Die letzten Quartalszahlen des Westschweizer Mäuseproduzenten Logitech waren besser als erwartet. Doch wer glaubt, dass dies der einzige Grund hinter der magischen Auferstehung an der Börse ist, liegt falsch: Seit dieser Woche kauft die Firma an der Börse eigene Aktien zurück und dies im ungewohnt grossen Stil. Ich gehe von rund 1,5 Millionen Aktien aus, alleine in der abgelaufenen Woche (Potenzial bis auf 10 Franken – sehr, sehr spekulatives Engagement).

Sensationell waren die Quartalszahlen von Swiss Re: Mit einem Zugewinn von +30,08% seit Jahresanfang hat die Börse ein klares Verdikt ausgesprochen. Wie schon letzte Woche an dieser Stelle orakelt, sorgt David Blumer, seines Zeichens Chef des Asset Managements, für Hochstimmung am Mythenquai und sehr zufriedene Aktionäre. Nun wird die Schlagzahl auf den Sommer hin reduziert: Ein gedeckter Call auf sechsmonatiger Basis sollte über die Sommermonate für zusätzliche Rendite sorgen (halten, Kursziel von 60 Franken um 0,5% verpasst).

Der Börsenexpress bei OC Oerlikon sorgt für zunehmende Zufriedenheit im In- und seit kurzen auch im Ausland. Institutionelle Anleger aus Deutschland und England kaufen gezielt zu, doch seien Sie sich im Klaren: Erst nächstes Jahr ist ein weiterer signifikanter Kursschub nach oben angesagt (halten und geniessen).

Kurzfristig gestoppt ist der Höhenflug der Austriamicrosystems. Nun hat auch eine sehr grosse europäische Bank meine letztwöchigen Informationen aufgeschnappt, dass die Oesis mit Nespresso in Verhandlungen stehen. Für einmal heisst es nicht abwarten und Tee trinken, sondern in der Performance schwelgen: +87,5% seit Silvester 2011 (halten).

Eine grosse Portion Luft muss Marathonläufer und CS-Chef Brady W. Dougan um den 18. Mai 2012 einatmen. Denn dann wird entschieden, ob das einstige Erfolgsprodukt CS Euroreal mit rund 6 Milliarden Euro Anlagegeldern entweder liquidiert oder wieder frei handelbar sein wird und somit offen für den Publikumsverkehr ist. Der 18. Mai 2012 ist das Ende einer zweijährigen Periode, seit der das Produkt im wahrsten Sinne des Wortes eingefroren ist. Der Abschlag zum inneren Wert hat am deutschen Freimarkt in den letzten Monaten spürbar zugenommen. Damit kommt es zu einer lukrativen Spekulation – frei nach William Shakespeares «to be or not to be».

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Credit Suisse sich der Schmach hingibt, einen Fonds «abzuwickeln». Nun möchte ich Ihnen die Spekulation des Jahres 2012 erklären: Nettoinventarwert des Produktes : 57.80 Euro, aktueller Kurs an der Börse Frankfurt: 40.35 Euro. Damit beträgt der Abschlag 43%! (Angaben der Börse Frankfurt, ohne Gewähr). Wird der Fonds wieder «aufgemacht», wird sich der Abschlag von 43% innert kürzester Frist sehr stark zurückbilden. Somit appelliert die Anlegerschaft im Sinne des amerikanischen Laufschuhherstellers Nike an Brady D.: «let’s do it», und der Fonds springt sinngemäss in die Höhe (Spekulation, hohes Risiko mit Top-Gewinnchancen).

In vorzeitiger Champions-League-Form befindet sich das mittelkapitalisierte Basler Unternehmen Acino, das ich nach einer rasanten Bergfahrt bei 110 Franken (aktuell 124 Franken) zum Verkauf ausgeschrieben habe. Nun habe ich neue Studien angelegt und zücke das Verdikt «must buy». Umsatz und Gewinne werden in den kommenden beiden Jahren massiv ansteigen. Stimmt die Marschrichtung, sollte der Titel per 2013 ein P/E (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von sehr tiefen 11.2 aufweisen (must buy, aber nur mit klaren Limiten operieren – maximal 126 Franken).

Viel Sonnenschein für Kuoni-Aktionäre: Die Gewinnaussichten bewegen sich wieder in luftigen Höhen. Hintergrund dieser phänomenalen Aussichten: Die Reisearrangements für den Sommer 2012 wurden noch zu Eurokursen um 1.08 Franken eingekauft. 2013 wird dieser Zaubereffekt nicht mehr anhalten. Verreisen Sie mit dem Gewinn: Ein Kursplus von 47,92% im Jahr 2012 sorgt für tolle Stimmung. Die Ferien haben Sie sich damit alleweil verdient (verkaufen).

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!