VON BORIS FELDMANN

Beeindruckt darüber, dass CS-Goldjunge Brady Dougan den Chefjob-Avancen der Bank of America widerstehen konnte, lanciert die aktuelle Nummer 1 unter den Schweizer Banken eine Offensive bei den strukturierten Produkten. Diese sind schon fast eine Sensation, sodass wir aus dem Archiv unsere Auszeichnung «must buy» hervorkramen, die wir seit Monaten nicht mehr ins «Rennen» gebracht haben. Die Equity Yield Note (Valor: 018032062) mit dem deutschen Trio: Allianz, Deutsche Post und ThyssenKrupp wirft 14% ab und ist mit einer Barriere von 58% ausgestattet.

Auch Goldman Sachs hat einen Gang höher geschaltet und kommt wieder mit Angeboten auf den Markt, die sich sehen lassen. Die Schweizer Standardwerte Credit Suisse, Swiss Re und UBS sorgen für einen netten Coupon von 14% und unser Ruf wurde erhört: Eine Barriere von 57% kommt zur Anwendung. Start für den Valor 10474466 ist der Dreikönigstag, 6. Januar 2010. Wenn das kein gutes Omen ist!

Einen (Teil-)Sieg konnte die UBS in den USA erzielen: Der Schweizer Privatbankengigant wurde zu keiner neuerlichen Zahlung verurteilt in Bezug auf die berühmt-berüchtigten Auction Rate Securities (ARS). Investoren haben bis anhin rund 19 Banken angeklagt, nachdem der 330 Milliarden Dollar umfassende Markt im Februar 2008 zum völligen Erliegen kam. Der Distrikt-Richter Lawrence McKenna hatte schon am 30. März 2009 vier Klagen zurückgewiesen, nachdem die Investoren in einem Abkommen zur Rückzahlung von 19,4 Milliarden Dollar kompensiert wurden. Die neuen Kläger waren nach ihren Angaben nicht Teil dieses regulatorischen Settlements.

Unser Produkt des Jahres 2009 (Bullish Mini Futures on DJ EURO STOXX50 Valor: 339 5475) hat seit dem März 2009 eine Rendite von 167% erzielt. Nun setzt der Emittent dieses Produkts, die EFG Financial Products, zum Sprung über die Landesgrenze an und eröffnet ein Büro in Frankfurt per Januar 2010.

Der vorweihnachtliche Taucher des Euros gegenüber dem US-Dollar hat viele Analysten überrascht und auf dem falschen Fuss erwischt, doch die Gründe sind mannigfaltig. Die in der Fachsprache PIGS genannten Staaten (Portugal, Irland, Griechenland und Spanien) sorgen für grosse Nervosität aufgrund ihrer ausufernden Budgetdefizite. Dass sich die Griechen als unbeugsam erweisen, haben die Demonstrationen in der Innenstadt von Athen gezeigt.

Auch Musterknabe Deutschland möchte mit einer Rekordflut von Neuemissionen den Markt überschwemmen, um das Budgetdefizit zu finanzieren. Gerade die Banken aus Deutschland werden in Zukunft an ihrem Immobilienengagement zu nagen haben, in gewissen Wohngegenden fielen die Häuserpreise bis zu einem Drittel in den letzten drei Jahren. Finanzierungen der Banken von bis zu 100% des Gebäudewertes waren möglich. Unser Ratschlag: Verkaufen sie das BNP-«Wunderprodukt», das auf einen steigenden Euro gegenüber dem US-Dollar setzte: Der Gewinn reicht locker für eine Reise nach Hawaii.

Ein heimlicher «Performancegigant» im SMI ist die als langweilige verschriene Swisscom. Innert sieben Monaten gewann die «Witwen- und Waisenaktie» satte 31% – einen Viertel mehr als der SMI. Jetzt gilt es Abschied zu nehmen, der Preisdruck wird auch im kommenden Jahr zunehmen und für sinkende Gewinne im Heimmarkt sorgen.

Im Sommer prasselten auf uns
die Kommentare ein, dass wir zu positiv über Nobel Biocare schreiben würden und ein Kursziel von 32 Franken für Dezember 2009 fernab sei. Beim freitäglichen Optionenverfall markierte die Aktie nun ein nettes Niveau von Fr. 33.04. Somit haben unsere Leser mit der kombinierten Aktien- und Optionenstrategie einen hübschen Gewinn erzielt. Firmenchef Domenico Scala hat einen Topjob erledigt und navigiert den Dentalhersteller in ruhigere Kursgefilde.

Dass man mit Rohstoffaktien Geld verdienen kann, beweist unter anderem der Carmignac Commodities ACC (Valor: 1568347), der eine Rendite von 66,2% in Euro seit Beginn des Jahres erzielt hat (in Franken: 58,1%). An dieser Börsenparty möchten wir auch mitmachen (Kauf).

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