Das Raumschiff VZ Holding hat nun abgehoben: +6,1% innert Wochenfrist. Erstmals ist seit langem ein strategischer Aufkäufer am Horizont aufgetaucht, der gezielt die Aktien des Finanzplaners einsammelt. Die nächsten Quartsalzahlen vom 15. August 2013 werden stark ausfallen, aber erwarten Sie keine Börsenwunder, +53,1% innert Jahresfrist ist eine starke Vorlage, die nicht einfach zu schlagen ist. (Neues Kursziel: 148 Franken)

> Showtime in Bad Ragaz: 5,6% beträgt seit dem 29. Mai 2013 der prozentuale Anteil, den der amerikanische Fondsgigant Blackrock von Ex-Nationalbankchef Philipp Hildebrand am Bad Ragazer Hightech-Unternehmen Inficon hält. Ich würde erst wieder bei einem Kursstand von unter 260 Franken (aktuell: 272 Franken) zukaufen. Der heiss gelaufene Titel ist allein im Jahr 2013 um 31,4% angestiegen. (Kaufen unter 260 Franken)

> Mit einem blauen Auge wird die Credit Suisse im US-Steuerstreit davonkommen. Firmenlenker Brady Dougan ist im Zweiwochentakt in den Vereinigten Staaten. Auch sonst läuft es dem umweltbewussten Marathonläufer ausgezeichnet. Seine Schweizer Nebenbuhler, die auf seinen Sonnenplatz am Paradeplatz aspiriert haben, figurieren nun unter ferner liefen. Aufgepasst, das Investmentbanking läuft auf Hochtouren, doch im Gegensatz zur UBS wird nicht jeder Erfolg in die ganze Welt hinausposaunt. (Halten, Brady makes it happen)

> 4000, 4100 oder 4200 weniger abgebaute Stellen als geplant: Wann gibt Signore Ermotti zu, dass der angekündigte Abbau von 10 000 Stellen bei der UBS nicht in diesem Ausmass stattfindet? Seit Donnerstagnachmittag habe ich durch den «Cash Insider» Schützenhilfe erhalten: Die französische Grossbank Société Generale zweifelt am Ausmass des Stellenabbaus von 10 000 Personaleinheiten. Der Weihnachtsmann, der ausser Plan auch am Mittwochnachmittag in Opfikon Süd beim UBS-Investmentbanking haltgemacht hat, beschenkte gewisse Mitarbeiter mehr als reichlich. Spitzenkräfte erhielten zwischen 10 und 20% Lohnerhöhung. Das Tolle daran: Das Lohngeschenk ist auf den 1. Juni 2013 fällig – dies ist weltrekordverdächtig. Wer jetzt noch die UBS-Investmentbank freiwillig verlässt, ist wirklich vom Affen gebissen. In der Zwischenzeit steigt das Bankkonto gewisser UBS-Spitzenkräfte auch ohne die signifikante Lohnerhöhung stark an. Aktien, die zu Mitarbeiterkonditionen zu 10 Franken oder noch tiefer erstanden wurden, werden nun gnadenlos auf den Markt geworfen, Rendite von 70% und höher. (UBS noch attraktiver als früher als Arbeitgeber)

> Aufgepasst auf die Zuger Partners Group: Die Geldzuflüsse aus den Vereinigten Staaten steigen kontinuierlich an, doch auch sonst läuft es den Innerschweizer Finanzspezialisten ausgezeichnet. Die Einnahmen aus den erfolgsabhängigen Gebühren erreichen neue Höchststände. Obwohl der Titel das einstige Kursziel von 242 Franken erklommen hat, ist das Ende der Fahnenstange an der Börse noch nicht erreicht. (Halten)

> Mehr als ein würdiger Nachfolger von Marine Harvest ist Seadrill. Die Quartalszahlen waren rund 30% höher als die Analystenschätzungen. Dies hat mehr als Seltenheitswert in der heutigen Zeit. Die aktuelle Dividendenrendite beträgt 8,6%. Doch dies ist nur der Auftakt. Die Gewinnschätzungen für das kommende Jahr wurden um mehr als 38% angehoben – wenn das nicht erfolgsversprechend ist. Schon fast keine Überraschung mehr ist das Mitwirken der Credit Suisse an der Brokerfront, Millionen von Aktien wurden alleine im Berichtsmonat Mai 2013 gehandelt. Von Marine Harvest wurden bei der Credit Suisse im Wonnemonat 156 Millionen Aktien umgesetzt.

> Noch ist es ruhig bei Kardex: Nur 262,8 Millionen Franken wiegt der erfolgsversprechende Nebenwert an der Börse. Doch nun ist wieder Leben in die Bude gekommen. Trotz einer Gesamtperformance von 112,1% innert den letzten zwölf Monaten sind die strategischen Käufer nicht gesättigt, die Finanzkennzahlen sind mehr als überzeugend. Weiterhin gilt die immer wiederkehrende Warnung: Hier ist ein Investment nur für hartgesottene Anlageprofis geeignet.

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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