Die Wochen und Monate verstreichen – und die Wertpapiere des Kleiderverkäufers Charles Vögele bleiben im Dauer-Ausverkauf: –75,74% beträgt der Jahresverlust. Der Turnaround lässt auf sich warten und der wichtige Minderheitsaktionär und heimliche Taktgeber Migros lässt jene spekulativen Anleger ins Leere laufen, die gehofft haben, dass der orange Riese eine Vollübernahme per Ende April 2012 vollzieht (abwarten, weiterhin verkaufen).

+49,44% innert dreier Monate beträgt die hervorstechende Rendite der Volatilitätsstrategie, die wir an dieser Stelle vom innovativen Zürcher Produktanbieter Cat Financial Products vorgestellt haben. Noch eindrücklicher ist die Halbjahresperformance: + 75,49%. Nun wird auf der Basis und Idee des Macro Hedge Hybrid Index ein eigenständiger Fonds für qualifizierte Anleger auf Malta aufgelegt. Die neue Anlageklasse Volatilität nimmt gerade in der heutigen unstabilen Börsenzeit rasant an Bedeutung zu (must buy, für qualifizierte Anleger).

Am Rheinknie ist es zum korrekt vorausgesagten Börsendammbruch gekommen: –8,41% beträgt der Wochenverlust bei der Lonza. Und die Talfahrt an der Schweizer Börse ist noch nicht zu Ende. Nun verlassen im verstärkten Mass auch die institutionellen Anleger das Boot. Fast halbiert hat sich die Aktie innert Jahresfrist. Trotzdem würde ich mit dem Zukaufen abwarten, denn bei einer schon fast lächerlich anmutenden Marktkapitalisierung von 2 Milliarden Franken müssen viele institutionelle Anleger aufgrund von Anlage-Richtlinien die Aktien des weltgrössten Pharma-Auftragsherstellers verkaufen, was wirklich zum falschen Zeitpunkt kommt (sorry, es geht weiter nach unten).

Am Donnerstag kam von höchster Stelle postwendend die Bestätigung für unsere Story von letzter Woche über Logitech: Die Regulierungsbehörde der SWX vermeldet den Kauf der Titel durch das hauseigene Treasury des Westschweizer Mäuseproduzenten. Steigen Sie vorzeitig aus: +3,87% innert Wochenfrist ist ein toller Gewinn – Punkt, Schluss (verkaufen).

Bestes Börsen-Flugwetter hatten meine Leser in Sachen Kuoni: –7,13% beträgt der Wochenverlust, und der bisherige Jahreszugewinn von +38,17% wird weiterhin zurückgehen. Leider ist die
Aktie fundamental überteuert (weiterhin verkaufen).

Trotz PR-Powerplay geht es mit dem Holzproduzenten Precious Woods steil nach unten: –60,54% innert der letzten zwölf Monate. Der Reinverlust für das Jahr 2011 beträgt satte 56,2 Millionen (Awp-Meldung von 26. April 2012). Nun erhofft man sich nach schwierigen Jahren, dass «grosse Schritte in Richtung wirtschaftlicher Nachhaltigkeit» realisiert werden können (weiterhin Hände weg).

Auf Jahreshöchstkurs befindet sich die Zofinger Siegfried Holding. In Anbetracht der satten Jahresperformance von 17,84% würde ich schon heute vorzeitig verkaufen und nicht das Erreichen des Kurszieles von 113 Franken abwarten (vorzeitiger Verkauf).

Die Entscheidung rückt näher, ob der 6 Milliarden Euro schwere CS Euroreal seine Schleusen wieder öffnet oder zwangsmässig abgewickelt werden muss. Ich tippe, dass die Credit Suisse den Fonds wieder öffnet und die Verkaufsaufträge durch die in den letzten zwei Jahren aufgebaute Liquidität bedient werden können.

Doch die ganze Sache hat einen Haken, wie ich aus deutschen Anwaltskreisen erfahren habe: Anleger können dann pro Halbjahr nur noch Anteile in der Höhe von 30 000 Euro verkaufen, weiter gilt ab dann für Grossanleger eine Mindesthaltedauer von 24 Monaten mit einer Kündigungsfrist von einem Jahr. Führende Wirtschaftsmedien wie «FT Deutschland», Bloomberg und das «Wall Street Journal» haben die Berichterstattung seit dem letztem «Sonntag» in dieser Angelegenheit intensiviert.

Übrigens, auch der Schweizer Branchenprimus UBS hat einen gleich gelagerten Fonds in der Kühlbox in Deutschland. Hier geht es um vergleichsweise geringe 300 Millionen Euro.

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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