Richtiggehend zusammengestaucht wurde diese Woche der Spezial-, sprich Spekulationswert Basilea Pharmaceuticals: –7,65%, nachdem ich den Zorn der Börsengötter provoziert und mich schon vor Wochen negativ über diesen Wert geäussert hatte. Als «Schweiz am Sonntag»-David forderte ich damit die Finanzwelt-Goliaths heraus, die den Titel mit Kurszielen von 140 Franken respektive 160 Franken (aktuell: 95 Franken) versehen haben.

Leider wurden die Kleinanleger massenhaft in die Falle gelockt, die meinten, mit einer «Steinschleuder», das heisst gehebelten Finanzinstrumenten (Warrants) auf steigende Kurse den grossen Reibach zu machen. Dem war nicht so. Stattdessen gab es einen Totalverlust. Offen gesagt bin ich weiterhin nicht positiv gestimmt auf den Titel, sogar die UBS bekommt langsam kalte Füsse und hat die Bewertung vor kurzem ausgesetzt.

Einst im Jahr 2007 (www.cash.ch – Userforum) wurde von der grössten Schweizer Bank ein Kursziel von 340 Franken propagiert. Wie sich die Zeiten ändern können! Und wenn Sie wissen, dass ein Beteiligungsvehikel einer Lichtgestalt des schweizerischen Finanzmarktes mit dreistelligen Millionenbeträgen investiert ist, dann verstehen Sie nun erst recht die Analogie zur biblischen Geschichte von David und Goliath.

> Auch beim Gipfelstürmer Autoneum sollten wir innehalten: +23,12% innerhalb der letzten vier Wochen ist eine Spitzenleistung. Schalten wir einige Gänge hinunter und geniessen mit dem satten Gewinn (verkaufen) ein paar Spiele der ZSC Lions auf den Logenplätzen. Eigentlich ein fliegender Wechsel über die Bande, denn sowohl bei den ZSC Lions als auch bei Autoneum hätte die Musik wohl ohne Peter Spuhler nicht so aufgespielt.

> Bald kommt es zum Showdown bei der Austriamicrosystems (AMS). Die Zahlen werden stark ausfallen. Trotzdem würde ich ein Sicherungsnetz in Form von gedeckten Calls spannen. In diesem Titel ist die versammelte Weltspitze der Tradercommunity versammelt – zu heftigen Kursausschlägen kurz oder unmittelbar nach den Quartalszahlen wird es sicherlich kommen. Die Aufsichtsorgane der Schweizer Börse sollten sich bereithalten: Speziell die Kurs-, sprich Volumensprünge bei den Optionsscheinen könnten sehr aufschlussreich sein. Der 28. April 2014 ist der D-Day. Zur Erinnerung: Vor einem Jahr kam es zu mehr als merkwürdigen Bewegungen.

> Vor einigen Lichtjahren (2010) sprach ich unter anderem vom möglichen Übernahmekandidaten Comet, als der Titel bei plus/minus 125 Franken stand. Nun, der Aufkauf fand nicht statt, dafür sauste die Aktie auf 545 Franken hoch. Ich möchte auf etwas anderes hinaus: Wussten Sie, dass der grösste Aktionär in dieser Schweizer Industrieperle der US-Fondsgigant BlackRock mit 5,08% ist? Ich bewundere immer mehr die Trefferquote von BlackRock in unseren einheimischen Werten. Speziell bei einer Börsenkapitalisierung von 419 Millionen Franken sollte es doch für unsere Finanzunternehmen ein Kinderspiel sein, die Nr. 1 unter den Investoren zu sein. Stellen wir uns dem Kampf. Bei einer Jahresrendite von +121,56% sitzt der Gewinner halt nicht am Paradeplatz, sondern an der Bahnhofstrasse 39, 8001 Zürich, Sitz der Schweizer Niederlassung von BlackRock.

> Als ich am Sonntag aus Asien zurückkam, waren die Zeitungen voll wegen möglicher neuer Auflagen im Immobilienbereich. Ach ja, haben wir hier nicht schon vor Jahr und Monaten gewarnt, dass die Anforderungen zur Hypothekenvergabe strenger sein sollten? Nun, man hat sich das Ei selbst gelegt. Es gibt Banken, ich nenne hier keine Namen, die vergeben Hypotheken, die gegen die internen Richtlinien verstossen. In der Fachsprache nennt sich dies verniedlichend «excempt to policy». Bei einer sehr grossen Bank beträgt dieser Faktor 14,8% aller vergebenen Hypotheken. Sehr geehrte Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, erteilen Sie der Finanzmarktaufsicht (Finma) den Auftrag, mit einem Rundschreiben per 30. Juni 2014 die Vergabe von sogenannten «excempt to policy» explizit zu verbieten. So einfach ist das. Und Sie sorgen für Entspannung in einem 800-Milliarden-Franken-Markt.

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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