Ausstieg nach «cometenhaftem» Anstieg. – Freude herrscht bei Rainer Marc Frey.– «Dranne bliibe» bei der Tamedia-Aktie.– Ein CS-Fonds in der Tiefkühlbox.
VON BORIS FELDMANN

Jetzt hat an der Börse der Boris-Collardi-Express endlich Fahrt aufgenommen. Der junge Chef der Bank Julius Bär hat an Managementkompetenz hinzugewonnen und spielt nicht mehr den kaufwütigen Bären, um sich bei jeder sich anbietenden Möglichkeit eine Bank unter den Nagel zu reissen. Mit seiner Asienexpansion war er der Konkurrenz einen Schritt voraus, während diese nun zu absurden Konditionen Privatbanker anstellt (wiederholter Kauf, wegen Boris-Effekt).

Einen «cometenhaften» Aufstieg mit einem Zugewinn von 9,09% hat diese Woche die Comet Holding vollzogen. Obwohl deren Zukunftsaussichten glänzend sind, gilt es nun erste Gewinne einzufahren. Ein Ausstieg auf dem Jahreshöchststand von 2010 ist das Nonplusultra für jeden gewieften Anleger (erstmaliger Verkauf).

Meine erstmalige Verkaufsempfehlung auf Acino letzte Woche war goldrichtig – rund 17,64% ging es diese Woche mit dem Basler Unternehmen nach unten. Immer im Hinblick auf die Quartalsergebnisse werden hohe Erwartungen geschürt, die meist jäh in sich zusammenfallen. Jetzt gilt es noch eine Runde abzuwarten, bevor ich mich wieder als Käufer bei dieser Firma betätige (abwarten).

Freude herrscht im Hause Rainer Marc Frey, seit sich seine Investment Gategroup als grandiose Anlage entwickelt. Bis rund 50 Franken (aktuell 45.65) wird der Kurshöhenflug weitergehen, danach muss der Bremsfallschirm gezogen werden. Gerüchten zufolge würde sich ein Kursstand von über 50 Franken als sehr lukrativ für die Geschäftsleitung erweisen (wiederholter Kauf mit Bremsfallschirm).

Tamedia-Chef Martin Kall sorgt für zufriedene Anleger. Die Aktie brilliert mit einer Rendite von 11,58% im Oktober 2010. Mit der seit September 2010 anziehenden Konjunktur sollte das Papier bis Ende Jahr 115 Franken erreichen («drannebliibe», frei nach Anita Weyermann).

Steil nach oben ging es diese Woche mit meiner Spezialempfehlung Bossard Holding, die auch diese Woche mit einem Börsenpowerplay erster Güte brillierte: +7,20%. Nützen Sie die Drittelpause im wörtlichen Sinne und verlassen Sie die Börsenarena im gleissenden Scheinwerferlicht als Topskorer (erstmaliger Kauf).

Einen sensationellen Börsenmonat mit 21,73% hat Duffry hingelegt. Nachdem wir unsere Leserschaft heiss auf das Unternehmen mit Samba-Groove gemacht haben, ist nun auch die Deutsche Bank mit einer Kaufempfehlung aufgetaucht. Sorry, Josef Ackermann, wir steigen nun aus und überlassen Ihnen das Börsenfeld (erstmaliger Verkauf).

Im Dickicht der strukturierten Produkte gab es diese Woche nur ein Investment, das mich vollends überzeugt: das Franzosen-Trio (Valor: 11817352) der EFG Financial Products (Rating: A) mit folgenden vollblütigen Rennpferden: Credit Agricole, Vinci, Lafarge. Bei einer 55%-Barriere und einem Coupon von 12,25% in Euro sollte während der einjährigen Laufzeit nichts anbrennen (must buy).

In der Börsenkühlbox befindet sich der fast 10 Milliarden schwere CS Euroreal, der nach letzten Angaben aus Deutschland bis zum 13. Mai 2011 im wahrsten Sinne des Wortes «ausgesetzt» ist. Dies bedeutet, dass Anleger, die ihr Investment flüssigmachen möchten, bis zum 13. Mai 2011 warten müssen. Weiter wird unter solchen Prämissen nur eine begrenzte Anzahl von Kunden bis zu einem gewissen Prozentsatz des totalen Anlagevermögens bedient. Immerhin hat der CS Property Dynamic aus der gleichen Küche mit einer Rendite von +4,5% über ein Jahr brilliert.

Aufgepasst auf HTC, dem Handygiganten aus Taiwan: Laut Informationen aus Taipeh wird das Unternehmen mit dem umtriebigen Verwaltungsrat Josef Felder, Ex-Crossair- und Ex-Chef des Flughafen Zürich, die ambitiösen Wachstumsziele für das Jahr 2010 nochmals um 12% übertrumpfen (wiederholter Kauf).

Spannend finde ich Geberit, die von der wachsenden Binnenkonjunktur in Europa profitieren könnte. Erster Kursmarschhalt wäre bei 200 Franken. Der Börsenhöchststand von 2007 bei 225 Franken ist ein zu ehrgeiziges Ziel auf kurzfristige Frist (kurzfristige Spekulation nach oben).

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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