In Champions-League-Form befindet sich der Basler Pharmakonzern Roche: +22% seit dem 1. Januar 2011. Die Strategie des am 4. März 2008 zum CEO ernannten Severin Schwan scheint Früchte zu tragen. Freuen kann sich auch FCB-Chefin Gigi Oeri ob des Geldsegens: Die Familie legt dank dem stark steigenden Aktienkurs um Milliarden zu.

Begeistert bin ich, dass Nationalbankchef Philipp Hildebrand dem medialen Druck standgehalten und die Kursuntergrenze von 1.20 auf dem Währungspaar Euro/Schweizer Franken nicht auf 1.25 angehoben hat. Damit verlieren viel Banker ihre sicher geglaubten Gewinne aus Optionsgeschäften, wenn der Euro/Franken-Kurs am 16. Dezember über der Marke von 1.25 gelegen hätte.

Im vorzeitigen Dauer-Winterschlussverkauf befindet sich der Kleiderkonzern Charles Vögele: –30% innert vier Wochen. Trotzdem würde ich weiterhin abwarten: Die neuen Kreditverträge ab Frühling 2012 werden zu einer kostspieligen Angelegenheit. Wann spricht Minderheitsaktionär Migros endlich ein Machtwort? Weiterhin abwarten.

Nicht aus dem Kursstrudel heraus kommt die Baselbieter Bachem: –23% innert Monatsfrist. Erstmals wird die Dividendenzahlung aus den Reserven der Kapitaleinlagen bezahlt. Das verheisst nichts Gutes. Wurde letztes Jahr noch eine Dividende von Fr. 2.50 ausbezahlt, so muss im Jahr 2012 mit Fr. 1.50 gerechnet werden. Damit fällt die historisch attraktive Dividendenrendite von 7,46% auf 4,4% (abwarten).

Immer tiefer herunter geht es mit der Orascom Development Holding: –19% innert Monatsfrist. Weiterhin drückt die politische Situation in Ägypten, wo 78% des Hauptumsatzes erzielt werden, auf den Kurs. Ich würde weiterhin Ferien von diesen Aktien machen. Gespannt bin ich auf die nächste Wasserstandsmeldung aus Andermatt, wie der Immobilienverkauf sich entwickelt (abwarten bis März 2012).

Die Börsen-Sonnenfinsternis hat voll auf den Thuner Solarproduzenten Meyer Burger durchgeschlagen: –41% in drei Monaten. Und weiterhin bleibt die Tendenz negativ: Die chinesischen Konkurrenten sorgen weiterhin für immer gedrücktere Margen und Besserung ist weit und breit nicht in Sicht. Nächstes Kursziel: 11 Franken (aktuell: Fr. 13.85).

Der Automobilzulieferer Autoneum kommt schon lange nicht mehr auf Touren. Hier gilt es, trotz einem Kursstand von Fr. 44.50 – nachdem im Jahresverlauf die Höchstmarke von 119 Franken erreicht wurde – weiterhin in der Warteposition zu verharren. Das Wertpapier wird auch in den kommenden Monaten nicht in die Gänge kommen (abwarten).

Nun spürt der eigentlich gut aufgestellte Reisebürokonzern Kuoni die sich abschwächende Weltkonjunktur: –44% innert einem Jahr. Die Börsensonne wird noch lange nicht aufgehen: Ägypten und die internationale Internetkonkurrenz sorgen für stets tiefere Margen (abwarten).

Getrost können Sie bei der Liechtensteinischen Landesbank abwarten, obwohl wir uns knapp unter der attraktiven Marke von 40 Franken befinden. Ich möchte auch hier den Kauf aufschieben: 2012 wird für die Vermögensverwaltungsbanken eine sehr schwierige Angelegenheit. Die Kunden zeigen eine Käuferabstinenz (abwarten; neues Kursziel: 35 Franken).

Wieder einmal kämpft der Dental-Implante-Hersteller Nobel Biocare mit der psychologisch wichtigen Marke von 10 Franken. Noch wartet der Markt auf den Befreiungsschlag des neuen CEO Richard Laube. Die Billigkonkurrenz macht dem Unternehmen mehr zu schaffen als bisher angenommen (weiterhin abwarten).

Erwarten Sie weiterhin keine Höhenflüge bei der UBS und Credit Suisse. Mit den Ratingherabstufungen wird die Kapitalbeschaffung immer wie teuer. Damit wird der Druck auf das kapitalintensive Investmentbanking immer grösser, vermehrt Positionen abzubauen (kein Höhenflug in Sicht). Immer interessanter wird die edle Zürcher Privatbank Vontobel: Hier drückt das Investmentbanking noch auf den Kurs. Das sehr erfolgreiche Derivatgeschäft sorgte einst für sprudelnde Gewinne, die aufgrund der Marktsituation vorderhand um einiges tiefer ausfallen (Kursziel: unter 20 Franken).

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