> Atemlos nach oben geht es weiterhin für den Baselbieter Börsenstar Bachem (Börsensymbol: BABN SW): +82,08% (ohne Dividende) an der Schweizer Börse. Einziger Malus an dem Pokergame: Die Schweizer Investoren werden vermehrt von ausländischen «Heuschrecken»-Fonds in die Enge getrieben. Denn erstmals beginnt das Unternehmen aus Bubendorf, das Produkte und Dienstleistungen für die Pharma- und Biotechnologie-Industrie entwickelt, mit gezielten Kampagnen auch in Nordamerika die Investoren heisszumachen. (Amerika wir kommen)

> Marine Harvest (Börsensymbol: MHG NO): +34,13% seit dem Jahresanfang, und weit und breit kein Ende des Höhenflugs in Sicht. Anleger, welche sich über die New York Stock Exchange mit Aktien eingedeckt hatten, konnten 2016 in US-Dollar sogar einen Gewinn von +47,33% verbuchen. Der Einkauf in New York hat den entscheidenden Vorteil, dass die Transaktionskosten tiefer ausfallen als ein Kauf in Europa. Leser, die kurzfristig im Minus sind, erhalten bei der Salmar ASA (Börsensymbol: SALM NO) eine willkommene Beruhigungspille: +63,16% beträgt das bisherige Jahresergebnis, ohne die Dividendenrendite von 3,95% zu berücksichtigen. Und auch jetzt, knapp unter dem Allzeithoch, sollte der geschätzte Leser, die geschätzte Leserin dieses Papier nicht abstossen: 2017 wird zum Rekordjahr, und bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16:12 ist der kleine Bruder von Marine Harvest in Sachen Marktkapitalisierung weiterhin einsame Spitze. (Werden Sie nicht zum «Zappelphilipp»)

> Bei der ALSO Holding (Börsensymbol: ALSN SW) läuft auch in dieser Börsenwoche alles rund: +1,44%. Und der UBS-Trendradar ist seit dem 11. Oktober 2016 um 17.15 Uhr mit einer Verkaufsempfehlung zur ALSO Holding unterwegs. Seit dem Jahresanfang erzielte der smarte Grosshandels- und Logistikkonzern einen Zugewinn von +27,98%. (Dauerkaufempfehlung )

> Es ist richtig süss, wie die grösste und die zweitgrösste Schweizer Bank in Sachen Glencore (Börsensymbol: GLEN LN) in meine Fussstapfen treten. Ich würde allerdings sagen: «too late», denn bei einem Jahresplus von +152,27% werden wohl nur noch letzte Brosamen dieser Erfolgsstory verteilt. Die dezidiert erhöhten Kaufempfehlungen mit sportlichen Kurszielen, welche diese Woche von den beiden Grossbanken nochmals erfolgten, ehren unsere letztwöchige Berichterstattung. Trotzdem sollte Ivan Glasenberg, CEO des 33 Milliarden Pfund schweren Unternehmens (neues Topniveau im Jahr 2016), nächstes Jahr auf keinen Fall wieder intensive Dividendenausschüttungen tätigen. Noch ist die Schuldenlast des Schweizer Rohstoffkonzerns zu hoch, als dass die Aktionäre reichlich beschenkt werden könnten. Doch die Seegemeinde Rüschlikon am linken Ufer des Zürichsees kann in die Hände klatschen: Ivan Glasenbergs eigenes Aktienpaket hat dieses Jahr mehr als 1,2 Milliarden Franken an Wert zugelegt, wodurch er die Steuereinnahmen der Gemeinde merklich steigern wird. (Glasenberg is back)

> Nicht nur Halten-Empfehlungen gibt es in dieser Woche, sondern auch eine dezidierte Verkaufsempfehlung: Seit Januar 2016 ist der Wert der US-Ladenkette Ross Stores (Börsensymbol: ROST US) um mehr als 20% angestiegen. Damit ist die Zeit gekommen, beim 25-Milliarden-US-Dollar-Giganten die Segel zu streichen. Der Grund für diese Empfehlung ist nebst der starken Performance die Erwartung, dass die US-Notenbank im nächsten Dezember wohl die Zinsen erhöhen wird, und dies wäre Gift für den Retailsektor. Daher würde ich als Vorsichtsmassnahme die Hälfte der Positionen abstossen. (As simple as it is)

> Normalerweise berichte ich nicht über Mini-Stocks mit einer Marktkapitalisierung von unter 750 Millionen Franken, wie Sie wissen. Doch heute mache ich eine Ausnahme. Allerdings gebe ich aufgrund der Marktkapitalisierung zu dem Titel keine Kaufempfehlung ab. Der Nahrungsmittelproduzent Hochdorf (Börsensymbol: HOCN SW) steht vor einer nennenswerten Veränderung der Besitzerstruktur. Wenn man die Verschiebungen der Aktien in den letzten Tagen unter die Lupe genommen hat, ist diese Entwicklung wahrscheinlich. Trotz einem Zuwachs von +65,47% im Jahr 2016 weist das Unternehmen ein äusserst tiefes Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17,62 Punkten auf, was atypisch ist. Wird das mit 392 Millionen Franken bewertete Unternehmen zum Mini-Emmi? (Keine Kaufempfehlung aufgrund der Marktkapitalisierung)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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