VON BORIS FELDMANN

Im Gegensatz zum übermächtigen Konkurrent CS muss sich die UBS-Mannschaft mit dem Gedanken anfreunden, dass auch im Jahre 2009 kein Gewinn herausschaut. Im Schweizer Geschäft scheint Franco Morra nicht den Rückhalt seiner Regionalfürsten zu geniessen – dies auch, weil er nicht von der ostdeutschen Trägerrakete Ossi Grübel auf diesen Posten ernannt wurde.

Viel spannender nehmen sich die Personalien der ehemaligen UBS-Topcracks Raoul Weil und Martin Liechti an. Die Nähe von Raoul Weil zu Julius-Bär-Vize-Verwaltungsrat Georges Gagnebin könnte ihm zu einem eindrucksvollen Comeback verhelfen – bei Martin Liechti scheint der Transfer zur Gruppe um Andre Esteves per Handschlag besiegelt zu sein, einzig das Ablaufen der Konkurrenzklausel muss abgewartet werden.

Der selbsternannte Investment-Guru und Ossi-Grübel-Kumpel Marc Faber muss eine herbe Niederlage auf dem Investmentparkett hinnehmen: Seine Empfehlung, die Valoren des US Natural Gas Fund zu kaufen, haben innert Jahresfrist zu einem satten Verlust von über 80% geführt.

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern der Bahn-hofstrasse: Bei Julius Bär bahnt sich eine Grossübernahme an. Hinter vorgehaltener Hand wird die Bank Sarasin ins Rennen gebracht, doch scheint der Verkaufswille bei den Holländern noch nicht allzu stark vorhanden zu sein.

Konkreter sind die Pläne bei UBP, einer Genfer Privatbank: Eine auf rund 4 Milliarden Franken angehäufte «Kriegskasse» sollte eine Übernahme einer asiatischen Privatbank er-möglichen.

Richtig hart ins Gericht mit der UBS geht Michael Kerr-Dineen, aktueller Chef der englischen Cheviot Asset Mana-gement. Kerr-Dineen arbeitete früher bei der Laing & Cruickshank, die vor drei Jahren von der UBS übernommen wurde. Im englischen Magazin «Private Client Practitioner June 2009» wird er wie folgt zitiert: «Wir glaubten damals, dass UBS die am wenigsten schlimmste Option darstellt, als diese im Jahre 2004 unsere Firma kaufte.» Doch: «Wir wurden überrollt von Bürokratie. Ich habe nichts gegen UBS im Allgemeinen, aber dass grosse Bankmodell war nicht im Sinne unserer Kunden.»

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