Um 17% ist die Aktie des rührigen Samih Sawiris und seiner Orascom Development Holding in dieser Woche gefallen. Dem ägyptischen Milliardär wurde der rote Teppich im Kanton Uri ausgelegt – verbilligte Landverkäufe, Steuererleichterungen und eine mehr als wohlwollende Behandlung der Kantonsregierung. Jetzt werden grössere Projekte zeitlich verzögert. Doch dies ist mehr als logisch. Wer zahlt schon 17 500 Franken für den Quadratmeter in einem windigen Schattental? Hier gilt meine Dauerdevise abwarten. Neues Kursziel: 10 Franken (aktuell: 12.30 Franken).

–79,5% für Precious Woods: Der südamerikanische Holzfäller nagt an der 2-Franken-Kursgrenze und ein Ende ist nicht in Sicht. Hier müssen schleunigst die Positionen abgebaut werden, wie hier schon mehrmals empfohlen wurde (verkaufen).

+95,6%, bald 100%? Die Börsenturbinen laufen auf Hochtouren bei OC Oerlikon und das kühne Kursziel von 10 Franken ist in Sichtweite. Jetzt nur nicht zukaufen, muss die Devise bei Michel Buscher, dem Firmenchef des Unternehmens lauten. Denn mit dem erhaltenen Zaster aus dem Verkauf der Solarsparte sollte nicht gerade expandiert werden. Problematisch: der 60-%-Anteil des Gesamtumsatzes, der aus der Textilbranche kommt. Dies ist auf Dauer nicht optimal – aber was soll es, der Zweck heiligt die Mittel (10 Franken in Griffweite, halten).

Die Basler Börsensaatgut geht auf: +35,71% beträgt der bisherige Jahreszuwachs des weltweiten Saatgutkönigs Syngenta. Erneut stellt sich für mich die Frage, ob das Kursziel von 425 Franken nicht schon früher als 2015 erreicht wird, wie bis anhin von mir prognostiziert wurde. Stimmen meine Modelle mit der Realität im Jahr 2013 überein, dann ist ein Gewinnwachstum von 16,2% nicht ausgeschlossen. Hier hat man die Super-League-Börsentrophäe für die nächsten Jahre auf sicher, was man vom FC Basel nicht behaupten kann (halten).

Viktor Vekselberg in Champagner-Laune: Speziell bei Sulzer läuft es rund. Ich würde einiges virtuelles Spielgeld darauf wetten, dass schon Ende Januar 2013 die magische Kursmarke von 150 Franken durchbrochen wird. Russland und die Tipp-Top-Positionierung sowohl im Wasseraufbereitungsgeschäft als auch bei den Pumpen lassen auf höhere Umsatzzahlen in den kommenden Jahren schliessen (halten, 150 Franken in Sicht).

+4,5% für Straumann: kurzfristige Erholungstendenz beim arg gebeutelten Basler Dentalhersteller. Noch ist die Firma nicht über dem Berg. Und weitere Stellenstreichungen im höheren zweistelligen Bereich sollten bis im Frühling 2013 über die Bühne gehen, munkelt man in Basel. Speziell die Verkaufsmannschaft überzeugt noch nicht. Falls die nächsten Quartalszahlen am 23. Februar 2013 nicht überzeugen, ist ein Comeback von Thomas Straumann an der Firmenspitze nicht mehr auszuschliessen.

Nicht zu halten ist trotz eines satten Zuwachses von über 50,3% der Luxusgüterhersteller Richemont im Jahr 2012. Meine Verkaufsempfehlung bei 65 Franken wurde zu früh ausgelöst. Doch nun habe ich erfahren, dass eine weltumspannende Investmentbank in den kommenden Tagen mit Kaufordern den Mark regelrecht überschwemmen wird. Nach dem Motto «de schnäller isch de gschwinder» heisst mein Verdikt strong buy.

Die Familie Oeri-Hoffmann macht auch das Fussvolk glücklich: Die Aktie von Roche steigt wie ein Uhrwerk – +14,5% in diesem Jahr. Für einmal lässt Gigi Oeri nicht die Puppen in ihrem Puppenmuseum in Basel tanzen, sondern uns Anleger. Welche Pensionskasse hält nicht Roche-Aktien? Statt Spektakel auf dem grünen Rasen Hochgenuss im eigenen Geldbeutel.

Apropos Oeri: Kennen Sie den letzten Treppenwitz aus Basel? Der neue chilenische Wundermittelfeldspieler des FCB, Marcelo Diaz, spielt wie ein 1.-Liga-Spieler, kostet hingegen wie eine 1.-Liga- Mannschaft. Muri, es wird Zeit, schau dem Chefscout Ruedi Zbinden über die Schulter, seine Flanken auf dem grünen Rasen waren besser als die letzten Transfer-Perlen aus Südamerika.

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. «Der Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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