> Das Börsenwunder zu Bern möchte ich Ihnen gerne vorstellen: die Berner Kantonalbank (Börsensymbol: BEKN SW). UBS –21,23%, Credit Suisse –30,57%, und wie ein Fels in der Brandung steht die BKB: +1,78% seit Jahresanfang. Da fragt sich der Kenner, welcher Zaubertrank dieser Bank verabreicht wurde. Schaut man sich die Mutationen der grössten Anleger an, kommt es laut meinen Datenbanken zu keinen nennenswerten Kauf- oder Verkaufstransaktionen innerhalb der letzten sechs Monate. Das Wunder zu Bern, nicht nur auf dem Fussballplatz, sondern auch an der Börse. (Börsen-Red-Bull aus Bern)

> Hände weg heisst es einmal mehr bei der Basilea Pharmaceuticals (Börsensymbol: BSLN SW). –25,13% lautet die bisherige Jahresbilanz 2016, und Investmentgiganten wie Blackrock, Credit Suisse, State Street und UBS sind in den letzten Tagen als signifikante Verkäufer aufgetreten. Die verbleibenden Bankanalysten, die diesen Titel verfolgen, scheinen positiv gestimmt zu sein: Kursziel +81,7% innerhalb von einem Jahr. Mir scheint allerdings, dass bei diesem Titel allzu viel Hoffnung verbreitet wird: eine Verdreifachung des Umsatzes vom Jahr 2015 bis ins 2017. Trotz dieser spektakulären Schätzung ist dieses Papier im Vergleich mit US-Werten der XXL-Klasse im Biotech-Bereich massiv überteuert. (Hände weg)

> Im Hinblick auf die Publikation des Jahresergebnisses 2015 des dänischen Schmuckherstellers Pandora A/S (Börsensymbol: PNDORA DC) am 9. Februar 2016 sind gewisse gut zu verstehende Vorsichtsmassnahmen angebracht. Beim näheren Betrachten der Faktenlage ist dies konsequent: +112,54% beträgt die einjährige Performance dieses Papiers. Daher ist die Absturzgefahr grösser denn je, da die Erwartungshaltung der Investoren fast grenzenlos ist. Deshalb empfehle ich Ihnen einen gedeckten Call mit Ausübungspreis 850 DKK auf den März-2016-Termin. Teilabsicherung nach unten 8,2%. Falls er Mitte März 2016 ausgeübt wird, sofern Pandora über 850 DKK liegt, verabschieden Sie sich mit einer sensationellen Rendite. (Teilabsicherung beim europäischen Superstar)

> Am 24. Januar 2016 hiess es an dieser Stelle: «Und wenn ich Ihnen erzähle, dass die UBS diese Woche ihre Anteile bei der Kuoni Holding auf 8,17% hochgewuchtet hat, dann ist der Verkauf aufgrund meiner Markterfahrung nur noch eine Frage von Tagen (strong buy).» Die Geschichte ist schnell erzählt: Das famose Angebot traf ein, und das Papier stieg noch weiter an als mein mathematisch errechneter Wert von 338 Franken. Sie, geschätzte Leser, Kunden der UBS und Valentino Chapero, sind die grossen Sieger. Nehmen Sie die sensationelle Performance mit: +19,15% innerhalb von 14 Tagen, während der Swiss Performance Index 2,66% verlor. (Time to say good bye)

> Ich verneige mich vor Magdalena Martullo-Blocher, Chefin der EMS-Chemie (Börsensymbol: EMSN SW). Das Jahresergebnis 2015 ist eine echte Sensation. Die berühmten «Seven thinking steps» sind auch in einer wirtschaftlichen Schlechtwetterphase sehr erfolgversprechend. Jetzt ist alles angerichtet, sodass auch im achten Börsenjahr hintereinander ein höherer Schlusskurs vermeldet werden kann als im vorhergehenden Jahr. Und dies ohne Kursmanipulation. Ich wette, dass UBS-Analyst Thomas Gilbert seine Verkaufsempfehlung (Sell) vom 14. Oktober 2015 mit Kursziel 330 Franken in Bälde anpassen wird. Für die immer zahlreicher werdenden Martullo-Fans unter meiner Leserschaft: Rendite über 1800 Tage bei reinvestierter Dividende: +239%. Hier gibt es nur ein Prädikat, frei nach Tina Turner: «Simply the best». (Halten und Dividende sofort in Aktien reinvestieren)

> Mein Bauchgefühl sagt mir, trotz aller Euphorie in Sachen Autoneum (Börsensymbol: AUTN SW): Verkaufen Sie dieses Papier. Mit einer Jahresrendite von 42,15% scheint mir dieses Ergebnis over the top zu sein, wie dies die Amerikaner bezeichnen würden. Noch eindrücklicher scheint mir das bisherige Jahresergebnis 2016 zu sein: +6,13%, während der SPI Index mit einem Minus 8,46% zu Buche steht. Diese Rendite ist ein regelrechter Overkill und macht mich ganz ordentlich nervös. (Sensationelle Performance, ciao bambino)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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