in Monatsfrist, sondern schon in Wochenfrist erreicht der Genfer Luxusuhrenhersteller Richemont das Kursziel von 80 Franken auf den Rappen genau, wie es an dieser Stelle letzte Woche hiess. Von der Bewertung her hat der Titel noch Platz bis auf Fr. 82.95 hinauf, bevor die erste Verkaufswelle institutioneller Anleger über den Genfersee schwappt. (Halten)

Der Goldküstenexpress DKSH stieg alleine in dieser Woche um 9,3%. Rainer Marc Frey und seine Mitstreiter des neuen und alten Zürcher Geldadels fegen wie ein Tornado über den Schweizer Börsenplatz. Obwohl der Titel bei einem aktuell von mir geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013) von 24,8 als zu teuer betrachtet werden muss, wird die Erfolgssaga weitergehen. Die Kursschätzung eines schweizerischen Börsengurus erreichte mich diese Woche per E-Mail. Er hat die Marke von 100 Franken im Visier. Dies scheint mir – bei allem Respekt – vorderhand zu hoch gegriffen zu sein. Doch aufgepasst, das grosse Geld wird auf den spekulativen Warrants gemacht. Speziell das willkürlich aus drei Optionsscheinen herausgegriffene propagierte Produkt auf der Website des Onlineportals Cash.ch hat es in sich: der Call Warrant TDSKB der UBS Investment Bank. Der Ausgabepreis am 28. Februar 2013 lag bei 17 Rappen, der aktuelle Kurs am Freitagnachmittag bei sagenhaften 66 Rappen. Rendite: +388,2% innert weniger als drei Wochen. Noch Fragen? (Halten bis 86 Franken)

Inficon: +7,2% in dieser Woche. Das Bad Ragazer Hightech-Unternehmen übertrifft sämtliche Erwartungen anlässlich des Jahresabschlusses 2012, was für meine Leser allerdings keine «breaking news» mehr sind. Hier heisst es durchhalten – seit der weltweite Fonds-Champion Blackrock sich mehr als 3% an diesem Unternehmen angelacht hat, befinden Sie sich in allerbester Gesellschaft. Ein Zuwachs von 38% in den letzten zwölf Monaten ohne Dividenden macht jeden Anleger glücklich. (Halten)

Zug nimmt nochmals Anlauf: Das Kursziel von 228 Franken rückt in Griffweite bei der Partners Group. Hier stimmt weiterhin alles. Nur dass die drei Firmengründer vor kurzem Kasse gemacht haben und ein Teil ihres Aktienpakets abgestossen haben, passt nicht ganz ins sonst ausgezeichnete Gesamtbild des spezialisierten Vermögensverwalters im alternativen Investmentbereich. (Halten)

Die Ems-Chemie schiesst über das Kursziel hinaus: Eigentlich hätte ich gedacht, dass bei 271 Franken erste Analystenschätzungen den Höhenflug des Blocher-Börsenexpresses stoppen würden. Aber nichts da. Kann sich der Titel über dieses Niveau halten, sollte es nochmals obsi gehen: Fr. 283.65 sollten dann als neue Marke bis Ende April 2013 machbar sein. (Neues Kursziel: 283.65)

Fast ein bisschen langweilig sind die News aus Basel in Sachen Roche: Der Dividendenabgang kann locker verkraftet werden und die Rekordjagd geht weiter. Der Zuwachs beträgt +35.3% über die letzten zwölf Monate und die amerikanischen Anleger können nicht genug von der Basler Qualitätsaktie bekommen. (Halten)

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Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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