Die schlauen Geldmacher der CS. – Happige Verluste auf dem Dollar. – Dranbleiben bei einer Medien-Aktie.
VON BORIS FELDMANN

Interessant sind die Aktien des Basler Versicherungskonzerns Baloise. Die solide Firma steht auf dem Speisezettel der französischen Axa und des deutschen Giganten Allianz. Unter 100 Franken wird diese feine Braut nicht zu haben sein. Grosse Investmentbanken sind bereit, die milliardenschwere Finanzierung zu stemmen. Für Anleger heisst das: kaufen. Ebenfalls empfehlenswert sind die Titel des Versicherers Swiss Life. Als neues Kursziel sehe ich 120 Franken.

Die Dollar-Schwäche trifft Schweizer Firmen. Jetzt erleben wir die ersten Gewinnrevisionen nach unten. Betroffen sind vor allem Firmen, die mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Dollarraum erzielen. Das sind: Dufry, Sulzer, Lonza und Givaudan. Erschwerend kommt hinzu, dass milliardenschwere Absicherungsstrategien im Währungsbereich per Ende September 2010 auslaufen. Damit wird die Frankenstärke ein Brandherd für die zukünftige Umsatz- und Gewinnentwicklung.

Bereits wird bei der Nationalbank (SNB) im Geheimen an einer Nullzinspolitik gebastelt, um den Höhenflug des Schweizer Frankens zu stoppen. Dieser Fallschirm wäre im Sinne des obersten Nationalbankers Philip M. Hildebrand eine Rettung in letzter Minute, damit die Währungsverluste der SNB nicht bis auf 18 Milliarden Franken ansteigen werden.

Silber glänzt wieder. Das an dieser Stelle vorgestellte Produkt der Zürcher Kantonalbank ZKB Silber ETF (+17% in einem Monat) hat unsere erste Kursmarke schon übertroffen. Doch das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Nun wird die ZKB von der Nachfrage überrollt: Der kursmässige Nachholbedarf von Silber gegenüber dem Gold verspricht weiterhin steigende Gewinne (wiederholter Kauf).

Da stimmt etwas nicht! Bei Mondobiotech mit Sitz in Stans NW ist die Börsenkapitalisierung jenseits von Gut und Böse. Rechnen wir einmal um, was die Kapitalisierung pro Mitarbeiter ausmacht: 20 Millionen Franken. Das sind Fantasien. Kein Wunder ist der Aktienkurs seit Anfang Jahr um fast 75 Prozent eingebrochen (Hände weg).

Das Abwarten hat sich bei Orascom Development Holding gelohnt: Der Sinkflug lässt sich trotz ganzseitigen Interviews des ägyptischen Investors Samih Sawiris nicht mehr aufhalten. Unser Kursziel liegt neu bei 44 Franken (abwarten).

Weiterhin auf der Erfolgsspur befindet sich der Credit Suisse Global Value Funds (ISIN: LU0268334777). Der Gewinn für die Anleger ist seit dem 1. Januar 2010 bei über 16% angelangt. Unerklärlich bleibt für mich, dass der Fonds nicht stärker beworben wird (wiederholter Kauf).

Auch die Vontobel Bank hat mit dem Global Value (ISIN: LU0218910023) ein Anlageprodukt, das prickelnde Renditen verspricht: +7.36% in einem Monat. Fondsmanager Rajiv Jain hat mit seinem Anlagestil die Investoren schon mehrfach begeistert (neuer Kauf).

Das Zürcher Verlagshaus Tamedia («Tages-Anzeiger») schreibt wieder flotte Gewinne. Dennoch ist die Aktie ultratief bewertet. Mit einem P/E von rund 8 ist die Aktie günstig und sollte aufgrund der strategischen Positionierung bald die Marke von 100 Franken erreichen.

Huber&Suhner bleibt mein Favorit bei den mittelkapitalisierten Werten: Die übervollen Auftragsbücher sorgen für glänzende Augen bei der Belegschaft und Hochstimmung bei den Aktionären (wiederholter Kauf).

Für finanziellen Segen sorgt eine schlagkräftige Truppe von Computergenies bei der Credit Suisse in Amerika: Minimalste Bewertungsdifferenzen im einstelligen Cent-Bereich werden zu blitzschnellen Kaufs- und Verkaufstransaktionen ausgenutzt, die übers Jahr zu Milliardengewinnen führen können. In der Schweiz ist im Speziellen die Incore Bank AG in diesem Bereich sehr erfolgreich tätig und sorgt für Millionengewinne.

Meine einstige kühne Prognose von stark ansteigenden Weizenpreisen hat sich bewahrheitet. Wie ich erfahren konnte, zählt die Credit Suisse zu den weltweit ganz grossen Gewinnern. Die Zusammenarbeit mit dem Zuger Rohstoffgiganten Glencore sorgt für eine tolle Rendite und ein super Quartalsergebnis. Als Geheimtyp gelten nun Kontrakte auf den Orangenpreis: Londoner Hedge Funds sind daran, erste Positionen zu beziehen (Kauf).


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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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