Freude herrscht bei den noch weltweit verbliebenen 64000 UBS-Angestellten, wenn sie diese Zeilen lesen werden: Die Bonuszahlungen werden für das Jahr 2011 nur marginal tiefer ausfallen als 2010 – und dies trotz reduziertem Personalbestand, wie Topquellen aus der internationalen Headhunter-Szene berichten. «Der Sonntag» hat dabei eine Zahl von 4,2 Milliarden Franken ermittelt. Den grössten prozentualen Lohnsprung wird neu CEO Sergio Ermotti machen: Seine bis anhin gut gefühlten 1,5 Millionen Franken Jahreslohn werden im kommenden Jahr mehr als verdoppelt, wie Gerüchten zu entnehmen ist.

Krux der Sache ist, dass die durchschnittliche Lohnsumme der UBS-Banker um mehr als 5,95% pro Mitarbeiter im Jahr 2012 ansteigt. Lohntreiber sind die UBS-Anlageberater (Ausbau um 800 Spezialisten ist geplant) in den USA und auch die erhöhten Fixlöhne für die Investmentbanker auf Managing-Director-Stufe, vorzugsweise am Standort London. («Sonntag»-Schätzung: 482104 Franken).

Wie Phoenix aus der Asche steigt die UBS-Investmentbank aus Opfikon Süd mit einem 12%-CHF-Kick-in-Goal (Valor: 14503409) mit den Schweizer Topfirmen Adecco, Richemont und Swiss Re, die alle in ihrem Segment weltweit Spitze sind. Die 50%-Barriere auf die einzelnen Aktien sollte innerhalb der Laufzeit nicht gebrochen werden und somit eine vollständige Kapitalrückzahlung gewährleistet sein (must buy). Neckischer Zusatz: Der Coupon wird halbjährlich ausbezahlt.

Ein weiteres, in der Funktion gleich gelagertes UBS-Kombi (Valor: 14459602) mit Richemont, Syngenta und Zürich Versicherung wirft 11% ab – und dies voraussichtlich mit einer Barriere von 50% (must buy).

Voll eingeschlagen hat unsere Verkaufsempfehlung auf MondoBiotech: –78,14% innert vier Wochen. Hier wieder einmal unsere Dauerempfehlung, weil es so schön ist: Hände weg!

Nun muss der Migros Genossenschafts-Bund langsam die Reissleine in Sachen Charles Vögele ziehen: –27,13% innert vier Wochen. Auch die sorgfältig gestreuten Gerüchte, dass die Migros-Genossenschaft ihre Beteiligung von geschätzten 22,16% am Aktienkapital nochmals erhöht, kann den rapiden Kurszerfall der Modehaus-Aktien nicht mehr stoppen (Hände weg).

Auch in diesen struben Zeiten möchte ich Ihnen ein kleines Börsenwunder präsentieren, das sicherlich gut in die Vorweihnachtszeit passt. Es handelt sich um die Regionalbank Valiant: Während eine fundamental sehr günstig bewertete Credit Suisse satte 40% seit dem 1. Januar 2011 verliert, muss das Institut mit Hauptsitz in Bern seinen Anlegern eine Einbusse von nur 2,02% auf die gleiche Periode eingestehen. Mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 15 kann man sicherlich nicht von einem Kursschnäppchen sprechen.

Der Kursturbo von 7,45% in dieser abgelaufenen Woche ist mehr als frappant. Als Vergleich in der gleichen Zeitperiode: UBS –2,11%. Spannend in diesem Zusammenhang: Hat wieder einmal das eigene Treasury Kurspflege betrieben, oder ist ein weisser Ritter aufgetaucht? Eine Antwort vor Börseneröffnung am Montag wäre mehr als angebracht. Zur Info: Schon vor mehr als einem Jahr kam es zu mysteriösen Aktienbewegungen bei Valiant.

Grosse Sieger im Spiel «Hilde Put we trust» sind die Kunden von UBS, Credit Suisse und Bank Wegelin, die über komplexe strukturierte Produkte eine Rendite auf das eingesetzte Kapital erzielt haben, die dem bis zu 30-Fachen einer Geldmarktrendite auf die gleiche Laufzeit entspricht. Solange die Kursuntergrenze von 1.20 auf dem Währungspaar Euro/Schweiz hält, ist alles paletti.

Die Banken-Casting-Show «Paradeplatz sucht den Clariden-Super-Privatbanker» ist in vollem Gang. An erster Stelle befindet sich Star-Banker Boris Collardi von Julius Bär im friedlichen Wettstreit mit der Bank Pictet und der UBS. Beim Vorsingen für einen dicken Vertrag ist ein betreutes Vermögen von mindestens 128 Millionen Franken gefordert. Innert 18 Monaten muss das neue Kadermitglied sein Fixsalär von 210000 Franken und aufwärts eingespielt haben, sonst geht die Rechnung nicht auf. Erschwerend in diesem Wettstreit: Wir nehmen nur noch Weissgeld an, Schwarzgeld ist «igitt».

Haben Sie fragen an den Geldberater?

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater Boris Feldmann ein E-Mail an:
geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!