Meine Gewinnschätzung für das erste Quartal der UBS (Bekanntgabe am 6. Mai 2014, 6.45 Uhr) beträgt 1118 Millionen Franken und ist weit höher als die allgemeinen Analystenschätzungen. Unser Spezial-Indikator: Am Freitagnachmittag (mit Betonung auf Nachmittag) wurden sehr heftig Calloptionen mit Ausübungspreis 19 Franken gekauft, Verfalltermin Mai 2014. Nun, es handelt sich um momentan wertlose Optionen. Der Ausübungspreis 19 Franken hat beim gegenwärtigen Kurs von Fr. 18.34 einen inneren Wert von null. Die «Into the money»-Call-Option von 18 Franken, also mit innerem Wert, hatte rund viermal weniger Volumen am Freitag als die spekulativere Option mit 19 Franken Ausübungspreis.

Noch interessanter ist das freitägliche Volumen der Put-Option mit Ausübungspreis 19 Franken: 693 Einheiten versus 5503 Einheiten für die zurzeit wertlose Call-Option mit gleichem Ausübungspreis. Oder ein Verhältnis von 6,93:1. Vorzeitiger Champagner für Sergio Ermotti, CEO UBS. Denn dieses Optionsgebaren kommt mir bekannt vor: Haben wir nicht genau solche Beobachtungen schon vor der Holcim-Fusion gemacht?

> Na also! Die Quartalszahlen von Austriamicrosystems waren der erwartete Heuler, und die Aktie machte einen entsprechenden Luftsprung. Pech für diejenigen Investoren, die in den letzten Stunden des montäglichen Handelstages kalte Füsse bekamen und diese Investitionsperle zum falschen Zeitpunkt abgestossen haben. +18,98% beträgt der diesjährige Jahressaldo oder +49,25% über die letzten zwölf Monate. Ein Teilverkauf drängt sich jetzt auf. (Teilverkauf)

> Auf Marco Gadola, CEO der Straumann Holding, ist wirklich Verlass: +15,95% seit Jahresanfang. Jetzt wird die neuralgische Kursmarke von 200 Franken (aktuell: 193 Franken) anvisiert. Gut, dass er, wie an dieser Stelle gewünscht, keine weiteren Unternehmungen zugekauft hat. Jetzt heisst es in der Fachsprache, «organisch» zu wachsen und nicht wild zuzukaufen. Das Unternehmen hat nun eine umfassende Produktpalette und bestätigt meine Präferenz gegenüber dem Branchenkonkurrenten Nobel Biocare. (Halten)

> Als der Titel einst weit unter der 60-Franken-Marke lag (aktuell: Fr. 84.25), war ich Feuer und Flamme für den Backwarenkonzern Aryzta. Heute erneuere ich meine Kaufempfehlung. Der Kursverlauf der letzten Wochen bestätigt mein Bauchgefühl, dass sich die Börsenscharfschützen in Position bringen. Gezielt werden Aktien akkumuliert. Schaut man sich die Finanzkennzahlen genauer an, ist der Titel in der Kategorie «strong buy» einzuordnen. (Neu auf der Kaufliste)

> Angesagtes Freudenfest in Norwegen: Superbonus von 6,97% bei Marine Harvest. Das 1. Quartalsergebnis 2014 war in meinen Augen intergalaktisch. Dies wird für Freudentänze am 23. Mai 2014 um die Konten meiner Leserschaft sorgen: eine Zahlung von üppigen 5 norwegischen Kronen. Hier heisst es weiterhin die Dividende kassieren und gedeckte Calls verschreiben. (Superbonus respektive Dividende in Norwegen)

> Weiterhin gut im Strumpf ist der Landmaschinengigant Bucher: +13,91% seit dem 1. 1. 2014. Hier heisst es sich in Geduld üben – langweilig, aber hoch rentabel ist diese Investition in den Weltmarktführer in gewissen Teilbereichen. Eine hochsensible Information: Blackrock: 3% Prozent Anteil am Aktienkapital, UBS: 1,89%. Schweizer Pensionskassen, kauft zu! Die Kräfteverhältnisse müssen sich verändern! (Halten)

> Madame Martullo-Blocher: Die Schallmauer von 350 Franken rückt näher, bevor es zum Knall bei den Banken kommt. Hier gilt es, meiner Leserschaft nochmals einige Renditezahlen in freudige Erinnerung zu rufen: +414,54% bei reinvestierten Dividenden in Papiere der Ems-Chemie – und dies innerhalb von nur fünf Jahren. Ich kann es mir nicht verkneifen: Diese Leistung ist Spitze. Warten Sie ab, die nächsten Rekordzahlen sind am 11. Juli 2014 fällig, anlässlich der nächsten Quartalszahlen. Speziell die Betriebsmarge wird für Freudensprünge bei den Aktionären sorgen. (Halten)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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